Fehler im Da Vinci Code
Donnerstag, 17. Mai 2007, 07:59 Uhr
Nordhausen (nnz). Keine Frage – Dan Browns Roman Sakrileg ist ein äußerst spannender Thriller! Als Bestseller wurde er inzwischen weltweit über 50 Millionen Mal verkauft. Was ist das Erfolgsrezept dieses inzwischen auch verfilmten Buches? Antworten gibt es in der kommenden Woche.
Die Krimihandlung beginnt nachts an einem weltberühmten Ort, dem Louvre. Paris, London und ein geheimnisvolles Schloss auf dem Lande sind die Hauptschauplätze der rasanten Handlung. Und vielversprechend sind auch die inhaltlichen Zutaten: Die Gralslegende, der Templerorden, Bilder des Renaissancegenies Leonardo da Vinci, dunkle ikonographische Zeichen und Symbole in Kirchen und Kapellen und... ... jede Menge Verschwörungstheorien.
Diese ranken sich um die geheimnisvolle, allerdings rein fiktionale Kernthese des Buches: Jesus sei verheiratet gewesen und zwar mit seiner Jüngerin Maria Magdalena. Sie sei eigentlich der Heilige Gral, der Jesu Blut auffing, denn Jesus habe ein Kind mit ihr gezeugt, von diesem leite sich das alte Herrschergeschlecht der Merowinger ab. Nun kann ein Romanautor behaupten, was er will, wenn er damit nur Leser anlockt. Bei Sakrileg hat die Sache allerdings einen Haken: Brown stellt seinem Roman einen kurzen Abschnitt Fakten und Tatsachen voran. Darin findet sich ein gewichtiger Satz: Sämtliche in diesem Roman erwähnten Werke der Kunst und Architektur und alle Dokumente sind wirklichkeits- bzw. wahrheitsgetreu wiedergegeben. Was die im Buch erwähnten Dokumente angeht, stimmt dieser Satz freilich nicht!
Das betrifft vor allem das Zentraldokument des Christentums, die Bibel und dessen schriftliche Zeugen, sowie die berühmten Handschriftenfunde von Qumran und Nag Hammadi. Aber auch die Interpretation bestimmter Werke von Leonardo da Vinci ist schlichtweg falsch.
Der Jugendkunstschule Nordhausen ist es gelungen, den in Halle lebenden Theologen und Kunsthistoriker Walter Martin Rehahn für einen spannenden Vortrag über den Roman Sakrileg zu gewinnen. Das Interesse der Öffentlichkeit in mehreren großen Städten an diesem Vortrag war überwältigend. Hierbei geht es um bibelhistorische und kunstgeschichtliche Richtigstellungen.
Der Leiter des Canstein Bibelzentrums Halle, stellt in seinem Diavortrag zunächst kurz die wissenschaftlich korrekte Entstehungsgeschichte der Bibel vor und ordnet ihr die Bedeutung der sensationellen Handschriftenfunde vom Toten Meer zu. Der zweite Teil des Vortrages widmet sich der biblischen Gestalt Maria Magdalena und verfolgt die Spuren späterer Legenden um sie in Südfrankreich und Burgund.
Im abschließenden dritten Teil werden die in Dan Browns Roman erwähnten Werke von Leonardo da Vinci und ihre Interpretation nach dem neuesten Stand der Forschung vorgestellt.
Freuen Sie sich auf einen kurzweiligen und interessanten Abend! Zum ersten Mal findet die Veranstaltungsreihe Kunst, Gott und die Welt im Museum Tabakspeicher, Bäckerstraße 20, am Dienstag, 22.05.2007 statt. Der Beginn ist um 19:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Autor: nnzDie Krimihandlung beginnt nachts an einem weltberühmten Ort, dem Louvre. Paris, London und ein geheimnisvolles Schloss auf dem Lande sind die Hauptschauplätze der rasanten Handlung. Und vielversprechend sind auch die inhaltlichen Zutaten: Die Gralslegende, der Templerorden, Bilder des Renaissancegenies Leonardo da Vinci, dunkle ikonographische Zeichen und Symbole in Kirchen und Kapellen und... ... jede Menge Verschwörungstheorien.
Diese ranken sich um die geheimnisvolle, allerdings rein fiktionale Kernthese des Buches: Jesus sei verheiratet gewesen und zwar mit seiner Jüngerin Maria Magdalena. Sie sei eigentlich der Heilige Gral, der Jesu Blut auffing, denn Jesus habe ein Kind mit ihr gezeugt, von diesem leite sich das alte Herrschergeschlecht der Merowinger ab. Nun kann ein Romanautor behaupten, was er will, wenn er damit nur Leser anlockt. Bei Sakrileg hat die Sache allerdings einen Haken: Brown stellt seinem Roman einen kurzen Abschnitt Fakten und Tatsachen voran. Darin findet sich ein gewichtiger Satz: Sämtliche in diesem Roman erwähnten Werke der Kunst und Architektur und alle Dokumente sind wirklichkeits- bzw. wahrheitsgetreu wiedergegeben. Was die im Buch erwähnten Dokumente angeht, stimmt dieser Satz freilich nicht!
Das betrifft vor allem das Zentraldokument des Christentums, die Bibel und dessen schriftliche Zeugen, sowie die berühmten Handschriftenfunde von Qumran und Nag Hammadi. Aber auch die Interpretation bestimmter Werke von Leonardo da Vinci ist schlichtweg falsch.
Der Jugendkunstschule Nordhausen ist es gelungen, den in Halle lebenden Theologen und Kunsthistoriker Walter Martin Rehahn für einen spannenden Vortrag über den Roman Sakrileg zu gewinnen. Das Interesse der Öffentlichkeit in mehreren großen Städten an diesem Vortrag war überwältigend. Hierbei geht es um bibelhistorische und kunstgeschichtliche Richtigstellungen.
Der Leiter des Canstein Bibelzentrums Halle, stellt in seinem Diavortrag zunächst kurz die wissenschaftlich korrekte Entstehungsgeschichte der Bibel vor und ordnet ihr die Bedeutung der sensationellen Handschriftenfunde vom Toten Meer zu. Der zweite Teil des Vortrages widmet sich der biblischen Gestalt Maria Magdalena und verfolgt die Spuren späterer Legenden um sie in Südfrankreich und Burgund.
Im abschließenden dritten Teil werden die in Dan Browns Roman erwähnten Werke von Leonardo da Vinci und ihre Interpretation nach dem neuesten Stand der Forschung vorgestellt.
Freuen Sie sich auf einen kurzweiligen und interessanten Abend! Zum ersten Mal findet die Veranstaltungsreihe Kunst, Gott und die Welt im Museum Tabakspeicher, Bäckerstraße 20, am Dienstag, 22.05.2007 statt. Der Beginn ist um 19:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
