nnz-doku: Der Vierte
Montag, 25. Juni 2007, 07:31 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Arbeitskreis Gipskarst Südharz hat nun schon drei offene Briefe an Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) geschrieben. Jetzt folgte ein vierter Brief, den die nnz wiederum innerhalb ihrer doku-Reihe veröffentlicht.
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
seit dem 27. März 2007 hat sich der Arbeitskreis Gipskarst in drei offenen Briefen zur Situation im Südharzer Gipskarst an Sie gewandt. Dabei wurde dreimal die gleiche Frage an Sie gerichtet: Gilt das Wort des Ministerpräsidenten, keine weiteren Verritzungen im Südharzer Gipskarst zuzulassen?
Eine Antwort auf diese Frage hat der Arbeitskreis bis heute nicht erhalten. Dafür aber ein Schreiben des Ministeriums für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt zu Fragen des Gipsabbaus am Himmelsberg bei Woffleben. Darin bemüht man sich zu begründen, dass es sich am Himmelsberg um keine Neuverritzung, sondern um die Weiterführung des bestehenden Gipssteinbruches Rüsselsee handelt.
Eine Behauptung wider besseren Wissens, denn dieses Abbaufeld hat durch das Pilotprojekt Rüsselsee eine räumliche Begrenzung erfahren, die jetzt hinwegdiskutiert und ignoriert wird. Auch der Staatssekretär Dr. Juckenack stellte solche Behauptungen entgegen der bestehenden Tatsachen im Mai dieses Jahres vor laufenden Kameras auf.
In dem uns bekannten genehmigten Betriebsplan Rüsselsee ist eine Abfahrt von Gipsgestein eines anderen Unternehmens nicht vorgesehen und somit auch nicht genehmigt. Das TMLNU und das Landesbergamt ignorieren das gemeinsam mit der Südharzer Gipswerk GmbH und der Region erarbeitete Pilotprojekt. In diesem Zusammenhang sei auch darauf verwiesen, dass dieses Pilotprojekt mit Mitteln des Unternehmens und mit öffentlichen Mitteln finanziert wurde. Beide Behörden tragen nunmehr die Verantwortung dafür, dass dieses Geld in den Sand bzw. Gips gesetzt wurde. Diese Verfahrensweise des TMLNU, des Oberbergamtes und der Gipsindustrie führt dazu, dass es nicht immer leicht fällt, Sachlichkeit zu bewahren.
Mit neuen Gipsbrüchen werden keine neuen Arbeitsplätze geschaffen. Mit neuen Gipsbrüchen werden aber Arbeitsplätze im Tourismus gefährdet und vernichtet.
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, greifen Sie endlich persönlich ein und delegieren Sie die Beantwortung unserer Fragen nicht auf diejenigen, die nicht bereit sind eine Entscheidung für den Landschaftserhalt des Naturraumes am Himmelsberg zu treffen. Setzen Sie sich persönlich für eine Ressourcen schonende und nachhaltige Entwicklung unserer Region, wie sie seit Jahren von der Landesregierung eingefordert wird, ein.
Sprechen Sie endlich ein Machtwort!
Wir erwarten Ihre persönliche Antwort.
Freundliche Grüße
Gabriela Sennecke, Dieter Bökert
Autor: nnzSehr geehrter Herr Ministerpräsident,
seit dem 27. März 2007 hat sich der Arbeitskreis Gipskarst in drei offenen Briefen zur Situation im Südharzer Gipskarst an Sie gewandt. Dabei wurde dreimal die gleiche Frage an Sie gerichtet: Gilt das Wort des Ministerpräsidenten, keine weiteren Verritzungen im Südharzer Gipskarst zuzulassen?
Eine Antwort auf diese Frage hat der Arbeitskreis bis heute nicht erhalten. Dafür aber ein Schreiben des Ministeriums für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt zu Fragen des Gipsabbaus am Himmelsberg bei Woffleben. Darin bemüht man sich zu begründen, dass es sich am Himmelsberg um keine Neuverritzung, sondern um die Weiterführung des bestehenden Gipssteinbruches Rüsselsee handelt.
Eine Behauptung wider besseren Wissens, denn dieses Abbaufeld hat durch das Pilotprojekt Rüsselsee eine räumliche Begrenzung erfahren, die jetzt hinwegdiskutiert und ignoriert wird. Auch der Staatssekretär Dr. Juckenack stellte solche Behauptungen entgegen der bestehenden Tatsachen im Mai dieses Jahres vor laufenden Kameras auf.
In dem uns bekannten genehmigten Betriebsplan Rüsselsee ist eine Abfahrt von Gipsgestein eines anderen Unternehmens nicht vorgesehen und somit auch nicht genehmigt. Das TMLNU und das Landesbergamt ignorieren das gemeinsam mit der Südharzer Gipswerk GmbH und der Region erarbeitete Pilotprojekt. In diesem Zusammenhang sei auch darauf verwiesen, dass dieses Pilotprojekt mit Mitteln des Unternehmens und mit öffentlichen Mitteln finanziert wurde. Beide Behörden tragen nunmehr die Verantwortung dafür, dass dieses Geld in den Sand bzw. Gips gesetzt wurde. Diese Verfahrensweise des TMLNU, des Oberbergamtes und der Gipsindustrie führt dazu, dass es nicht immer leicht fällt, Sachlichkeit zu bewahren.
Mit neuen Gipsbrüchen werden keine neuen Arbeitsplätze geschaffen. Mit neuen Gipsbrüchen werden aber Arbeitsplätze im Tourismus gefährdet und vernichtet.
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, greifen Sie endlich persönlich ein und delegieren Sie die Beantwortung unserer Fragen nicht auf diejenigen, die nicht bereit sind eine Entscheidung für den Landschaftserhalt des Naturraumes am Himmelsberg zu treffen. Setzen Sie sich persönlich für eine Ressourcen schonende und nachhaltige Entwicklung unserer Region, wie sie seit Jahren von der Landesregierung eingefordert wird, ein.
Sprechen Sie endlich ein Machtwort!
Wir erwarten Ihre persönliche Antwort.
Freundliche Grüße
Gabriela Sennecke, Dieter Bökert
