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Jubelstimmung

Montag, 23. April 2007, 08:24 Uhr
Nordhausen (nnz). Jubelstimmung im Handballlager des Nordhäuser SV. Mit einer starken kämpferischen Leistung stürzten sie die HSG Werratal in einen tiefen Alptraum und vom direkten Aufstiegsplatz. Es sollte eine Aufstiegspartie werden, das Spiel Zweiter gegen Vierter, hielt doch die HSG alle Trümpfe zum Aufstieg in der Hand...


Kein Spiel für schwache Nerven gestand ein überglücklicher Trainer Andreas Meyer nach der Begegnung. Danach sah es im Vorfeld ganz und gar nicht aus. Durch Verletzungen und Ausfällen gebeutelt, trat eine Rumpfmannschaft die Reise zum Meisterfavoriten an. Einziger Lichtblick, entgegen den letzten Meldungen stand Stefan Fuhrmann seinem Team zur Verfügung. Unter dem Motto – Alles oder nichts – begann die Begegnung vor über 450 begeisterten Handballfans in der Sporthalle von Breitungen. Diese wollten natürlich nach dem Spiel den Aufstieg feiern und der Präsident des Thüringer Handball Verbandes hatte auch schon die Meisterurkunde für die HSG Werratal dabei. Obwohl die Nordhäuser nur mit einem Sieg noch theoretische Chancen auf Platz 3 hatten, wollten sie diese beim Schopf packen.

Torschützenkönig (Foto: HSG) Torschützenkönig (Foto: HSG) Nach der umjubelten 1:0 Führung der Gastgeber folgte die erste Ernüchterung. Mit 4 Großparaden in Folge sorgte Karsten Scholz für etwas Stille auf den Rängen, ausgenommen die mitgereisten Nordhäuser Fans. Die Vordermannschaft bedankte sich für den Rückhalt, und plötzlich stand es 4:1 für die Südharzer. Erst jetzt wachte der Favorit auf und versuchte die Initiative an sich zu reißen. Der Zwischenspurt brachte ihnen einen Teilerfolg mit dem 4:4 ein. Nordhausen hielt wieder dagegen und konterte zur 5:4 Führung. Erst nach dem 7:7 konnten sich die spielstarken Gastgeber mit den Treffern 8 und 9 erstmals die Führung bringen. Bis zur Halbzeit entbrannte ein Kampf bei dem die Abwehrreihen im Mittelpunkt standen. Auf Nordhäuser Seite zeichnete sich immer wieder Karsten Scholz zwischen den Posten aus. Großes staunen zur Halbzeit, nur 10:9 für die Gastgeber. Eine torarme aber spannende ersten Halbzeit sahen die Zuschauer.

Nach dem Seitenwechsel wendeten beide Mannschaften enorme Kraft auf, um in diesem Spiel am Ende siegreich zu sein. Bis zum 13:13 waren die Spielanteile gleich, danach legte der NSV den Turbo ein. „Keine Ahnung wo die Mannschaft diese Kraftreserven hernahm.“ kommentierte Meyer diese Minuten. Vier Treffer in Folge zum 17:13 brachten die Gastgeber leicht ins Grübeln. Zwar kämpften die Werrataler um den Anschluss aber oftmals mit stumpfen Waffen. Für den Spielausgang waren diese Minuten definitiv entscheidend.

Der NSV, mit breiter Brust und enormen Selbstvertrauen, untermauerte seine Form mit eiskaltem Spiel. Sie ließen sich nicht von der stürmisch anrennenden HSG zu Fehlern verleiten. Im Gegenteil, in der 51. Spielminute erzielte der Mannschaftskapitän Holger Kühne das 25:17 - die endgültige Entscheidung im Spiel. Die Nordhäuser, in den letzten Minuten der Begegnung stehend Ko, verteidigten nur noch den Vorsprung. Der Minikader war ausgepumpt und wollten nur noch den Sieg über die Zeit retten. Die Gastgeber konnten zwar noch 4 Treffer aufholen aber einholen konnten sie die am Ende erschöpften aber glücklich Nordhäuser nicht mehr. Mit 27:23 schlugen sie am Ende den Tabellenzweiten und zerstörten damit die Aufstiegsträume der Werrataler. Das war eine Meisterleistung bei der die Mannschaft ihr Potential aufzeigte. Grundlage war eine geschlossene Leistung mit zwei stark haltenden Torhütern Sören Ahlert und Karsten Scholz. Insgesamt Fünf mal scheiterten die Gastgeber vom Punkt.

Der erste Teil war geschafft, jetzt musste nur noch der HV 90 Artern gegen die SG Schnellmannshausen siegen. Es dauerte 10 lange Minuten bis das Ergebnis aus Artern eintraf.. Nach der Bekanntgabe lagen sich die Spieler noch einmal in den Armen, die SG Schnellmannshausen hatte das Saisonfinale und damit den 3.Platz in Artern mit 21:19 verspielt.

Trainer Andreas Meyer nach eintreffen der Meldung. „.. die Mannschaft ist über sich hinaus gewachsen, und hat sich für ihre letzten starken Auftritte die Belohnung mit Platz 3 selbst erspielt..“ Ein Sprung auf das Podium ist immer etwas schönes und besonders. Um so wertvoller wenn dies am letzten Spieltag geschieht. Vielleicht hätte man diesen abwarten sollen bevor man die Urkunden ausstellt, jetzt jedenfalls müssen sie neu geschrieben werden.

Das Erreichen des Podiums gab nicht alleine Anlass zur Freude. Mit wieder 11 Treffern konnte sich Stefan Fuhrmann (siehe Foto) die Krone des Torschützenkönigs mit 246 !!! Treffern aufsetzen. Er hat großen Anteil daran das der Nordhäuser Angriff der torgefährlichste der ganzen Liga war.

Karsten Scholz/ Sören Ahlert/ Marco Bialkowski/ Christian Gehr 3/ Martin Stritzel 4/ Sebastian Kreutz 4/ Holger Kühne 3/ Michael Spieß 2/ Tino Beßin/ Stefan Fuhrmann 11
Autor: nnz

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