nnz-Forum: Sozialismus und Freiheit
Dienstag, 19. Juni 2007, 07:45 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Linke ist gegründet. In Berlin war ein nnz-Leser mit dabei und schreibt im Forum der nnz seine Eindrücke nieder.
Nicht Freiheit statt Sozialismus, nein, Freiheit und Sozialismus war die Antwort des Gründungsparteitages der am vergangenen Wochenende gegründeten Partei, DIE LINKE., in Richtung Stuttgart. Dort wo zeitgleich die FDP auf ihrem Parteitag fast ängstlich die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands vor einem Linksrutsch warnte. Es gäbe nur Freiheit oder Sozialismus, so in etwa die tosenden Worte von Guido Westerwelle. Die Genossinnen und Genossen der Partei, DIE LINKE., sehen das ganz anders. Nicht nach dem Motto Der Regen von gestern macht mich nicht nass, sondern eine differenzierte und intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR und dem scharfen Blick auf die Probleme in der heutigen Gesellschaft sollen das Handeln der Partei prägen, die sich weiterhin konsequent gegen Kriegseinsätze der Bundeswehr, die Hartz-Gesetze und für einen demokratischen Sozialismus, Freiheit, Menschenrechte und Chancengleichheit einsetzen wird.
Auch Delegierte des Nordhäuser Kreisverbandes der Linkspartei.PDS waren entsandt, um an diesem historischen Ereignis ihre Stimme abzugeben. Vorhergehend fanden am 15.06. die letzten Parteitage der Linkspartei.PDS und der WASG statt. Ein wenig melankolisch war es schon, als schließlich das Schlusswort von Gregor Gysi auf dem letzten Linkspartei.PDS-Parteitag durch den Saal hallte, bei denen nicht wenige Genossinnen und Genossen einige Tränen vergossen. Dabei warf Gysi einen Blick in die Vergangenheit und vor allem in die Zukunft. Meiner Meinung nach haben wir nun die Chance dauerhaft drittstärkste politische Kraft in Deutschland zu werden und weiterhin unsere Ansprüche an Demokratie und soziale Sicherung geltend zu machen.
Wir haben eine Partei gegründet, die sich weit von den anderen im Bundestag vertretenen Parteien unterscheidet. Konsequente Friedenspolitik, Politik gegen Sozialabbau, die Schärfung unseres ökologischen Profils sowie die politische Unterstützung der klein- und mittelständischen Unternehmen ist der breite Konsens der rund 800 Delegierten. Mit diesem Parteitag haben wir etwas geschaffen, dass bisher noch keiner Partei so gelungen ist, wir haben uns vereinigt. Für die Parteienlandschaft und die politische Linke war der 16.06.2007 ein historischer Tag.
Die Worte Guido Westerwelle´s interessierten mich bis auf eine Ausnahme relativ wenig, denn weit über 300 Neueintritte binnen weniger Stunden nach Gründung der Partei, darunter viele ehemalige SPD- aber auch Mitglieder von Bündnis90/Die Grünen sprechen für sich. Nur eines stört mich. Wieder wurde durch Herrn Westerwelle mit den Worten ‚Ob Links- oder Rechtsaußen, beides ist schlecht für unser Land’ lauthals die Linkspartei mit rechtsextremen Parteien auf eine Stufe gestellt.
Ich kann ja seine Angst, dass DIE LINKE der FDP den Rang der drittstärksten im Bundestag vertretenden Partei abläuft, verstehen. Aber meiner Meinung ist auch nur der geringste Vergleich mit rechtsextremen Organisationen respektlos und unverschämt. Allein wenn man betrachtet, wie viele Mitglieder meiner Partei wegen ihrer politischen Einstellung und ihrem Engagement einst in Zwangsarbeits- und Konzentrationslagern der Nazis inhaftiert waren und sehen mussten wie viele ihrer Verwandten und Freunde dort ihr Leben lassen mussten, wird klar wovon ich rede.
Alexander Scharff, Nordhausen
Nicht Freiheit statt Sozialismus, nein, Freiheit und Sozialismus war die Antwort des Gründungsparteitages der am vergangenen Wochenende gegründeten Partei, DIE LINKE., in Richtung Stuttgart. Dort wo zeitgleich die FDP auf ihrem Parteitag fast ängstlich die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands vor einem Linksrutsch warnte. Es gäbe nur Freiheit oder Sozialismus, so in etwa die tosenden Worte von Guido Westerwelle. Die Genossinnen und Genossen der Partei, DIE LINKE., sehen das ganz anders. Nicht nach dem Motto Der Regen von gestern macht mich nicht nass, sondern eine differenzierte und intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR und dem scharfen Blick auf die Probleme in der heutigen Gesellschaft sollen das Handeln der Partei prägen, die sich weiterhin konsequent gegen Kriegseinsätze der Bundeswehr, die Hartz-Gesetze und für einen demokratischen Sozialismus, Freiheit, Menschenrechte und Chancengleichheit einsetzen wird.
Auch Delegierte des Nordhäuser Kreisverbandes der Linkspartei.PDS waren entsandt, um an diesem historischen Ereignis ihre Stimme abzugeben. Vorhergehend fanden am 15.06. die letzten Parteitage der Linkspartei.PDS und der WASG statt. Ein wenig melankolisch war es schon, als schließlich das Schlusswort von Gregor Gysi auf dem letzten Linkspartei.PDS-Parteitag durch den Saal hallte, bei denen nicht wenige Genossinnen und Genossen einige Tränen vergossen. Dabei warf Gysi einen Blick in die Vergangenheit und vor allem in die Zukunft. Meiner Meinung nach haben wir nun die Chance dauerhaft drittstärkste politische Kraft in Deutschland zu werden und weiterhin unsere Ansprüche an Demokratie und soziale Sicherung geltend zu machen.
Wir haben eine Partei gegründet, die sich weit von den anderen im Bundestag vertretenen Parteien unterscheidet. Konsequente Friedenspolitik, Politik gegen Sozialabbau, die Schärfung unseres ökologischen Profils sowie die politische Unterstützung der klein- und mittelständischen Unternehmen ist der breite Konsens der rund 800 Delegierten. Mit diesem Parteitag haben wir etwas geschaffen, dass bisher noch keiner Partei so gelungen ist, wir haben uns vereinigt. Für die Parteienlandschaft und die politische Linke war der 16.06.2007 ein historischer Tag.
Die Worte Guido Westerwelle´s interessierten mich bis auf eine Ausnahme relativ wenig, denn weit über 300 Neueintritte binnen weniger Stunden nach Gründung der Partei, darunter viele ehemalige SPD- aber auch Mitglieder von Bündnis90/Die Grünen sprechen für sich. Nur eines stört mich. Wieder wurde durch Herrn Westerwelle mit den Worten ‚Ob Links- oder Rechtsaußen, beides ist schlecht für unser Land’ lauthals die Linkspartei mit rechtsextremen Parteien auf eine Stufe gestellt.
Ich kann ja seine Angst, dass DIE LINKE der FDP den Rang der drittstärksten im Bundestag vertretenden Partei abläuft, verstehen. Aber meiner Meinung ist auch nur der geringste Vergleich mit rechtsextremen Organisationen respektlos und unverschämt. Allein wenn man betrachtet, wie viele Mitglieder meiner Partei wegen ihrer politischen Einstellung und ihrem Engagement einst in Zwangsarbeits- und Konzentrationslagern der Nazis inhaftiert waren und sehen mussten wie viele ihrer Verwandten und Freunde dort ihr Leben lassen mussten, wird klar wovon ich rede.
Alexander Scharff, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
