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nnz-Forum: Der normale Horror

Mittwoch, 23. Mai 2007, 09:28 Uhr
Nordhausen (nnz). Autobahnen sind was herrliches. Nicht so soll es mit der A 38 sein. Ein nnz-Leser beschreibt den „ganz normalen Horror“ auf dieser Autobahn und den „Nebenstraßen“ im Forum.


Von einer Dienstreise am 22.5.07 aus dem Raum Stuttgart kommend, stand ich vor dem Kirchheimer Dreieck vor der Entscheidung, um Nordhausen schnellstmöglich zu erreichen, den Weg über die A4 zu nehmen und mich ab Eisenach über die Dörfer zu quälen, die Bad Langensalz’er möchten mir den Terminus nachsehen, oder gar den Weg über die Landeshauptstadt zu wählen, wiewohl auch dann der „Schnellweg B4“, der in seinem Ausbauzustand der Bedeutung der Nordthüringer Region für unsere Regierenden in Erfurt offensichtlich entspricht, wenig attraktiv erschien.

Also entschied ich mich der A7 weiter zu folgen um dann ab dem AK Drammetal der A 38 folgend, Nordhausen zu erreichen. Dabei hatte ich auch in meine Entscheidung die „Stauerzeugungsmaschenerie“, Baustelle am Bahnübergang bei Wülfingerode, mit in das Kalkül gezogen, die mir erst in der vergangenen Woche den Weg von Nordhausen nach Kirchworbis um satte 35 Minuten verlängerte. Ich war davon ausgegangen, dass gegen Mitternacht auf dieser Strecke der Verkehr eher gering im Vergleich zu anderen Tageszeiten ausfallen würde und hatte als alternative Umfahrung den Weg über Ascherode im Sinn.

Doch allen Dispositionen zum Trotz musste ich feststellen, dass ein gewiefter Verkehrslenker, die B 80 ab Breitenworbis voll gesperrt hatte und den Verkehr über eine Umleitung, die sinnigerweise, sicherlich zum Gaudi der nicht ortsansässigen Verkehrsteilnehmer, einmal mit Nordhausen und einmal mit Großbodungen ausgeschildert war (ohne Hinweis auf das Wiedererreichen der A38), umgeleitet hatte.

Der Weg über Ascherode, den ich noch am Vortag genutzt hatte, war nunmehr auch wegen anstehender Baumaßnahmen gesperrt, die sich damit schlüssig in das Gesamtkonzept eines optimalen Verkehrs zur Überbrückung der Baulücke des Konjunkturbeschleunigers A 38, der nach mir erinnerlichen Aussagen unserer Spitzenpolitiker seit 2005 durchgängig befahrbar seien sollte, einreihte.

Die in der zwangsläufig zu befahrende Umleitung zu verzeichnete Straßenbreite, die im Normalfall die Passage von einem PKW und einem Radfahrer ausreicht, wurde mit einer Ampelanlage aufwendig an der schmalsten Stelle entschärft. An einer anderen Stelle, in meiner nächtlichen Erinnerung zwischen Großbodungen un Kleinbodungen kam es dann wie es kommen musste. 6 LKW mit Sattelauflieger und mehrere PKW blockierten sich gegenseitig. Mit einem gewissen Aufwand von ca. 30 Minuten und unter Befahrung von Randstreifen sowie Privatgrundstücken konnten die Verkehrsteilnehmer mit Umsicht das Knäuel entwirren. Die an der nächtlichen Aktion beteiligten Verkehrsteilnehmer, ich war der einzige Ortsansässige, waren hell auf begeistert. Eine PKW Fahrerin fragte mich konsterniert, wo es denn wieder zur A 38 geht und ein LKW Fahrer nuschelte etwas verhalten „typisch Ossiland“.

Im weiterem kam es noch zu drei Begegnungen von LKW, die dadurch gekennzeichnet waren, dass unter knappster Vermeidung der Durchfahrung des Straßengrabens eine Passage im Schritttempo erfolgte.

Wohl kann auch sein, dass der Verfasser und andere Verkehrsteilnehmer an einer Stelle einen Umleitungshinweis vor Großbodungen auf einem zigarrenkistengroßen Schild übersehen hatte, der die Situation etwas entschärft hätte.

Gegen 2:30 Uhr schlief ich dann in Nordhausen mit der Gewissheit ein, dass sicherlich für diese Situation keiner verantwortlich zeichnet und die Verkehrslenker der Straßenverkehrsbehörden, der Deutsche Bundesbahn (möglicherweise Baustelle Bahnübergang bei Wülfingerode) und anderer zuständiger Ämter, Ihren täglichen Büroschlaf zu dieser Zeit mit Intensität vervollständigen.
Eckart Holstein, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: nnz

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