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Varianten und Konzepte

Mittwoch, 25. April 2007, 19:47 Uhr
Nordhausen (nnz). Plädoyers zum Theater gab es im Rathaus und im Stadtrat schon unzählige. Heute folgte ein weiteres mit Laptop, Beamer, Varianten und Zahlen.


Er versteht sein Geschäft, der Intendant des Nordhäuser Theaters. Lars Tietje blieb es vorbehalten, anhand von Zahlen den Stadträten die Zeit bis zur Entscheidung Anfang Juni zu erleichtern. Es ist sein Job, für das Theater zu kämpfen. Und schließlich waren diese Zahlen auch hilfreich bei der Abwägung über 300.000 Euro. Die will Oberbürgermeister Barbara Rinke (SPD) ab dem Jahr 2009 zusätzlich bereitstellen. Für den Erhalt der Ballettsparte.

Und so setzte Lars Tietje die künftige Situation in Szene. Er spielte zuerst mit der bösen Variante B. Hier würden 45 Stellen abgebaut, das Orchester verkleinert und das Ballett wäre weg. Die kluge Variante erhielt den Buchstaben „A“ und sieht den Abschluß eines Haustarifvertrages ohne betriebsbedingte Kündigungen vor. Bis zum Jahr 2012 sollen 12 Stellen „natürlich abgebaut“ werden, die Mitarbeiter verzichten auf mindestens zehn Prozent ihres Gehaltes und es könne keine linearen Tariferhöhungen geben.

Doch diese freundliche Variante birgt noch eine dramatische Nuance, die freilich ans Ende der Aufführung gesetzt wurde. Es bleibt immer noch ein Fehlbetrag von kumulierten 1,8 Millionen Euro von 2009 bis 2012.

Hier hörte Tietje auf, und die Oberbürgermeisterin trat auf die Bühne. Heute sei zwar noch keine Entscheidung zu treffen, doch die Stadträte sollten die Zeit bis zum 6. Juni nutzen, um sich letztlich für die Zukunft des Nordhäuser Theaters in seiner jetzigen Form zu entscheiden. Mehrere Stadträte schlossen sich diesem Schlusswort an. Der Vorhang konnte für dieses Stück fallen.

PS: In der gestern zu Ende gegangenen nnz-Umfrage hatten sich 54 Prozent der Leser gegen einen zusätzlichen Zuschuss in Höhe von 300.000 Euro ausgesprochen, 39.9 Prozent dafür.
Autor: nnz

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