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Verzicht: 5.000 Euro pro Jahr

Dienstag, 12. Februar 2002, 13:37 Uhr
Bleicherode (nnz). In der Deusa International stehen zur Zeit die Zeichen auf Sturm. Das wurde Anfang Februar auf einer Belegschaftsversammlung deutlich.


Zu dieser Versammlung hatte die Geschäftsleitung eingeladen. Dort soll der Geschäftsführer von den Mitarbeitern eine Stellungnahme zu den angebotenen neuen Arbeitsverträgen verlangt haben, keine Unterschrift unter die Verträge. Seitens der Arbeitnehmer wird das als massiver Druck bewertet, der den Verhandlungsspielraum des Betriebsrates massiv einschränken soll. In der Versammlung kam auch der Termin 30. Juni zur Sprachen. Dann läuft nämlich die sogenannte Sperrfrist von einem Jahr aus, und betriebsbedingte Kündigungen wären somit eventuell kein Problem mehr.

Kein Problem sehen die Mitarbeiter der Deusa, den Erhalt des Unternehmens durch einen eigenen Beitrag zu fördern. Eigener Beitrag heißt in diesem Fall Lohnverzicht. Durchschnittlich 5.000 Euro pro Jahr und „Nase“ seien aber deutlich zu viel. Zumal betrage der Anteil dieser Gehaltsminderung am künftigen Investitionsaufwand lediglich drei bescheidene Prozent. Wenn ein Anteil der Arbeitnehmerschaft an der Konsolidierung der Deusa denn auch einer Sicherung der jetzigen 80 Arbeitsplätze gleich käme, dann könne man noch einmal darüber reden, wohl aber nicht über diese exorbitante Höhe, war heute in Bleicherode zu hören. Den Nachweis dessen blieb die Chefetage in Bleicherode bislang schuldig.

Die Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung sind seit zwei Wochen ins Stocken geraten. Sehr merkwürdig meinen die Bleicheröder Kumpel, hatte doch der Arbeitgeber noch vor Wochen auf Eile gedrungen.
Autor: nnz

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