nnz-Forum: Antwort auf Betrachtung
Samstag, 09. Februar 2002, 15:46 Uhr
Urbach (nnz). Am Tag der Veröffentlichung der aktuellen Daten vom Arbeitsmarkt im Januar veröffentlichte nnz ein Betrachtung. Sie stellte ein Plädoyer für ein künftiges Industriegebiet dar? Jetzt kam die Antwort der Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue.
Sehr geehrter Herr Greiner,
lange habe ich über Ihren Artikel 1.144 nachgedacht. Die Umstände, die Sie zu diesem Artikel veranlassten, scheinen auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite allerdings machen sie mich auch nachdenklich und betrüblich. Betrüblich nicht nur für die vielen Arbeitslosen und Arbeitsuchenden, nein auch für diejenigen, die sich seit langer Zeit bemühen, die Goldene Aue so zu erhalten wie sie ist, die sich gegen das einfache Denken unserer Kommunalpolitiker aussprechen und mehr Qualität fordern, als uns in der Vergangenheit geboten wurde. Ja, Herr Greiner, die Zeiten sind schlecht, hier bei uns in Nordhausen, in Ostdeutschland und auch in den alten Ländern macht sich das breit, was nach Rezession riecht. Und das trotz vorgehaltener Industrieflächen!
Ihre Einschätzung vom 01.01. kann ich vollkommen teilen. Die Politik und deren Macher haben schon lange nicht mehr das Ruder in der Hand. Einzig allein das Kapital bestimmt heute und mehr noch in der Zukunft über die Leitregeln unseres Lebens. Ich bin weiß Gott nicht der Marxschen Lehre verfallen, aber wenn unsere Arbeitskraft jetzt zur Ware wird, wenn mit ihr gehandelt werden kann, und sie nicht mehr der Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung des Einzelnen dient, sondern nur noch dazu dient, Aktionären und Konzern, die weltweit ihre Netze spannen, zu noch mehr Profit zu verhelfen ist das ein Gesellschaftssystem, das nicht besser ist, als das, was 1989 abgeschafft werden sollte. Aber dieses hat ja mit unserer Problematik hier nichts zu tun!?
Auch vor fünf Jahren(!), als das Industriegebiet erdacht wurde, waren die Zeiten und die Aussichten nicht rosig, doch da glaubten die Leute noch an die ihnen versprochenen blühenden Landschaften und ließ bei vielen das gewisse Augenmaß und das notwendige Realitätsdenken ins Hintertreffen geraten. Heute macht sich Ernüchterung breit. Ernüchterung über die wahrgewordenen Unkenrufe. Doch statt aus diesen Fehlern zu lernen, den Versuch zu unternehmen, andere Wege zu gehen, neues Denken zuzulassen erhalten diejenigen wieder Zuspruch, die ausschließlich mit der Hoffnung auf bessere Zeiten werben. Nur das Industriegebiet in der Goldenen Aue schafft die vielen Arbeitsplätze! Dürfen wir ausschließlich unser Handeln auf den Faktor Hoffnung beschränken? Es scheint uns noch immer nicht gelungen zu sein, deutlich zu machen, das wir nicht nur den Frosch auf der Wiese schützen, die Landschaft und Lebensqualität der Goldenen Aue erhalten wollen, sondern auch die großen Defizite derer öffentlich machen müssen, die sich angeblich berufen fühlen, für den wirtschaftlichen Aufschwung in Nordhausen zu sorgen. Wir genießen noch die höchste Förderpriorität innerhalb der EU, so die Macher. Aber außer eben dieser Planung kann der EU nichts, aber auch gar nichts vorgelegt werden, was ein wenig nach einem von der EU geforderten REK (Regionales Entwicklungs-Konzept) aussieht. Das Industriegebiet muss erschlossen werden auch wenn noch kein Investor anfragt! Also wieder beleuchtete Wiesen schaffen? Also wieder zurück zu den von Ihnen so oft kritisierten Machenschaften?
Herr Greiner, wenn ich Ihren Artikel lese, dann denke ich, wir sind wieder am Anfang. Da wo wir vor zwei Jahren begonnen haben. Auch 22 Prozent Arbeitslosigkeit schaffen unsere Kritikpunkte am B-Plan, am Standort und am Umgang mit den Bürgern nicht aus der Welt. Bis heute konnte uns nicht ein einziger Punkt unserer Kritik wiederlegt werden. Es wurde vom Planungsverband kein einziger Versuch unternommen, den Bürgern der Goldenen Aue durch Zusammenarbeit, durch Gespräche und Erklärungen, durch Verständnis für ihre Ängste zu dokumentieren, daß man sie ernst nimmt. Wir wollen dieses Gebiet mit aller Macht so Herr Beyse. Nein, Herr Greiner, wir können und werden diesen Plänen unter solchen Vorzeichen nicht zustimmen. Es gibt kein anderes Gebiet als die Goldene Aue! Und ich sage, es soll kein anderes Gebiet als die Goldene Aue geben! Seit fast zwei Jahren wird der offizielle B-Plan nicht vorgelegt und das nach fünf Jahren Planung. Wer sind die ausgewiesenen Fachleute die meinen, daß diese 100 ha Fläche die Investoren anzieht, die hier für den Wandel sorgen? Sind es Herr Beyse oder Herr Schuster oder wer? Für alles und jedes, für Museum und Theater werden Gutachten in Auftrag gegeben. Warum gibt es kein Gutachten über die Ansiedlungschancen in der Goldenen Aue?
Hoffnung, ja Herr Greiner, das ist alles was bleibt! Aber damit werden wir uns nicht zufrieden geben. Wir werden den Finger solange in die Wunde legen, bis ein Entwicklungskonzept vorgelegt wird, das auch reelle Chancen darlegt. Nein, Herr Greiner, wir lassen unsere Gewählten nicht in Ruhe planen, damit sie sagen können: Wir haben ja etwas unternommen, aber leider... Wir werden die Damen und Herren solange fordern, bis eine reelle Chance besteht, einen Entwicklungs- und B-Plan vorzulegen, der von beiden Seiten mitgetragen werden kann. Nur die schlechten Arbeitsmarktzahlen rechtfertigen nicht einen ebenfalls schlechten Zukunftsplan.
Klaus-Dieter Korb, Urbach
Sehr geehrter Herr Greiner,
lange habe ich über Ihren Artikel 1.144 nachgedacht. Die Umstände, die Sie zu diesem Artikel veranlassten, scheinen auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite allerdings machen sie mich auch nachdenklich und betrüblich. Betrüblich nicht nur für die vielen Arbeitslosen und Arbeitsuchenden, nein auch für diejenigen, die sich seit langer Zeit bemühen, die Goldene Aue so zu erhalten wie sie ist, die sich gegen das einfache Denken unserer Kommunalpolitiker aussprechen und mehr Qualität fordern, als uns in der Vergangenheit geboten wurde. Ja, Herr Greiner, die Zeiten sind schlecht, hier bei uns in Nordhausen, in Ostdeutschland und auch in den alten Ländern macht sich das breit, was nach Rezession riecht. Und das trotz vorgehaltener Industrieflächen!
Ihre Einschätzung vom 01.01. kann ich vollkommen teilen. Die Politik und deren Macher haben schon lange nicht mehr das Ruder in der Hand. Einzig allein das Kapital bestimmt heute und mehr noch in der Zukunft über die Leitregeln unseres Lebens. Ich bin weiß Gott nicht der Marxschen Lehre verfallen, aber wenn unsere Arbeitskraft jetzt zur Ware wird, wenn mit ihr gehandelt werden kann, und sie nicht mehr der Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung des Einzelnen dient, sondern nur noch dazu dient, Aktionären und Konzern, die weltweit ihre Netze spannen, zu noch mehr Profit zu verhelfen ist das ein Gesellschaftssystem, das nicht besser ist, als das, was 1989 abgeschafft werden sollte. Aber dieses hat ja mit unserer Problematik hier nichts zu tun!?
Auch vor fünf Jahren(!), als das Industriegebiet erdacht wurde, waren die Zeiten und die Aussichten nicht rosig, doch da glaubten die Leute noch an die ihnen versprochenen blühenden Landschaften und ließ bei vielen das gewisse Augenmaß und das notwendige Realitätsdenken ins Hintertreffen geraten. Heute macht sich Ernüchterung breit. Ernüchterung über die wahrgewordenen Unkenrufe. Doch statt aus diesen Fehlern zu lernen, den Versuch zu unternehmen, andere Wege zu gehen, neues Denken zuzulassen erhalten diejenigen wieder Zuspruch, die ausschließlich mit der Hoffnung auf bessere Zeiten werben. Nur das Industriegebiet in der Goldenen Aue schafft die vielen Arbeitsplätze! Dürfen wir ausschließlich unser Handeln auf den Faktor Hoffnung beschränken? Es scheint uns noch immer nicht gelungen zu sein, deutlich zu machen, das wir nicht nur den Frosch auf der Wiese schützen, die Landschaft und Lebensqualität der Goldenen Aue erhalten wollen, sondern auch die großen Defizite derer öffentlich machen müssen, die sich angeblich berufen fühlen, für den wirtschaftlichen Aufschwung in Nordhausen zu sorgen. Wir genießen noch die höchste Förderpriorität innerhalb der EU, so die Macher. Aber außer eben dieser Planung kann der EU nichts, aber auch gar nichts vorgelegt werden, was ein wenig nach einem von der EU geforderten REK (Regionales Entwicklungs-Konzept) aussieht. Das Industriegebiet muss erschlossen werden auch wenn noch kein Investor anfragt! Also wieder beleuchtete Wiesen schaffen? Also wieder zurück zu den von Ihnen so oft kritisierten Machenschaften?
Herr Greiner, wenn ich Ihren Artikel lese, dann denke ich, wir sind wieder am Anfang. Da wo wir vor zwei Jahren begonnen haben. Auch 22 Prozent Arbeitslosigkeit schaffen unsere Kritikpunkte am B-Plan, am Standort und am Umgang mit den Bürgern nicht aus der Welt. Bis heute konnte uns nicht ein einziger Punkt unserer Kritik wiederlegt werden. Es wurde vom Planungsverband kein einziger Versuch unternommen, den Bürgern der Goldenen Aue durch Zusammenarbeit, durch Gespräche und Erklärungen, durch Verständnis für ihre Ängste zu dokumentieren, daß man sie ernst nimmt. Wir wollen dieses Gebiet mit aller Macht so Herr Beyse. Nein, Herr Greiner, wir können und werden diesen Plänen unter solchen Vorzeichen nicht zustimmen. Es gibt kein anderes Gebiet als die Goldene Aue! Und ich sage, es soll kein anderes Gebiet als die Goldene Aue geben! Seit fast zwei Jahren wird der offizielle B-Plan nicht vorgelegt und das nach fünf Jahren Planung. Wer sind die ausgewiesenen Fachleute die meinen, daß diese 100 ha Fläche die Investoren anzieht, die hier für den Wandel sorgen? Sind es Herr Beyse oder Herr Schuster oder wer? Für alles und jedes, für Museum und Theater werden Gutachten in Auftrag gegeben. Warum gibt es kein Gutachten über die Ansiedlungschancen in der Goldenen Aue?
Hoffnung, ja Herr Greiner, das ist alles was bleibt! Aber damit werden wir uns nicht zufrieden geben. Wir werden den Finger solange in die Wunde legen, bis ein Entwicklungskonzept vorgelegt wird, das auch reelle Chancen darlegt. Nein, Herr Greiner, wir lassen unsere Gewählten nicht in Ruhe planen, damit sie sagen können: Wir haben ja etwas unternommen, aber leider... Wir werden die Damen und Herren solange fordern, bis eine reelle Chance besteht, einen Entwicklungs- und B-Plan vorzulegen, der von beiden Seiten mitgetragen werden kann. Nur die schlechten Arbeitsmarktzahlen rechtfertigen nicht einen ebenfalls schlechten Zukunftsplan.
Klaus-Dieter Korb, Urbach
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
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