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Auf der Seite der Belegschaft

Mittwoch, 11. Juli 2007, 18:41 Uhr
Nordhausen (nnz). Mit großer Bestürzung nahmen Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) und Landrat Joachim Claus (CDU) die Vorgänge um die Bike System GmbH zur Kenntnis. Die beiden zogen Parallelen...


Sofort sahen beide Politiker wieder die Vorgänge um die damaligen Firmen „Reemtsma“ und „WiCo“ vor sich. Heute allerdings mussten sie zur Kenntnis nehmen, dass die Betriebsschließung eines renommierten Nordhäuser Unternehmens, in einer Art und Weise vollzogen wird, die seines Gleichen sucht. Während Rinke und Claus den Geschäftsführern z. B. von Reemtsma noch in die Augen sehen konnten, stehen diesmal alle Beteiligten, von der Belegschaft bis zu den kommunalen Vertretern vor einem Unternehmensgeflecht, das seine Fäden weltweit gesponnen verbreitet und den zentralen Sitz in einem Bürohochhaus in Dallas (Texas) hat.

Lone Star heißt die Investmentgesellschaft die über viele Verzweigungen nunmehr in Nordhausen für Unbehagen unter vielen Menschen sorgt. Über die fragwürdig anmutenden Geschäftsgebaren dieses Unternehmens kann man sich im Internet ein eigenes Bild machen.

Die existenzbedrohende Situation in Nordhausen war am Nachmittag Anlass für die beiden Kommunalpolitiker, gemeinsam mit der IG Metall Nordhausen, dem Betriebsrat von Bike Systems und der Arbeitsagentur die aktuelle Lage zu erörtern und nach Möglichkeiten für eine Entkrampfung der Situation zu suchen.
Zwischenzeitlich sind durch Landrat Claus Wirtschaftsminister Reinholz und Sozialminister Zeh über die aktuelle Situation unterrichtet.

Beide Minister hatten eine Delegation der Fahrradwerker im Thüringer Landtag in Erfurt empfangen. Darüber hinaus konnten aus dieser Gesprächsrunde heraus die versammlungs- und ordnungsrechtlichen Sachverhalte für die laufenden Aktionen der Belegschaft mit der zuständigen Ordnungsbehörde des Landratsamtes geklärt und sanktioniert werden.

Zusätzlich wird die Geschäftsleitung der Bike Systems GmbH in aller Kürze zu einem Gesprächstermin mit OB Rinke und Landrat Claus einbestellt werden. Beide Kommunalpolitiker, die sich heute spontan auf die Seite der Fahrradwerker stellten, wollen von der Unternehmensführung von Angesicht zu Angesicht Klarheit über die Vorgänge im Nordhäuser Fahrradwerk haben.
Autor: nnz

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