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Fußballhoch nach Hochzeit?

Donnerstag, 10. Mai 2007, 08:21 Uhr
Nordhausen (nnz). Seit 1909 existiert der FC Thüringen Weida und ist damit fast so alt wie der FSV Wacker Nordhausen. Nicht nur nach dem Alter gibt es fast einen Gleichstand, sondern auch nach den bisher ausgetragenen 21 Spielen gegeneinander; denn beide Vertretungen haben neun Siege und neun Niederlagen bei drei Remis in ihren Bilanzen stehen. Der „sporthistorische“ Ausblick wie immer von Klaus Verkouter.


Das Treffen am Wochenende scheint demnach keinen eindeutigen Favoriten zu haben. Betrachtet man allerdings die Heimspiele für sich, so hat jeder Verein zu Hause den anderen siebenmal geschlagen. So gesehen hätte Wacker im Albert-Kuntz-Sportpark die besseren Aussichten.

Da Weida im Gegensatz zu Nordhausen, das auch theoretisch nicht mehr absteigen kann, noch jeden Punkt benötigt, ist ein ambitionierter Gegner zu erwarten, der wie in den Spieljahren 1979/80 und 1987/88 hier gewinnen möchte. In jener Saison wurde sogar der ehemalige Europapokal-Sieger 1. FC Magdeburg in der 2. Hauptrunde des FDGB-Pokals von Weida ausgeschaltet.

Die Wacker-Akteure tun also gut daran, die Ostthüringer nicht zu unterschätzen und sich an das erfolgreiche Heimspiel gegen Weida im Jahre 2005 zu erinnern. Das war ein klares 4:0. Die am vergangenen Sonnabend beim SV SCHOTT JENAer GLAS wegen Urlaubs (Braun) und der Hochzeit von Lars Pohl (Glückwunsch!) fehlenden Spieler (neben dem Bräutigam noch Trauzeuge Pistorius) schossen übrigens neben Weißhaupt damals die Tore.

Oder man blättert etwas in den Archiven und findet z.B. ein 5:1 von 1959 oder erfährt von einem 6:0 vor 40 Jahren. Diese drei Ergebnisse waren zugleich Nordhausens höchste Siege gegen Weida. Um jetzt nicht den Boden der Realität unter den Füßen zu verlieren, führen wir uns die beiden letzten Spiele gegen den FC Thüringen vor Augen, die deutlich mit 0:3 und 0:2 in die Hose gingen, allerdings auswärts.

Hochzeit und Urlaub sollten einerseits die drei oben Genannten und andererseits die Niederlage in Jena auch die restlichen Wackeraner beflügeln, vielleicht an diesem Wochenende ein Fußballhoch hinzuzaubern. Nebenbei bemerkt: Ganz so „harmlose Südharzer“ (wie die Überschrift einer hiesigen Tageszeitung lautete) habe ich als Augenzeuge dort nun wirklich nicht gesehen, lediglich einen verdienten und robusteren Sieger.

Nordhausen hat in seiner über hundertjährigen Fußballgeschichte erst einmal an einem 12. Mai gewonnen (vor 16 Jahren gegen den 1. FC Markkleeberg). Also könnte Wacker in dieser Hinsicht zur Freude der Fans, die in der Thüringenliga von der Anzahl her nach dem 26. Spieltag in der Heim-Zuschauerstatistik immer noch unangefochten an erster Stelle stehen, ruhig einen Erfolg nachlegen. Die zweite Mannschaft und einige Nachwuchsvertretungen gehen da mit gutem Beispiel voran.
Klaus Verkouter
Autor: nnz

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