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Gut für Städte

Mittwoch, 23. Mai 2007, 13:05 Uhr
Nordhausen (nnz). Während sich die Wintersportzentren in Nord- und Mittelthüringen über den zurückliegenden Winter kaum freuen konnten, soll das Gastgewerbe in den Städten fast frohlocken können. Die gesamte Situation des Gastgewerbes in Nord- und Mittelthüringen mit einem einzigen Klick in Ihrer nnz.


Die Stimmung im Gastgewerbe Mittel- und Nordthüringens hellt sich langsam auf. In der aktuellen Saisonumfrage Tourismus der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt beurteilen 75 Prozent der befragten 350 Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage mit gut oder befriedigend. Der Klimaindex für das Gastgewerbe ist im Vergleich zum Winter 2005/2006 um 18 Prozentpunkte gestiegen und erreicht 101 Punkte. Das ist der höchste Wert für eine Winterumfrage seit sieben Jahren.

In der Beurteilung der Geschäftslage gibt es aber dennoch starke regionale Unterschiede. „Während für die Unternehmen der größeren Städte die Talsohle endlich durchschritten scheint, ist die Lage vieler Betriebe vor allem in Nordthüringen weiterhin schwierig“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. In den kreisfreien Städten Erfurt, Weimar und Eisenach sprachen 84 Prozent der Betriebe von einer guten bzw. befriedigenden Situation, in Nordthüringen sind es nur 63 Prozent. In jedem dritten Unternehmen überwiegen hier die Probleme. „Der schneearme Winter hat vor allem den Betrieben der Urlaubsregionen im Thüringer Wald geschadet“, so Grusser. Den Städten brachte die milde Witterung dagegen zusätzliche Gäste.

Die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Jahresbeginn würde die Unternehmen – zumindest bei gleichzeitiger Betrachtung der Entlastung bei den Lohnnebenkosten – weniger stark belasten als zunächst befürchtet. Trotzdem beklagen 41 Prozent der Unternehmen eine verschlechterte Ertragslage. Notwendige Preiserhöhungen im Zuge der Mehrwertsteueranhebung konnten auf Grund des starken Wettbewerbes nicht an die Kunden weitergeben werden. „Unter dem Strich ist der Gewinn der Unternehmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen“, begründet Grusser die anhaltende Zurückhaltung bei Investitionen. Vorrang hätten Ersatzbeschaffung und Modernisierung. In den Ausbau der Kapazitäten investiere nur jedes zehnte Unternehmen. 34 Prozent der Betriebe würden aufgrund der angespannten Ertragslage in den nächsten Monaten gar keine Investitionen tätigen.

Die Erwartungshaltung an die bevorstehende Sommersaison spiegelt vielfach Unsicherheiten wider. Die Unternehmen sind mit ihren Prognosen sehr vorsichtig. Der verregnete August des letzten Sommers habe gezeigt, wie stark sich die Witterungsverhältnisse auf das Geschäft auswirken und damit umsatzstarke Zeiten schnell zunichte machen können. Schließlich hofft die Mehrzahl der Gastronomen auf die Fortsetzung der in diesem Jahr bereits frühzeitig begonnenen Biergartensaison.

Der Trend zu Teilzeitbeschäftigung bzw. zu Pauschalarbeitsverhältnissen hält weiter an. Eine Erhöhung der Vollzeitarbeitskräfte ist auch für die nächste Zeit nicht in Sicht.

In der aktuellen Diskussion zum Rauchverbot in der Gastronomie plädiert der überwiegende Teil der befragten Betriebe für Ausnahmeregelungen bzw. lehnt ein generelles Rauchverbot ab. Bereits heute verfügten die meisten Hotels und Gaststätten über separate Nichtraucherzimmer oder –zonen.
Autor: nnz

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