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nnz-doku: Ohne Kommentar

Mittwoch, 11. Juli 2007, 19:42 Uhr
Nordhausen (nnz). Zur Entwicklung bei der Nordhäuser Bike Systems GmbH gibt es jetzt eine erste Stellungnahme der Unternehmensleitung. Die nnz veröffentlicht sie innerhalb der doku-Reihe. Eine Kommentierung erübrigt sich.


Aktuelle Entwicklung
Der Gesellschafter der Bike Systems GmbH, ein Unternehmen der Lone Star Funds, sah keine andere Möglichkeit als die Stillegung der Gesellschaft zu beschließen. Die Geschäftsführung wurde mit der Umsetzung des Beschlusses unter Wahrung der gesetzlichen Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats beauftragt. Am 9. Juli 2007 wurde ein erstes Gespräch mit dem Betriebsrat geführt, um sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Arbeitnehmer zu finden. Bedauerlicherweise war unmittelbar im Anschluss an dieses erste Gespräch die Situation eskaliert und es kam zu einer sogenannten Betriebsbesetzung. Die Gesellschaft hält diese Aktion für rechtswidrig und unverhältnismäßig.

Hintergründe:
Ein Unternehmen der Lone Star Funds erwarb im vergangenen Jahr die beiden Fahrradwerke der Biria-Gruppe in Neukirch und Nordhausen mit dem Ziel. die stark defizitären Unternehmen zu sanieren. Als Sanierungsmaßnahmen wurden neben einer Kapitalzufuhr ein Managementwechsel und zahlreiche operative Maßnahmen unter Mitarbeit eines internationalen Beratungsunternehmens umgesetzt. Die Bike Systems GmbH in Nordhausen alleine wurde mit etwa vier Millionen Euro unterstützt und war in das Sanierungskonzept voll eingebunden.

Die Konzeption sah zu Beginn weder personelle Maßnahmen - Sozialplan o.a. - oder gar Schließungen eines oder beider Werke vor. Sowohl der schwache Fahrradmarkt insgesamt als auch Umsetzungsprobleme der Restrukturierung, führten zu Beginn des Jahres 2007 dazu, dass die ursprüngliche Konzeption nicht weiterverfolgt werden konnte. Es wurden alle Optionen auf die Fortführung des Unternehmens ohne Partner ausgeschöpft. Allerdings zeigte sich deutlich, dass, ohne weitere externe Mittelzuflüsse die Geschäftstätigkeit nicht aufrecht zu erhalten sei. Eine weitere Verlustfinanzierung auf erheblichem Niveau und absehbare zeitliche Begrenzung konnte der Gesellschafter wirtschaftlich nicht weiter vertreten.

In der Folge konnte die Mifa AG überzeugt werden, mit dem Erwerb von Vorräten und Aufträgen Teile des Geschäfts zu übernehmen. Die Bike Systems GmbH in Nordhausen konnte sich hierbei zunächst als Lohnfertiger für Mifa positionieren, bedauerlicherweise wurde der Lohnfertigungsvertrag, trotz der Bemühungen der Geschäftsführung, nicht über den Juni 2007 hinaus verlängert, Anschlußaufträge konnten nicht gefunden werden.

Nach dem Kenntnisstand der Gesellschaft hatte Mifa allerdings Interesse, einen großen Teil der Arbeitnehmer der Bike Systems GmbH zu vergleichbaren Konditionen in ihre eigene Fertigung in Sangerhausen zu übernehmen, aus nicht bekannten oder erkennbaren Gründen wurden Angebote in dieser Richtung aber von den Arbeitnehmern nicht angenommen.

Die Ressourcen des Gesellschafters wurden gezielt eingesetzt, die Unternehmen zu restrukturieren und Arbeitsplätze zu sichern bzw. zu schaffen.

Der Gesellschafter zu aktuellen Vorgängen im Werk in Nordhausen:
Die derzeitige Aktion des Betriebsrats und der Belegschaft ist nicht sinnvoll, da sie von falschen Voraussetzungen ausgeht und bezüglich einer Sicherung der sozialen Belange der Arbeitnehmer nicht hilft. Die Geschäftsführung hält an ihrem Angebot zu einer Fortführung der Gespräche mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und Sozialplan, auch unter Einbindung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft zum Wohle der Arbeitnehmer, fest. Die Bike Systems verfügt trotz ihrer oben beschriebenen Situation derzeit noch über Geldmittel, die in Abstimmung mit dem Gesellschafter zu einem ganz überwiegenden Teil für die Gestaltung einer sozialverträglichen Lösung eingesetzt werden sollen. Eine Verweigerungshaltung zu vernünftigen Verhandlungen gefährdet letztlich den Bestand der Gesellschaft und damit auch eine solche Lösung.

Die Rechtsordnung erlaubt es nach Einschätzung der Gesellschaft nicht, Aktionen ähnlich einer Betriebsbesetzung reaktionslos hinzunehmen. Die Gesellschaft wird daher alle rechtlichen Mittel prüfen, ohne dabei den allen kommunizierten Willen zu einer konstruktiven Fortsetzung der betriebsverfassungsrechtlich vorgesehenen Verhandlungen aufzugeben.
Frederik P. Müller, Geschäftsführer
Autor: nnz

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