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Modernisierung ja, Abriß nein!

Montag, 18. Februar 2002, 17:57 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Nordthüringer IG Bauen-Agrar-Umwelt mit über 2.500 organisierten Mitgliedern im Bauhauptgewerbe geht offensiv in die angekündigte Tarifrunde des Bauhauptgewerbes. Was die Gewerkschaft verlangt, das hat die nnz erfahren.


„Wir wollen eine Einkommensverbesserung von 4,5 Prozent mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung. Nicht mehr und nicht weniger. Dies ist der Ausgleich für unsere gestiegenen Lebenshaltungskosten. Das, was mehr erarbeitet wird, die Steigerung unserer Produktivität, Niedriglöhne und Lohnzurückhaltung machen die Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft nicht sicherer“, argumentiert Hartmut Koch von der IG Bau in Nordhausen.

Das würden alle Erfahrungen der letzten Jahre belegen. Die Gewerkschaft wolle auch vor Ort in den Landkreisen von Nordthüringen für die Arbeitnehmer auf den Baustellen Beschäftigung sichern. Dies geschehe mit der Forderung für einen Lohn- und Gehaltstarifvertrag, sowie einheitliche Mindestlöhne in Ost und West. Alle Beschäftigten sollen die Tariflöhne und Gehälter erhalten und über Mindestabsicherung verfügen. Dies seien wesentliche Schritte für gleiche Lebensbedingungen und zur Verhinderung gegenseitiger Unterbieterkonkurrenz. Untenehmen dürfen die Beschäftigten in unserer Branche nicht länger gegeneinander ausspielen.

„Tagtägliche Praxis beweist uns vor Ort, und so auch jüngst die Aussagen des Arbeitsamtes Nordhausen, daß die illegale Beschäftigung auf über 240 Prozent in Nordthüringen gestiegen ist. Somit ist illegale Beschäftigung und Lohndumping entschlossen zu bekämpfen. Diese Machenschaften sind entscheidende Ursachen für den ruinösen Wettbewerb und die Arbeitslosigkeit am Bau. Wir müssen vor Ort auch mit den Arbeitgeber Initiativen für fairen Wettbewerb auf den Weg bringen und vor allem stringent durchführen“, meint Koch weiter.

Die IG BAU habe dazu bereits Vorschläge gemacht. Zum Beispiel die Einführung der Baucard als elektronischen Baustellenausweis für die Verbesserung der Kontrollen. Jetzt müssen nur noch die Unternehmen mitziehen. In diesem Jahr steht der Rahmentarifvertrag des Bauhauptgewerbes auf dem Prüfstein. So sind einige Dinge zu modernisieren und aktuellen Anforderungen anzupassen. Materielle Verschlechterungen, so die Forderung der Arbeitgeber, hat nichts mit Modernisierung zu tun. Deshalb sagt die IG BAU; Modernisierung ja - Abriß nein. „Wir als Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt sind bereit, Einkommen und Beschäftigung zu sichern. Dazu fordern wir auch die Arbeitgeber auf. Die jüngste Äußerung des neugegründeten ominösen Ostarbeitgeberverbandes mit der Forderung, die Mindestlöhne abzuschaffen und ein Vergabegesetz nicht zuzulassen, sollte diesen Unternehmern klar machen, daß mit solch einer Position weitere Wettbewerbsverzerrung und Arbeitslosigkeit geschaffen wird“, so der Geschäftsführer abschließend zur nnz.
Autor: nnz

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