Natur zurückbringen
Donnerstag, 28. Juni 2007, 16:47 Uhr
Nordhausen/Sollstedt (nnz). Die nnz hatte vor einiger Zeit über die geplante Renaturierung des ehemaligen Sollstedter Freibades berichtet. Jetzt liegen weitere Einzelheiten vor.
Die letzte Badesaison liegt nunmehr schon 13 Jahre zurück. 1994 tummelten sich letztmalig die Sollstedter in einem bis dahin gut besuchten, aber zunehmend sanierungsbedürftigen Freibad. Nach der Wende galten wesentlich schärfere Umwelt- und Hygienebestimmungen und so konnte der Badebetrieb Jahr für Jahr nur durch befristete Ausnahmegenehmigungen aufrechterhalten werden.
Die Sanierung des Beckens, das Anlegen einer Überlaufrinne, umweltgerechte Regelung zur Beseitigung des Abwassers aus dem Badebecken und der Toilettenanlage waren nur einige der Auflagen, die Investitionen in Millionenhöhe erfordert hätten, um die Schließung des Freibades noch aufzuhalten. Dabei sind die notwendigen Aufwendungen hinsichtlich Personal- und Sachkosten für die Betreibung noch vernachlässigt. Hinzu kam, dass in unmittelbarer Nähe, nämlich in Bleicherode, in ein beheizbares Freibad investiert worden war, was nicht dazu führte, dass bei der damals notwendigen Umsetzung der Auflagen für das Betreiben des Freibades in Sollstedt seitens der zuständigen Behörden ein Auge zugedrückt worden wäre.
Der Gemeinderat Sollstedt beschloss also 1995, die überschlägig ermittelten Kosten von ca. 1 bis 1,5 Million DM nicht in eine Grundsanierung zu stecken. Die bei einer Weiterführung des Freibadbetriebes erforderlichen Personal- und Sachkosten wurden seitdem Jahr für Jahr zielgerichtet in den Zuschuss für unsere Schwimmhalle eingestellt.
Seit 1995 ist das Freibad also schon Geschichte, doch noch immer zeugen das marode Becken sowie die verfallenen Gebäude vom einstigen Freibadvergnügen der Sollstedter. Warum aber soll das gesamte Gelände weiterhin so brachliegen und mehr und mehr zu einem Schandfleck werden? Es sollte nunmehr renaturiert werden, dachte unsere Verwaltung. Dies ist jedoch nicht mit einer Revitalisierung zu verwechseln.
Hierzu haben nun die vier Fraktionen des Gemeinderates Vorschläge erarbeitet, um mögliche Investoren im Gemeindegebiet in die Pflicht zu nehmen und an der Renaturierung der Fläche zu beteiligen. So könnten z. B. nur allgemeine Ersatzpflanzungen als gesetzlich vorgeschriebene Ausgleichsmaßnahmen nicht irgendwo, sondern genau auf dem Freibadgelände realisiert werden. Man könnte beispielsweise das Becken zuschütten und begrünen, vielleicht aber auch einen Naturteich anlegen. Alle Möglichkeiten werden zur Zeit von der Gemeindeverwaltung gemeinsam mit dem Bauausschuss und den zuständigen Behörden geprüft.
Mit dem staatlichen Umweltamt und der Unteren Naturschutzbehörde gab es erste Gespräche, also erste Schritte, um mögliche Varianten zu sichten. Fest steht jedoch auch in Sollstedt: Panta Rhei - alles fließt. Am 4. Juli werden im Bauausschuss die bisher vorliegenden Vorschläge beraten.Eine Woche später soll es mit den zuständigen Behörden und dem Bauausschuss einen Vororttermin geben, um die weiteren Schritte festzulegen
Autor: nnzDie letzte Badesaison liegt nunmehr schon 13 Jahre zurück. 1994 tummelten sich letztmalig die Sollstedter in einem bis dahin gut besuchten, aber zunehmend sanierungsbedürftigen Freibad. Nach der Wende galten wesentlich schärfere Umwelt- und Hygienebestimmungen und so konnte der Badebetrieb Jahr für Jahr nur durch befristete Ausnahmegenehmigungen aufrechterhalten werden.
Die Sanierung des Beckens, das Anlegen einer Überlaufrinne, umweltgerechte Regelung zur Beseitigung des Abwassers aus dem Badebecken und der Toilettenanlage waren nur einige der Auflagen, die Investitionen in Millionenhöhe erfordert hätten, um die Schließung des Freibades noch aufzuhalten. Dabei sind die notwendigen Aufwendungen hinsichtlich Personal- und Sachkosten für die Betreibung noch vernachlässigt. Hinzu kam, dass in unmittelbarer Nähe, nämlich in Bleicherode, in ein beheizbares Freibad investiert worden war, was nicht dazu führte, dass bei der damals notwendigen Umsetzung der Auflagen für das Betreiben des Freibades in Sollstedt seitens der zuständigen Behörden ein Auge zugedrückt worden wäre.
Der Gemeinderat Sollstedt beschloss also 1995, die überschlägig ermittelten Kosten von ca. 1 bis 1,5 Million DM nicht in eine Grundsanierung zu stecken. Die bei einer Weiterführung des Freibadbetriebes erforderlichen Personal- und Sachkosten wurden seitdem Jahr für Jahr zielgerichtet in den Zuschuss für unsere Schwimmhalle eingestellt.
Seit 1995 ist das Freibad also schon Geschichte, doch noch immer zeugen das marode Becken sowie die verfallenen Gebäude vom einstigen Freibadvergnügen der Sollstedter. Warum aber soll das gesamte Gelände weiterhin so brachliegen und mehr und mehr zu einem Schandfleck werden? Es sollte nunmehr renaturiert werden, dachte unsere Verwaltung. Dies ist jedoch nicht mit einer Revitalisierung zu verwechseln.
Hierzu haben nun die vier Fraktionen des Gemeinderates Vorschläge erarbeitet, um mögliche Investoren im Gemeindegebiet in die Pflicht zu nehmen und an der Renaturierung der Fläche zu beteiligen. So könnten z. B. nur allgemeine Ersatzpflanzungen als gesetzlich vorgeschriebene Ausgleichsmaßnahmen nicht irgendwo, sondern genau auf dem Freibadgelände realisiert werden. Man könnte beispielsweise das Becken zuschütten und begrünen, vielleicht aber auch einen Naturteich anlegen. Alle Möglichkeiten werden zur Zeit von der Gemeindeverwaltung gemeinsam mit dem Bauausschuss und den zuständigen Behörden geprüft.
Mit dem staatlichen Umweltamt und der Unteren Naturschutzbehörde gab es erste Gespräche, also erste Schritte, um mögliche Varianten zu sichten. Fest steht jedoch auch in Sollstedt: Panta Rhei - alles fließt. Am 4. Juli werden im Bauausschuss die bisher vorliegenden Vorschläge beraten.Eine Woche später soll es mit den zuständigen Behörden und dem Bauausschuss einen Vororttermin geben, um die weiteren Schritte festzulegen
