nnz-Forum: Machtarroganz
Montag, 11. Juni 2007, 07:57 Uhr
Nordhausen (nnz). Die nnz berichtete am Samstag über das neue Passgesetz. Demnach wird zukünftig auch der Fingerabdruck des Besitzers per Chip im Pass gespeichert. Dazu eine Wortmeldung einse nnz-Lesers mit lokalem Bezug.
Geplatzt sind jedoch die Vorhaben des Bundes- und einiger Länderinnenminister, diese Daten in vernetzten Datenbanken den Polizeibehörden unumschränkt zugänglich zu machen. Gott sei Dank! Wer aber glaubt, damit wäre das Thema vom Tisch, der irrt. Spiegel-online berichtete am Sonntag, dass Innenminister Wolfgang Schäuble die Fingerabdrücke aller Ausländer in Deutschland, die nicht aus der EU oder der Schweiz kommen, erfassen und zentral vernetzt speichern will. Auch aller, die schon seit Jahren in Deutschland leben.
Dies soll angeblich der Terrorbekämpfung und Verbrechensprävention dienen. Es wird mir offen gesagt kotzübel, wenn ich höre, wie der Innenminister mit einer derartigen Arroganz der Macht alle Ausländer pauschal unter Generalverdacht nimmt. Ich befürchte jedoch, dass dies bei der latent ausländerfeindlichen Haltung in weiten Teilen der deutschen Gesellschaft durchaus auf Zustimmung stößt und durch das Gesetzgebungsverfahren kommt. Aber, die Menschenrechte sind nicht teilbar. Wer so etwas gegen Ausländer akzeptiert, wird auch bald selbst in seinen eigenen Bürgerrechten eingeschränkt werden.
Unlängst erzählte mir eine Bekannte, die in einem Nordhäuser Betrieb arbeitet, dass im Büro Ihres Chefs sichtbar für jeden Eintretenden folgender Spruch hängt: Personalführung ist die Kunst, die Mitarbeiter so schnell über den Tisch zu ziehen, dass sie die Reibungshitze als Nestwärme empfinden. Meine Bekannte regte sich fürchterlich bei mir über diesen Satz auf. Was als harmloser Ausspruch daherkommt, schüchterte sie ein und machte ihr Angst. So ist es sicherlich auch vom Boss gedacht.
Die Zeilen haben ihre Wirkung getan. Als ich sie fragte, was sie denn unternommen habe, um ihre Abneigung gegen dieses Personalführungsmotto und die hinter ihm stehende überhebliche Haltung eines "Management by Haumichblau" zu zeigen, winkte sie ab. Das Übliche - die Angst vor Ärger und die Sorge, dann auf die Liste zu kommen und möglicherweise den Arbeitsplatz zu verlieren.
Was haben die beiden Informationen oben miteinander zu tun? Nun, die Würde des Menschen kann im Großen wie im Kleinen sehr schnell durch Manipulation seitens jener, die an selbstbewussten und sich selbst bestimmenden Bürgern kein Interesse haben, in Frage gestellt werden. Ob das nun ein Innenminister auf polizeistaatlichen Abwegen oder ein Firmenchef ist, der nur durch Druck und Angstverbreitung glaubt, seine Autorität zu wahren. Freiheit aber bedeutet, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.
Das umfasst sowohl die Achtung unserer ausländischen Mitbürger als auch die Achtung sich selbst gegenüber, nicht als über den Tisch zu ziehendes Objekt von anderen angesehen zu werden. Da kann man etwas tun - Zivilcourage zeigen zum Beispiel. Und wenn es nur durch das Schreiben eines Beitrags in der nnz ist.
Klaus-Uwe Koch, Nordhausen
Geplatzt sind jedoch die Vorhaben des Bundes- und einiger Länderinnenminister, diese Daten in vernetzten Datenbanken den Polizeibehörden unumschränkt zugänglich zu machen. Gott sei Dank! Wer aber glaubt, damit wäre das Thema vom Tisch, der irrt. Spiegel-online berichtete am Sonntag, dass Innenminister Wolfgang Schäuble die Fingerabdrücke aller Ausländer in Deutschland, die nicht aus der EU oder der Schweiz kommen, erfassen und zentral vernetzt speichern will. Auch aller, die schon seit Jahren in Deutschland leben.
Dies soll angeblich der Terrorbekämpfung und Verbrechensprävention dienen. Es wird mir offen gesagt kotzübel, wenn ich höre, wie der Innenminister mit einer derartigen Arroganz der Macht alle Ausländer pauschal unter Generalverdacht nimmt. Ich befürchte jedoch, dass dies bei der latent ausländerfeindlichen Haltung in weiten Teilen der deutschen Gesellschaft durchaus auf Zustimmung stößt und durch das Gesetzgebungsverfahren kommt. Aber, die Menschenrechte sind nicht teilbar. Wer so etwas gegen Ausländer akzeptiert, wird auch bald selbst in seinen eigenen Bürgerrechten eingeschränkt werden.
Unlängst erzählte mir eine Bekannte, die in einem Nordhäuser Betrieb arbeitet, dass im Büro Ihres Chefs sichtbar für jeden Eintretenden folgender Spruch hängt: Personalführung ist die Kunst, die Mitarbeiter so schnell über den Tisch zu ziehen, dass sie die Reibungshitze als Nestwärme empfinden. Meine Bekannte regte sich fürchterlich bei mir über diesen Satz auf. Was als harmloser Ausspruch daherkommt, schüchterte sie ein und machte ihr Angst. So ist es sicherlich auch vom Boss gedacht.
Die Zeilen haben ihre Wirkung getan. Als ich sie fragte, was sie denn unternommen habe, um ihre Abneigung gegen dieses Personalführungsmotto und die hinter ihm stehende überhebliche Haltung eines "Management by Haumichblau" zu zeigen, winkte sie ab. Das Übliche - die Angst vor Ärger und die Sorge, dann auf die Liste zu kommen und möglicherweise den Arbeitsplatz zu verlieren.
Was haben die beiden Informationen oben miteinander zu tun? Nun, die Würde des Menschen kann im Großen wie im Kleinen sehr schnell durch Manipulation seitens jener, die an selbstbewussten und sich selbst bestimmenden Bürgern kein Interesse haben, in Frage gestellt werden. Ob das nun ein Innenminister auf polizeistaatlichen Abwegen oder ein Firmenchef ist, der nur durch Druck und Angstverbreitung glaubt, seine Autorität zu wahren. Freiheit aber bedeutet, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.
Das umfasst sowohl die Achtung unserer ausländischen Mitbürger als auch die Achtung sich selbst gegenüber, nicht als über den Tisch zu ziehendes Objekt von anderen angesehen zu werden. Da kann man etwas tun - Zivilcourage zeigen zum Beispiel. Und wenn es nur durch das Schreiben eines Beitrags in der nnz ist.
Klaus-Uwe Koch, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
