nnz-Forum: Trau – schau – wem
Dienstag, 08. Mai 2007, 19:45 Uhr
Nordhausen (nnz). Zum geplanten Gipsabbau im Südharz gibt es kontroverse Diskussionen. Die nnz mit einem weiteren Statement im Forum.
Nach Aussage des Thüringer Umweltministeriums (nnz vom 4.5.07) handele es sich bei dem geplanten Gipstagebauen Woffleben/Himmelsberg-Mittelfeld und Rüsselsee–Ost nicht um Neuaufschlüsse, sondern um Erweiterungen des bereits bestehenden Tagebaues Rüsselsee. Die Verantwortlichen des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt hätten gut daran getan, sich näher mit dem bereits bestehenden Tagebau Rüsselsee beschäftigen. – Oder wollten sie es gar nicht ?
1996 hatte die Gemeinde Niedersachswerfen mit der Südharzer Gipswerk GmbH Ellrich (SHG) ein Pilotprojekt für das Abbaufeld Rüsselsee vertraglich vereinbart. Das Pilotprojekt hat folgende Schwerpunkte zum Inhalt:
- Die kontinuierliche/sofortige Renaturierung des Abbaufeldes im Symbiose mit dem Gipsabbau und - Die Begrenzung des Abbaufeldes
Wenn jetzt die Firmen SHG und das am Himmelsberg abbauwillige Unternehmen Saint Gobain (ehem. Börgardts GmbH aus Walkenried), gemeinsam mit dem Landesbergamt und dem Umweltministerium behaupten, es handele sich lediglich um eine Erweiterung eines bestehenden Abbaufeldes, dann grenzt das aus meiner Sicht an Unverfrorenheit. In diesem Fall wäre der Abschluss des Pilotprojektes, für das die Gemeinde Niedersachswerfen im Übrigen sehr viel Geld bezahlt hat, ein arglistiges Manöver gewesen, um über die wahren Ziele und Absichten der Gipsindustrie hinwegzutäuschen.
Das wiederum lässt die Beteuerungen des Unternehmens Saint Gobain : wir wollen ja nur die 1,2 ha am Himmelsberg abbauen - in einem völlig anderen Licht erscheinen. Die gleiche Frage erhebt sich natürlich bei allen anderen geplanten Gipssteinbrüchen der Gipsindustrie.
Darüber hinaus bleibt die Tatsache bestehen, dass beim Abbaufeld Woffleben/Himmelsberg-Mittelfeld der Flächennutzungsplan und der B- Plan der Gemeinde Niedersachswerfen für dieses Gebiet völlig ignoriert wurden und das Wirtschaftsministerium auf eine Umwidmung der für die Osterweiterung Rüsselsee beanspruchten Flächen als Vorranggebiete für den Gipsabbau abzielt, die jetzt noch als Gebiete für Natur und Erholung im regionalen Raumordnungsplan ausgewiesen sind.
Über eines sollten sich die Bewohner der Region im Klaren sein. Wird der geplante Abbau am Himmelsberg umgesetzt, wird über einen Zeitraum von 12 Jahren jede Viertelstunde ein Schwertransporter mit Gipsgestein den Tagebau in Richtung Ellrich und weiter nach Walkenried verlassen und diese Belastung zusätzlich zum bestehenden Verkehrsaufkommen die Lebensqualität der Anwohner beeinträchtigen. Jährlich sollen am Standort 100.000 t Gips gefördert werden. Das Unternehmen zahlt dafür an das Land Thüringen 40 Cent/t geförderte Gipssteine. Neue Arbeitsplätze werden nach Aussage der Unternehmensleitung nicht geschaffen.
Das macht mich nicht nur wütend, sondern auch unendlich traurig - und das, wie oben begründet, in vielfältiger Hinsicht.
Dieter Bökert, Niedersachswerfen
Nach Aussage des Thüringer Umweltministeriums (nnz vom 4.5.07) handele es sich bei dem geplanten Gipstagebauen Woffleben/Himmelsberg-Mittelfeld und Rüsselsee–Ost nicht um Neuaufschlüsse, sondern um Erweiterungen des bereits bestehenden Tagebaues Rüsselsee. Die Verantwortlichen des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt hätten gut daran getan, sich näher mit dem bereits bestehenden Tagebau Rüsselsee beschäftigen. – Oder wollten sie es gar nicht ?
1996 hatte die Gemeinde Niedersachswerfen mit der Südharzer Gipswerk GmbH Ellrich (SHG) ein Pilotprojekt für das Abbaufeld Rüsselsee vertraglich vereinbart. Das Pilotprojekt hat folgende Schwerpunkte zum Inhalt:
- Die kontinuierliche/sofortige Renaturierung des Abbaufeldes im Symbiose mit dem Gipsabbau und - Die Begrenzung des Abbaufeldes
Wenn jetzt die Firmen SHG und das am Himmelsberg abbauwillige Unternehmen Saint Gobain (ehem. Börgardts GmbH aus Walkenried), gemeinsam mit dem Landesbergamt und dem Umweltministerium behaupten, es handele sich lediglich um eine Erweiterung eines bestehenden Abbaufeldes, dann grenzt das aus meiner Sicht an Unverfrorenheit. In diesem Fall wäre der Abschluss des Pilotprojektes, für das die Gemeinde Niedersachswerfen im Übrigen sehr viel Geld bezahlt hat, ein arglistiges Manöver gewesen, um über die wahren Ziele und Absichten der Gipsindustrie hinwegzutäuschen.
Das wiederum lässt die Beteuerungen des Unternehmens Saint Gobain : wir wollen ja nur die 1,2 ha am Himmelsberg abbauen - in einem völlig anderen Licht erscheinen. Die gleiche Frage erhebt sich natürlich bei allen anderen geplanten Gipssteinbrüchen der Gipsindustrie.
Darüber hinaus bleibt die Tatsache bestehen, dass beim Abbaufeld Woffleben/Himmelsberg-Mittelfeld der Flächennutzungsplan und der B- Plan der Gemeinde Niedersachswerfen für dieses Gebiet völlig ignoriert wurden und das Wirtschaftsministerium auf eine Umwidmung der für die Osterweiterung Rüsselsee beanspruchten Flächen als Vorranggebiete für den Gipsabbau abzielt, die jetzt noch als Gebiete für Natur und Erholung im regionalen Raumordnungsplan ausgewiesen sind.
Über eines sollten sich die Bewohner der Region im Klaren sein. Wird der geplante Abbau am Himmelsberg umgesetzt, wird über einen Zeitraum von 12 Jahren jede Viertelstunde ein Schwertransporter mit Gipsgestein den Tagebau in Richtung Ellrich und weiter nach Walkenried verlassen und diese Belastung zusätzlich zum bestehenden Verkehrsaufkommen die Lebensqualität der Anwohner beeinträchtigen. Jährlich sollen am Standort 100.000 t Gips gefördert werden. Das Unternehmen zahlt dafür an das Land Thüringen 40 Cent/t geförderte Gipssteine. Neue Arbeitsplätze werden nach Aussage der Unternehmensleitung nicht geschaffen.
Das macht mich nicht nur wütend, sondern auch unendlich traurig - und das, wie oben begründet, in vielfältiger Hinsicht.
Dieter Bökert, Niedersachswerfen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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