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Von Unwettern heimgesucht

Samstag, 26. Mai 2007, 10:22 Uhr
Nordhausen (nnz). Schwere Unwetter haben am Freitag in Teilen Deutschlands den Bahnverkehr behindert sowie Autobahnen und Straßen unter Wasser gesetzt. Einen Überblick vermittelt nnz

Ein Blitzeinschlag in Signalanlagen der Deutschen Bahn löste ein Chaos auf dem Hauptbahnhof Hannover aus. Auch auf der Insel Rügen wurde der Bahnverkehr für fast drei Stunden lahm gelegt. Tausende Thüringer saßen wegen Stromausfällen infolge heftiger Gewitter im Dunkeln.

Wie ein Sprecher von E.on in Erfurt mitteilte, fiel in Nord- und Ostthüringen in 73 Orten am Nachmittag und Abend der Strom aus. Vielfach habe es sich dabei um automatische Abschaltungen gehandelt, die durch Wind, Starkregen und Blitzeinschlag ausgelöst wurden. In den meisten Fällen war die Stromversorgung nach ein bis anderthalb Stunden wiederhergestellt. Im ostthüringischen Raum Gefäll waren allerdings die Straßen über Stunden unpassierbar, so dass die Reparaturtrupps zunächst nicht vor Ort gelangen konnten und die Betroffenen auch am Abend noch ohne Strom waren.

Auf dem Hauptbahnhof Hannover warteten hunderte Menschen zunächst vergeblich auf ihre Züge. Betroffen war der Fernverkehr auf der Hauptstrecke Ruhrgebiet-Hannover-Berlin, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Bei Stadthagen war ein Blitz in Signale eingeschlagen. Etliche Fernzüge mussten bis zur Behebung der Störung stehen bleiben. Auf Rügen wurde beim Durchzug einer Gewitterfront zwischen Bergen und Samtens die Bahnstrecke blockiert. Grund: Ein Ast war von einem Baum gerissen worden und auf die Oberleitung gestürzt. Am Abend war der Schaden behoben und der Verkehr wieder frei.

Nach einem schweren Unwetter über Berlin hat die Feuerwehr am Freitagabend den Ausnahmezustand ausgelöst, das heißt, einige Freiwillige Wehren wurden zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr alarmiert. Seither wurde sie nach ersten Angaben des Feuerwehr-Lagedienstes zu über 300 wetterbedingten Einsätzen gerufen. Dazu gehörten vor allem umgestürzte Bäume, umherfliegende Bauteile oder Wasserschäden. Auch parkende Autos wurden von umstürzenden Bäumen getroffen. Über Verletzte war zunächst nichts bekannt. Das kräftige Gewitter stoppte am Abend im Olympiastadion auch das Training des 1. FC Nürnberg, der an diesem Samstag im DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart antritt.

In Osnabrück setzte ein Wolkenbruch Straßen unter Wasser. Bei Rheine wurde die Autobahn A 30 vom Regen überschwemmt, wie die Polizei mitteilte. In Braunschweig kam es auf regennassen Straßen zu zahlreichen Unfällen. Bei einem kurzen Gewitter wurde am Hamburger Flughafen ein Arbeiter von einem Blitz verletzt. Der Blitz schlug in ein abgestelltes Flugzeug ein, an dem der Arbeiter beschäftigt war.

In Hamburg verzeichnete die Feuerwehr mehr als 30 Einsätze. Im Stadtteil Volksdorf setzte ein Blitzschlag den Dachstuhl eines Einfamilienhauses in Brand. Das Feuer wurde schnell gelöscht, Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Sowohl in Stockelsdorf als auch in Bad Schwartau (Schleswig-Holstein) drückten die Wassermassen mehrere Gullydeckel aus den Straßen.

Das Unwetter sei von Nordrhein-Westfalen diagonal über die Mitte Deutschlands gezogen und dann über Nordbayern nach Tschechien abgewandert. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts waren Teile der Bundesländer Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen betroffen. Gewarnt wurde vor schweren Gewittern mit Starkregen um 30 Liter pro Quadratmeter und Stunde, Hagel über zwei Zentimeter und Sturmböen.
Autor: js

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