nnz-Forum: Gipsabbau schadet
Montag, 14. Mai 2007, 10:58 Uhr
Nordhausen (nnz). Müssen die Bewohner, die in der Gipskarstlandschaft leben, den Abbau am Himmelsberg zwischen Appenrode und Woffleben hinnehmen? Diese Frage stellt ein Leser im nnz-Forum.
Das Anritzen neuer Abbaufelder im Karstgebiet sind laut Rohstoffabbaukonzeption (Kreistagsbeschluß) verboten. Seit 1994 sorgen die Umweltausschüsse des Kreises und der Kommunen dafür, das mit unserer einmaligen schönen Landschaft (Landschaftsschutzgebiet) sorgvoll umgegangen wird und für unsere nachfolgende Generationen erhalten bleibt. Nun wurde über die Köpfe der Kommunalpolitiker Tatsachen geschaffen.
Trotz der positiven Zusagen der Landesregierung (2004) wurde der Hauptbetriebsplan durch die obere Bergbaubehörde genehmigt. Der Antrag auf Nutzungsänderung der Firma BPB Formula Walkenried (Niedersachsen) bei der oberen Naturschutzbehörde wurde trotz Widerspruch der Gemeinde Niedersachswerfen statt gegeben. Somit wurde ohne wissen der Kommunen im Februar 2007, der erst 40jährige Bestand an Buchen total abgeholzt. Dieser Bereich gehört zu einem Renaturierungsgebiet, das mit dem Gipswerk Ellrich und der Gemeinde Niedersachswerfen als Pilotprojekt finanziert wurde.
Der Himmelsberg (Woffleben) und der Mühlberg (Niedersachswerfen), beide anerkannte Naturschutz- und FFH Gebiete sollten durch eine 200 m breite Spange (Mittelfeld) verbunden bleiben, damit Flora und Fauna sich ungehindert ausbreiten können. Somit sollte eine Einschränkung des Lebensraums (Inselleben) vermieden werden und dieses Mittelfeld wurde Opfer der Baumfällung das später als Abbaufeld genutzt wird. Als dies bekannt wurde lud der Bürgermeister von Ellrich, Matthias Ehrhold die verantwortliche Firma zur Stadtratssitzung nach Woffleben ein, um über den Sachverhalt diskutieren zu können. Die Bilanz für die Bürger fiel negativ aus. 100 000 t Rohgips im Jahr sollen abgebaut werden.
Das sind täglich rund 30 Vierzig-Tonner-LKW, die auf maroden Straßen zwischen Woffleben-Gudersleben bzw. Cleysingen- Ellrich nach Niedersachsen transportieren, und die Anwohner werden sich über Lärm und Staub bedanken. Für die Kommunen gibt es keine Steuern, keine Arbeitsplätze, die Landschaft wird sich zu ungunsten verändern und somit werden junge Leute weiterhin unsere Region verlassen.
Die Kommunen im Südharz haben nur eine Chance, wenn sie ihre einmalige schöne Natur touristisch vermarktet. Der Stadtrat hat im Februar das Tourismuskonzept bis 2012 beschlossen. Die anspruchsvollen Ziele werden der Kommune viel Kraft und Geld kosten. Um die Bewohner an den Südharz zu binden müssen die Kommunalpolitiker dafür sogen, das der wirtschaftliche Aufschwung nur über diesen Weg erfolgen kann.
Wolf-Ulrich Künzel, Linkspartei
Das Anritzen neuer Abbaufelder im Karstgebiet sind laut Rohstoffabbaukonzeption (Kreistagsbeschluß) verboten. Seit 1994 sorgen die Umweltausschüsse des Kreises und der Kommunen dafür, das mit unserer einmaligen schönen Landschaft (Landschaftsschutzgebiet) sorgvoll umgegangen wird und für unsere nachfolgende Generationen erhalten bleibt. Nun wurde über die Köpfe der Kommunalpolitiker Tatsachen geschaffen.
Trotz der positiven Zusagen der Landesregierung (2004) wurde der Hauptbetriebsplan durch die obere Bergbaubehörde genehmigt. Der Antrag auf Nutzungsänderung der Firma BPB Formula Walkenried (Niedersachsen) bei der oberen Naturschutzbehörde wurde trotz Widerspruch der Gemeinde Niedersachswerfen statt gegeben. Somit wurde ohne wissen der Kommunen im Februar 2007, der erst 40jährige Bestand an Buchen total abgeholzt. Dieser Bereich gehört zu einem Renaturierungsgebiet, das mit dem Gipswerk Ellrich und der Gemeinde Niedersachswerfen als Pilotprojekt finanziert wurde.
Der Himmelsberg (Woffleben) und der Mühlberg (Niedersachswerfen), beide anerkannte Naturschutz- und FFH Gebiete sollten durch eine 200 m breite Spange (Mittelfeld) verbunden bleiben, damit Flora und Fauna sich ungehindert ausbreiten können. Somit sollte eine Einschränkung des Lebensraums (Inselleben) vermieden werden und dieses Mittelfeld wurde Opfer der Baumfällung das später als Abbaufeld genutzt wird. Als dies bekannt wurde lud der Bürgermeister von Ellrich, Matthias Ehrhold die verantwortliche Firma zur Stadtratssitzung nach Woffleben ein, um über den Sachverhalt diskutieren zu können. Die Bilanz für die Bürger fiel negativ aus. 100 000 t Rohgips im Jahr sollen abgebaut werden.
Das sind täglich rund 30 Vierzig-Tonner-LKW, die auf maroden Straßen zwischen Woffleben-Gudersleben bzw. Cleysingen- Ellrich nach Niedersachsen transportieren, und die Anwohner werden sich über Lärm und Staub bedanken. Für die Kommunen gibt es keine Steuern, keine Arbeitsplätze, die Landschaft wird sich zu ungunsten verändern und somit werden junge Leute weiterhin unsere Region verlassen.
Die Kommunen im Südharz haben nur eine Chance, wenn sie ihre einmalige schöne Natur touristisch vermarktet. Der Stadtrat hat im Februar das Tourismuskonzept bis 2012 beschlossen. Die anspruchsvollen Ziele werden der Kommune viel Kraft und Geld kosten. Um die Bewohner an den Südharz zu binden müssen die Kommunalpolitiker dafür sogen, das der wirtschaftliche Aufschwung nur über diesen Weg erfolgen kann.
Wolf-Ulrich Künzel, Linkspartei
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.

