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Kein Spaziergang in Jena

Donnerstag, 03. Mai 2007, 17:53 Uhr
Nordhausen (nnz). In der ewigen Rangliste der Thüringenliga belegt der SV SCHOTT JENAer GLAS unangefochten den 1. Platz. Wacker muss an diesem Wochenende bei den Jenaern antreten. Ein Vorbericht von Klaus Verkouter.


In dieser Saison ist man zurzeit sicherer Vierter und liebäugelt bestimmt mit einem Bronzeplatz nach dem 30. Spieltag, da Weimar nur einen Pluspunkt mehr vorweisen kann. Der FSV Wacker 90 Nordhausen kommt den Saalestädtern sicher gerade recht, um diesem Ziel in der Jenaer Spielstätte Oberaue (neben dem großen Bruder FC Carl Zeiss) einen Schritt näher zu kommen. Durch die bisherigen eher bescheidenen Auftritte der Nordhäuser in der Saalestadt wird diese Absicht untermauert; denn die beiden Auswärtssiege Wackers aus Amateuroberliga-Zeiten von 1998 und 1999 (6:1 und 3:0) sind Schnee von gestern.

Die Glaswerker gelten inzwischen als eine der spielstärksten Mannschaften der Liga und besitzen als gegenwärtig drittstärkster Heimverein zu Hause eine fast makellose Bilanz. Nur Gotha konnte dort alle drei Punkte entführen.

In der Thüringenliga hat Jena noch kein Spiel gegen Nordhausen verloren (2 Siege, 3 Unentschieden). Deutlicher kann die Außenseiterrolle der Südharzer gar nicht ausfallen. Blicken wir etwas genauer auf die beiden Landesliga-Begegnungen in Jena.

Am 16.02.2002 verlor Wacker dort durch ein Elfmetertor mit 0:1. Damals organisierte Libero Ludwig seine Abwehr gut und wurde für die Elf des Tages einer hiesigen Tageszeitung nominiert. Unterm Strich blieb der FSV aber abgeschlagen auf dem letzten Tabellenrang. Der Abstieg zum Saisonende in die 6. Liga (Landesklasse) bedeutete den Tiefpunkt in Wackers Vereinsgeschichte. Neben Ludwig stehen nur noch Elle, Pohl und Pistorius im aktuellen Nordhäuser Kader.

Nach dem Wiederaufstieg präsentierte sich eine ganz andere Nordhäuser Truppe am 10.09.2005 beim SV SCHOTT. Das 1:1 vor 100 Zuschauern wurde unterschiedlich bewertet. Die einen meinten: „Nach den großen Jenaer Chancenvorteilen in der ersten Hälfte hätte die Partie entschieden sein können.“ Andere sahen „…stärkere Nordhäuser, die sich vor allem im Mittelfeld ein ziemliches Übergewicht erarbeiteten.“ Beide Zitate stammten von Jenaer Kommentatoren. Dem Ergebnis nach zu urteilen, liegt die Wahrheit wohl in der Mitte.

Aus der Mannschaft jenes Spiels standen letzte Woche beim 3:1-Sieg über Ilmenau Taute, Pohl, T. Steinberg, Pistorius, Elle und Braun auf dem Feld. Bei allen fünf Thüringenliga-Begegnungen seit dem 1:5 1991 im Albert-Kuntz-Sportpark waren drei Akteure dabei: Ludwig, Pistorius und Elle.

Trotz der weniger guten Erinnerungen an Jena sollte ein erneutes Unentschieden das Minimalziel von Wacker sein. Mit vollster Konzentration kann wieder eine Punkteteilung möglich werden. In Ehrfurcht muss die Elf nicht erstarren – und ein Cornelius Brack dürfte bei seinen ehemaligen Vereinskollegen wie im Hinspiel besonders motiviert sein.
K. Verkouter
Autor: nnz

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