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Zeitreise im Dom

Sonntag, 13. Mai 2007, 16:50 Uhr

Aus der Rede von OB Rinke
Nordhausen (nnz). Wohl an dem Ort, der historisch am meisten mit der Gründung der Stadt Nordhausen verbunden ist, wurden heute die Feierlichkeiten zum 1080. Jubiläum der Rolandstadt eröffnet. In ihrer Festansprache ging Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) auf die Geschichte von Nordhausen ein.

Voll bestezter Dom (Foto: nnz) Voll bestezter Dom (Foto: nnz)

Musikalisch umrahmt vom Kammerchor Michaelstein hatte Barbara Rinke die Gäste im Dom zum Heiligen Kreuz mit auf eine Zeitreise genommen. „Der Name „Nordhausen“ wird das erste Mal urkundlich erwähnt am 13. Mai 927, also heute genau vor 1080 Jahren. Das ist der Tag, an dem Heinrich I. sein „Eigengut“ in Nordhausen seiner Gemahlin Mathilde vermacht. Als im Jahre 915 seine Tochter Gerberga in der Burg Nordhausen geboren wird, kann von einem Marktort oder gar einer Stadt noch nicht die Rede sein. 929 bekommt Mathilde dann auch noch sämtliche Einkünfte, Insassen und Leibeigenen überlassen. So kann sie sofort ans Werk gehen, um sich ihren großen Wunsch, die Gründung eines Damenstiftes in unmittelbarer Nähe der Königspfalz zu erfüllen“, so RInke.

Weitere Stationen waren die Entwicklung von Nordhausen zur freien und Reichsstadt, die Gründung der ersten städtischen Schule, die erste Erwähnung des Nordhäuser Rates 1266, die Nordhäuser Revolution 100 Jahre später, die Zeit unter preußischer Herrschaft. Im Fokus ihrer Betrachtungen stellte Rinke die Historie des Bildungswesens in Nordhausen.

In der Gegenwart der Stadt bleibt ein Umstand oftmals unerwähnt: Über 60 Jahre Frieden, die längste Zeit seit der Gründung der Stadt. Rinke erinnert an den Beschluß unter dem Titel „Nordhausen – Stadt des Friedens“ und schließt den bildungspolitischen Reigen mit einem Ausblick auf den November dieses Jahres: Dann wird die Nordhäuser Fachhochschule ihr zehnjähriges Jubiläum feiern, und „dann ist mir um die Zukunft der 1000jährigen nicht bange. Auf dem alten Weinberg ist eine Zukunftswerkstatt entstanden, wo junge Menschen ans Werk gehen, Lösungsvorschläge für die Probleme von morgen und übermorgen zu finden. Dazu wird in den unterschiedlichsten Schul- und frühkindlichen Bildungseinrichtungen unserer Stadt der Grundstein gelegt. Allen Kindern, den schwachen und den starken, den langsamen und den schnellen, eine solide Bildung zu ermöglichen, sollte unser vornehmstes Ziel sein, denn sie alle werden gebraucht, um unsere Stadt auch für die nächsten Generationen liebens- und lebenswert zu gestalten.“

Bild übergeben (Foto: nnz) Bild übergeben (Foto: nnz)

Während des Festaktes gab es noch ein besonderes Geburtstagsgeschenk: Die Mitglieder des Nordhäuser Lions-Clubs übergaben das Ölgemälde „Blick auf Nordhausen“. Das Bild zeigt eine Stadtansicht aus Nordwesten und stammt aus dem Jahr 1700. Das Bild, das sich seit vielen Jahren im Bestand des Museumsdepots befindet, wurde vom Lions-Club mit finanzieller Unterstützung der Stadt Nordhausen und dem Thüringer Wirtschaftsministerium aufwändig restauriert.

Im Anschluss an den Festakt waren vor dem Dom 1080 Luftballons in den Stadtfarben in den Himmel langsam aufgestiegen. Anschließend hatten Nordhäuser Kinder in der Blasii Kirche musikalisch ihrer Stadt zum Geburtstag gratuliert.
Autor: nnz

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