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Beschreiben, ohne zu dozieren

Dienstag, 26. Juni 2007, 08:51 Uhr
Nordhausen/Limlingerode (nnz). Der kleine Ort Limlingerode, eingebettet in die Hügellandschaft des Südharzvorlandes Thüringens, lag immer an einer Grenze, so auch zu DDR-Zeiten. Er war Jahrzehnte ein Passierscheindorf. Der langsam zuwachsende Kolonnenweg zeigt noch den Grenzverlauf. Das alles wird jetzt in einem neuen Buch beschrieben.


Angelegt ist der Band als Wander- und Radführer, Spaziergänge, Wanderungen und Radtouren werden vorgestellt, beigefügt ist ein abwechslungsreiches Würfelspiel. Neben dem Text stammen auch die Karten von Reiner Cornelius. Zahlreiche ausdrucksstarke Fotografien zeigen, was unverwechselbar ist an den Harzregionen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Als Herausgeber zeichnet der Bund für Umwelt und Naturschutz Niedersachsen.

Im wahrsten Sinne des Titels werden Lebenslinien sichtbar. Das geschieht insbesondere auch durch die Sprache, die sich in ihrer Lebendigkeit und ihrem immer ganz Nahesein an den Menschen, den Landschaften, der Natur, der Kultur wohltuend abhebt von vielen im typischen Wanderbuchstil geschriebenen Publikationen. Man liest, vergisst die Zeit und ist am Ende sehr neugierig auf die tatsächliche Harzwelt.

Die großen Kapiteleinteilungen lauten: Der Gipskarst – Einstimmung auf den Harz – Aufstieg in den Harz – Durch die Bergwildnis des Nationalparks – Vom Nordrand des Gebirges bis zur Grenze des alten Harzgaus. Das Ganze ist in 24 Rundwanderungen, in 9 Radrunden und 4 Stadterkundungen spannend verpackt.

Cornelius schreibt kenntnisreich ohne zu dozieren, er kennt sich aus in der Flora, Fauna, Geologie, der Kultur, er sucht und findet bemerkenswerte Menschen auf seinen Wegen.
Die „Dichterstätte Sarah Kirsch“ in Limlingerode scheint den Mitgliedern des gleichnamigen Fördervereins ein sinnvoller Ort zur Vorstellung des Buches vor den Medien. Wir freuen uns, dass auch diesem Musen-Ort ein Kapitel gewidmet ist: „Sarah Kirsch, der Grüne Junipfad und der Mackenroder Grenzwald“.

Als Sarah Kirsch 1997 erstmals wieder in ihrem Geburtsort weilte – „Die rote Erde, die ich vergessen hatte“ – sah sie ihr Geburtshaus als „Schutthaufen“. Die „Auferstehung“ dieses Hauses zur Kulturstätte ist gleichnisartig zur „Auferstehung“ des Grünen Bandes, einer Lebenslinie, rechts und links am ehemaligen Todesstreifen.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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