nnz-Rückspiegel: 16. Februar 2001
Samstag, 16. Februar 2002, 10:23 Uhr
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden. Heute:
A 38 bei Sollstedt, Schweinemastskandal und Deusa
Sollstedt beharrt auf Autobahn-Beschluß von 1994
Es war im Jahr 1992, die ersten Kilometer der A 38 waren im Landkreis Nordhausen nur auf Karten und Unterlagen der DEGES zu sehen, da positionierte sich die Gemeinde Sollstedt für eine Tunnelvariante durch die Bleicheröder Berge. Zwei Jahre später, als diese Variante seitens der Planer als unrealistisch dargestellt wurde, beschloß der Gemeinderat zähneknirschend, sich für eine andere Variante zu entscheiden. Jetzt sollte die Autobahn südlich an den Bleicheröder Bergen vorbei führen. Mindestens einen Abstand von 400 Meter zur Wohnbebauung sicherte die DEGES zu. Von zusätzlichen, mehr als gesetzlich vorgeschriebenen, Lärmschutzmaßnahmen war da die Rede. Über sechs Jahre sind seitdem vergangen, die ersten Kilometer Betonband schlängeln sich durch den Landkreis und werden vielleicht in einigen Jahren Wipperdorf erreichen. Von den einstigen Zusagen der DEGES ist für die Sollstedter nicht viel übrig geblieben. Statt 400 Meter weit weg, wird jetzt die sogenannte Friedhofsvariante favorisiert. Unmittelbar am Ort soll die Trasse entlang gehen... ausführlich im nnz-Archiv
Der schleichende Tod der Bleicheröder Region
Es gab noch vor wenigen Wochen mehrere Interessenten für das Bleicheröder Unternehmen. Als jedoch Insolvenzverwalter Angebote einforderte, zogen sich bis auf das Possehl-Erzkontor in Lübeck alle anderen zurück. Ob es an der Höhe des Lübecker Angebotes gelegen hat, weiß auch Carsten Bloss gegenüber nnz nicht zu sagen. Fakt ist jedoch, dieses Angebot war der Hauptgläubigerin, der Deutschen Verkehrsbank AG (DVB) in Frankfurt am Main zu gering. Das Unternehmen sei in seinem jetzigen Bestand deutlich mehr wert, so die Einschätzung der Bank. Das Geldinstitut ließ sich auch durch die Wirtschaftsministerien in Erfurt und Bonn, selbst durch das Bundeskanzleramt nicht von seiner Entscheidung abbringen. Am Main wird nach trockenen Zahlen entschiedenen, da hat selbst die Zukunft der 106 Beschäftigten keinen Einfluß. Die Zukunft der 106 Deusa-Mitarbeiter scheint damit besiegelt. Selbst eine angekündigte Auffanggesellschaft kann damit zu den Akten gelegt werden. Was bleibt, das ist der Gang zum Arbeitsamt. Insolvenzverwalter Bloss wartet zwar noch heute auf eine Zurücknahme der Entscheidung der Bankenbosse, doch groß ist die Hoffnung selbst in der Erfurter Anwaltskanzlei nicht mehr. Die Frankfurter Bank müßte kurzfristig die sofortige Verlustübernahme bis Ende April erklären. Die zu erwartenden Verluste würden sich nach nnz-Informationen auf rund 1,5 Millionen Mark anhäufen... ausführlich im nnz-Archiv
Zahl und Schwere der Umweltdelikte nimmt ständig zu
Unbekannte hatten auf einem Feldweg in der Nähe der Bahnunterführung zwischen Werther und Wolkramshausen zwei Fässer Altöl mit je 200 Liter Fassungsvermögen illegal entsorgt. Durch das Nordhäuser Landrats wurden sofort Bergungsmaßnahmen eingeleitet, um die Fässer ordnungsgemäß zu entsorgen. Inzwischen hat auch die Nordhäuser Kripo ihre Ermittlungen aufgenommen. Das jedoch ist kein Einzelfall. So mußten allein im vergangenen Jahr 133 Fälle einer illegalen Ablagerung von Autos bearbeitet werden. 85 Verfahren konnten zwischenzeitlich abgeschlossen werden. Durch all diese Straftaten kommen auf die Kreisverwaltung nicht nur ein zusätzlich hoher Verwaltungsaufwand, sondern auch steigende Kosten zu. Bedingt durch die schwierige Haushaltssituation steht dem Umweltamt der Kreisverwaltung weniger Geld für die Beseitigung illegaler Ablagerungen zur Verfügung. Angesichts größerer Maßnahmen, wie zum Beispiel die Beräumung des Steinbruchs Krimderode, sei dies kaum ausreichend, so Torsten Kaun vom Landratsamt gegenüber nnz... ausführlich im nnz-Archiv
Verstoß gegen Arzneimittelgesetz festgestellt
In einer Schweinemastanlage mit mehr als 1.000 Tieren im Landkreis Nordhausen ist der Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz festgestellt worden. Insgesamt sind drei Fälle im Landkreis Greiz und im Landkreis Nordhausen erkannt worden, erfuhr nnz aus dem Thüringer Gesundheitsministerium. Die kontrollierten Betriebe seien wirtschaftlich miteinander verbunden gewesen. Allerdings handele es sich bei der Größe der sichergestellten Medikamente lediglich um Marginalien. Es seien nicht wie in Bayern große Mengen von Arzneimitteln und Hormonen gefunden worden. Es könne jedoch keine Entwarnung gegeben werden. Die Untersuchungsämter würden ihre Kontrollen erneut durchführen. Bei den Ermittlungsverfahren steht ein Verbund von großen Schweinemastanlagen im Mittelpunkt. Er hatte durch eigene und vertraglich gebundene Tierärzte die Medikamentenversorgung der landwirtschaftlichen Unternehmen übernommen. Die Ermittler überprüfen den Verdacht, ob die Tierärzte aus Thüringen die Medikamente ohne konkrete Untersuchungen und Diagnosen abgegeben hätten. Auch in Sachsen-Anhalt und Hessen wurden Ermittlungsverfahren gegen Thüringer Tierärzte eingeleitet.
Autor: nnzA 38 bei Sollstedt, Schweinemastskandal und Deusa
Sollstedt beharrt auf Autobahn-Beschluß von 1994
Es war im Jahr 1992, die ersten Kilometer der A 38 waren im Landkreis Nordhausen nur auf Karten und Unterlagen der DEGES zu sehen, da positionierte sich die Gemeinde Sollstedt für eine Tunnelvariante durch die Bleicheröder Berge. Zwei Jahre später, als diese Variante seitens der Planer als unrealistisch dargestellt wurde, beschloß der Gemeinderat zähneknirschend, sich für eine andere Variante zu entscheiden. Jetzt sollte die Autobahn südlich an den Bleicheröder Bergen vorbei führen. Mindestens einen Abstand von 400 Meter zur Wohnbebauung sicherte die DEGES zu. Von zusätzlichen, mehr als gesetzlich vorgeschriebenen, Lärmschutzmaßnahmen war da die Rede. Über sechs Jahre sind seitdem vergangen, die ersten Kilometer Betonband schlängeln sich durch den Landkreis und werden vielleicht in einigen Jahren Wipperdorf erreichen. Von den einstigen Zusagen der DEGES ist für die Sollstedter nicht viel übrig geblieben. Statt 400 Meter weit weg, wird jetzt die sogenannte Friedhofsvariante favorisiert. Unmittelbar am Ort soll die Trasse entlang gehen... ausführlich im nnz-Archiv
Der schleichende Tod der Bleicheröder Region
Es gab noch vor wenigen Wochen mehrere Interessenten für das Bleicheröder Unternehmen. Als jedoch Insolvenzverwalter Angebote einforderte, zogen sich bis auf das Possehl-Erzkontor in Lübeck alle anderen zurück. Ob es an der Höhe des Lübecker Angebotes gelegen hat, weiß auch Carsten Bloss gegenüber nnz nicht zu sagen. Fakt ist jedoch, dieses Angebot war der Hauptgläubigerin, der Deutschen Verkehrsbank AG (DVB) in Frankfurt am Main zu gering. Das Unternehmen sei in seinem jetzigen Bestand deutlich mehr wert, so die Einschätzung der Bank. Das Geldinstitut ließ sich auch durch die Wirtschaftsministerien in Erfurt und Bonn, selbst durch das Bundeskanzleramt nicht von seiner Entscheidung abbringen. Am Main wird nach trockenen Zahlen entschiedenen, da hat selbst die Zukunft der 106 Beschäftigten keinen Einfluß. Die Zukunft der 106 Deusa-Mitarbeiter scheint damit besiegelt. Selbst eine angekündigte Auffanggesellschaft kann damit zu den Akten gelegt werden. Was bleibt, das ist der Gang zum Arbeitsamt. Insolvenzverwalter Bloss wartet zwar noch heute auf eine Zurücknahme der Entscheidung der Bankenbosse, doch groß ist die Hoffnung selbst in der Erfurter Anwaltskanzlei nicht mehr. Die Frankfurter Bank müßte kurzfristig die sofortige Verlustübernahme bis Ende April erklären. Die zu erwartenden Verluste würden sich nach nnz-Informationen auf rund 1,5 Millionen Mark anhäufen... ausführlich im nnz-Archiv
Zahl und Schwere der Umweltdelikte nimmt ständig zu
Unbekannte hatten auf einem Feldweg in der Nähe der Bahnunterführung zwischen Werther und Wolkramshausen zwei Fässer Altöl mit je 200 Liter Fassungsvermögen illegal entsorgt. Durch das Nordhäuser Landrats wurden sofort Bergungsmaßnahmen eingeleitet, um die Fässer ordnungsgemäß zu entsorgen. Inzwischen hat auch die Nordhäuser Kripo ihre Ermittlungen aufgenommen. Das jedoch ist kein Einzelfall. So mußten allein im vergangenen Jahr 133 Fälle einer illegalen Ablagerung von Autos bearbeitet werden. 85 Verfahren konnten zwischenzeitlich abgeschlossen werden. Durch all diese Straftaten kommen auf die Kreisverwaltung nicht nur ein zusätzlich hoher Verwaltungsaufwand, sondern auch steigende Kosten zu. Bedingt durch die schwierige Haushaltssituation steht dem Umweltamt der Kreisverwaltung weniger Geld für die Beseitigung illegaler Ablagerungen zur Verfügung. Angesichts größerer Maßnahmen, wie zum Beispiel die Beräumung des Steinbruchs Krimderode, sei dies kaum ausreichend, so Torsten Kaun vom Landratsamt gegenüber nnz... ausführlich im nnz-Archiv
Verstoß gegen Arzneimittelgesetz festgestellt
In einer Schweinemastanlage mit mehr als 1.000 Tieren im Landkreis Nordhausen ist der Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz festgestellt worden. Insgesamt sind drei Fälle im Landkreis Greiz und im Landkreis Nordhausen erkannt worden, erfuhr nnz aus dem Thüringer Gesundheitsministerium. Die kontrollierten Betriebe seien wirtschaftlich miteinander verbunden gewesen. Allerdings handele es sich bei der Größe der sichergestellten Medikamente lediglich um Marginalien. Es seien nicht wie in Bayern große Mengen von Arzneimitteln und Hormonen gefunden worden. Es könne jedoch keine Entwarnung gegeben werden. Die Untersuchungsämter würden ihre Kontrollen erneut durchführen. Bei den Ermittlungsverfahren steht ein Verbund von großen Schweinemastanlagen im Mittelpunkt. Er hatte durch eigene und vertraglich gebundene Tierärzte die Medikamentenversorgung der landwirtschaftlichen Unternehmen übernommen. Die Ermittler überprüfen den Verdacht, ob die Tierärzte aus Thüringen die Medikamente ohne konkrete Untersuchungen und Diagnosen abgegeben hätten. Auch in Sachsen-Anhalt und Hessen wurden Ermittlungsverfahren gegen Thüringer Tierärzte eingeleitet.
