Von Possen und Karst
Freitag, 25. Mai 2007, 07:51 Uhr
Nordhausen (nnz). Dem bevorstehenden oder schon unmittelbaren Klimawandel reflektiert Dr. Horst Kox in einem Gastbeitrag für die nnz auf den Landkreis Nordhausen.
Die Beweisaufnahme der Vereinten Nationen zu den Ursachen der Klimafolgeentwicklung wurde 2007 abgeschlossen. Durch menschliches Handeln ausgelöste Naturprozesse sind heute schon teilweise unumkehrbar (Eisabschmelzung, Meeresspiegelanstieg), wobei der Zustrom von Klimagasen in unsere Atmosphäre sich als ein Schlüsselprozess erweist. Solche Erkenntnisse müssen in gegensteuernde Entscheidungen umgesetzt werden, auch auf regionaler Ebene.
Dabei bestimmen die Naturgesetze die Zeitvorgaben, nicht aber Wahlperioden oder Meinungshoheiten in der Politik. Niemand erwartet dabei nur konfliktlose Debatten. Das zeigt sich an wiederbelebten Überlegungen zum vermehrten Bau von Kraftwerken auf Braunkohlenbasis und den dabei entstehenden Klimagasen. Welche Notwendigkeiten und Aufgaben erwachsen aber aus den Zwängen der Klimafolgen für Stadt und Landkreis Nordhausen?
Die positiven Erfahrungen vom Abfallzentrum Netzelsrode sollten baldigst in Analysen und Vorstellungen zu einer komplexen Antwort auf die Klimaherausforderungen gebündelt werden (Solarenergie, Windkraft, Biogas). Gemeinsam mit der Landwirtschaft könnten Vorstellungen über günstigere nachwachsende Rohstoffe die eigenen Potentiale sichtbar machen. Unsere Bürger erwarten ebenso einen verbesserten Hochwasserschutz, die Verminderung der Flächenversiegelung und der.
Eingriffe in das Abflussregime von Flüssen und Bächen. Kein Verantwortlicher für Planung der Industriefläche Goldene Aue und Bebauung hat die Verträglichkeit dieses Vorhabens mit den neuen Klimadaten und Tendenzen der Wirtschaftsentwicklung sorgfältig geprüft. Aber ebenso betroffen macht die besondere Hartnäckigkeit, mit der offensichtlich fatale Fehlentscheidungen zur Ausweitung des Gipsabbaus legalisiert werden. Die dabei zu schaffenden Arbeitsplätze wurden täuschend vom abbauenden Unternehmen etwa mit dem Faktor 10 hochgerechnet.
Die genehmigenden Behörden übernehmen die Aufgabe, den Bürgerprotest abzublocken und die einstmalige Absage des thüringischen Ministerpräsidenten zu Neuaufschlüssen von Gipstagebauen zu relativieren. Eine Polit-Posse zur Vortäuschung von Demokratie - oder Mängel in der Entscheidungskompetenz? Weil selbst beteiligt, ist der Ministerpräsident gefragt. Die Karstformen entlang des Südharzes mit ihrer Besonderheit in Flora und Fauna sind Ausdruck von Reichhaltigkeit und Schönheit – ein Naturerbe, das schützenswert, aber nach einem möglichen Bergbau nicht wieder herstellbar ist.
Solche Methoden von Profitzuwachs über Selbstbedienung an der Natur mit Behördenbeihilfe erfordern für immer ein Stopp! Die Debatten zur Reaktion auf die Klimafolgen drängen uns in eine neue und notwendige Phase der Aufklärung, die den mündigen und aktiven Bürger voraussetzt.
Dr. Horst Kox
Autor: nnzDie Beweisaufnahme der Vereinten Nationen zu den Ursachen der Klimafolgeentwicklung wurde 2007 abgeschlossen. Durch menschliches Handeln ausgelöste Naturprozesse sind heute schon teilweise unumkehrbar (Eisabschmelzung, Meeresspiegelanstieg), wobei der Zustrom von Klimagasen in unsere Atmosphäre sich als ein Schlüsselprozess erweist. Solche Erkenntnisse müssen in gegensteuernde Entscheidungen umgesetzt werden, auch auf regionaler Ebene.
Dabei bestimmen die Naturgesetze die Zeitvorgaben, nicht aber Wahlperioden oder Meinungshoheiten in der Politik. Niemand erwartet dabei nur konfliktlose Debatten. Das zeigt sich an wiederbelebten Überlegungen zum vermehrten Bau von Kraftwerken auf Braunkohlenbasis und den dabei entstehenden Klimagasen. Welche Notwendigkeiten und Aufgaben erwachsen aber aus den Zwängen der Klimafolgen für Stadt und Landkreis Nordhausen?
Die positiven Erfahrungen vom Abfallzentrum Netzelsrode sollten baldigst in Analysen und Vorstellungen zu einer komplexen Antwort auf die Klimaherausforderungen gebündelt werden (Solarenergie, Windkraft, Biogas). Gemeinsam mit der Landwirtschaft könnten Vorstellungen über günstigere nachwachsende Rohstoffe die eigenen Potentiale sichtbar machen. Unsere Bürger erwarten ebenso einen verbesserten Hochwasserschutz, die Verminderung der Flächenversiegelung und der.
Eingriffe in das Abflussregime von Flüssen und Bächen. Kein Verantwortlicher für Planung der Industriefläche Goldene Aue und Bebauung hat die Verträglichkeit dieses Vorhabens mit den neuen Klimadaten und Tendenzen der Wirtschaftsentwicklung sorgfältig geprüft. Aber ebenso betroffen macht die besondere Hartnäckigkeit, mit der offensichtlich fatale Fehlentscheidungen zur Ausweitung des Gipsabbaus legalisiert werden. Die dabei zu schaffenden Arbeitsplätze wurden täuschend vom abbauenden Unternehmen etwa mit dem Faktor 10 hochgerechnet.
Die genehmigenden Behörden übernehmen die Aufgabe, den Bürgerprotest abzublocken und die einstmalige Absage des thüringischen Ministerpräsidenten zu Neuaufschlüssen von Gipstagebauen zu relativieren. Eine Polit-Posse zur Vortäuschung von Demokratie - oder Mängel in der Entscheidungskompetenz? Weil selbst beteiligt, ist der Ministerpräsident gefragt. Die Karstformen entlang des Südharzes mit ihrer Besonderheit in Flora und Fauna sind Ausdruck von Reichhaltigkeit und Schönheit – ein Naturerbe, das schützenswert, aber nach einem möglichen Bergbau nicht wieder herstellbar ist.
Solche Methoden von Profitzuwachs über Selbstbedienung an der Natur mit Behördenbeihilfe erfordern für immer ein Stopp! Die Debatten zur Reaktion auf die Klimafolgen drängen uns in eine neue und notwendige Phase der Aufklärung, die den mündigen und aktiven Bürger voraussetzt.
Dr. Horst Kox
