Kein Verständnis
Mittwoch, 18. April 2007, 21:10 Uhr
Nordhausen (nnz). Das Thüringer Umweltministerium hat die Abholzung eines geschlossenen Waldbestandes für die aktuell geplante Erweiterung des Gipstagebaues Himmelsberg bei Woffleben genehmigt. So lautet eine Presseinformation der Gesellschaft zur Förderung des Biosphärenreservates im Südharz (GFB). Weitere Einzelheiten mit einem Klick.
"Es ist unglaublich ! Während sich die Wirtschaftsförderung des Landkreises Nordhausen um die Verbesserung des Tourismus als einen der wichtigsten Wirtschaftsbereiche der Südharzregion kümmert und feststellt, dass es die unberührte Natur ist, die den Südharz auszeichnet, öffnet das Umweltministerium dem Gipsabbau die Tür. Das ist nicht nur Natur, sondern auch Tourismus schädigend," so Raymond Rordorf, Vorsitzender der GFB.
Das Thüringer Umweltministerium lies über seine Pressesprecherin verlautbaren, dass es gegen eine Erweiterung des Gipsabbaus hinterm Rüsselsee und zwischen zwei bestehenden Naturschutzgebieten nichts einzuwenden habe (die TA berichtete am 4.04.2007). "Das Thüringer Umweltministerium ignoriert dabei ohnehin schon Faktoren wie Arbeitsplätze im Tourismus. In Scheuklappenmanier wird die Waldabholzung dann auch nur mit fehlendem Naturschutzwert des Gebietes erklärt", so die GFB weiter.
"Das Umweltministerium argumentiert, durch den Abbau würden keine Naturschutz- oder FFH-Gebiete beeinträchtigt, verschweigt aber zugleich, dass es selbst dafür gesorgt hat, dass dieses Gebiet nicht als FFH Lebensraum an die EU gemeldet wurde, so Rordorf weiter.
Der Laie muss nichts über Naturschutz wissen, um einfach nur vom Anblick her zu erkennen, dass das Abbaugebiet als Verbindungsachse zwischen zwei Waldgebieten prägend für den Anblick des gesamten Himmelsberg-Mühlberg-Massives ist. Es verbindet damit zwei ausgewiesene Naturschutzgebiete und ist ausgewiesenes Naherholungsgebiet für 3 Südharzgemeinden. Für die hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten sicherte der Wald auf dem Höhenzug die Korrespondenz und den dauerhaften Fortbestand zwischen den Gebieten Himmelsberg und Mühlberg. Dies entsprach dem Anliegen der FFH Gebiete, ein "Netz" zu schaffen, wo Arten wandern und sich auch wieder ausbreiten können.
Ebenfalls vergaß das Thüringer Umweltministerium zu erwähnen, dass die Erweiterung des Gipstagebaus auf der neu gerodeten Fläche von einer anderen Firma als den Ellricher Gipswerken geplant ist. Das Ansinnen der Fortführung des Tagebaus in südliche Richtung kommt von dem in Walkenried ansässigen Unternehmen BPB Formula, das in Thüringen kein Werk hat. Einen automatischen Anspruch auf die Erweiterung des Tagebaus über ein vorhandenes Bergwerksfeld hinaus existiert schon gar nicht. Auch die völlige Ignoranz des Pilotprojektes Rüsselsee, bei dem eine beispielhafte Rekultivierung angestrebt wurde und zu dem sich der ehem. Staatssekretär im Umweltministerium Stefan Illert vor Ort auch bekannte, wird durch die Erweiterung des Abbaus in nördliche Richtung ad akta gelegt.
Was ist uns diese in Europa einmalige Gipskarstlandschaft wert? Eine berechtigte Frage, die es nach Meinung der GFB wieder öffentlich zu erörtern gilt.
Autor: nnz"Es ist unglaublich ! Während sich die Wirtschaftsförderung des Landkreises Nordhausen um die Verbesserung des Tourismus als einen der wichtigsten Wirtschaftsbereiche der Südharzregion kümmert und feststellt, dass es die unberührte Natur ist, die den Südharz auszeichnet, öffnet das Umweltministerium dem Gipsabbau die Tür. Das ist nicht nur Natur, sondern auch Tourismus schädigend," so Raymond Rordorf, Vorsitzender der GFB.
Das Thüringer Umweltministerium lies über seine Pressesprecherin verlautbaren, dass es gegen eine Erweiterung des Gipsabbaus hinterm Rüsselsee und zwischen zwei bestehenden Naturschutzgebieten nichts einzuwenden habe (die TA berichtete am 4.04.2007). "Das Thüringer Umweltministerium ignoriert dabei ohnehin schon Faktoren wie Arbeitsplätze im Tourismus. In Scheuklappenmanier wird die Waldabholzung dann auch nur mit fehlendem Naturschutzwert des Gebietes erklärt", so die GFB weiter.
"Das Umweltministerium argumentiert, durch den Abbau würden keine Naturschutz- oder FFH-Gebiete beeinträchtigt, verschweigt aber zugleich, dass es selbst dafür gesorgt hat, dass dieses Gebiet nicht als FFH Lebensraum an die EU gemeldet wurde, so Rordorf weiter.
Der Laie muss nichts über Naturschutz wissen, um einfach nur vom Anblick her zu erkennen, dass das Abbaugebiet als Verbindungsachse zwischen zwei Waldgebieten prägend für den Anblick des gesamten Himmelsberg-Mühlberg-Massives ist. Es verbindet damit zwei ausgewiesene Naturschutzgebiete und ist ausgewiesenes Naherholungsgebiet für 3 Südharzgemeinden. Für die hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten sicherte der Wald auf dem Höhenzug die Korrespondenz und den dauerhaften Fortbestand zwischen den Gebieten Himmelsberg und Mühlberg. Dies entsprach dem Anliegen der FFH Gebiete, ein "Netz" zu schaffen, wo Arten wandern und sich auch wieder ausbreiten können.
Ebenfalls vergaß das Thüringer Umweltministerium zu erwähnen, dass die Erweiterung des Gipstagebaus auf der neu gerodeten Fläche von einer anderen Firma als den Ellricher Gipswerken geplant ist. Das Ansinnen der Fortführung des Tagebaus in südliche Richtung kommt von dem in Walkenried ansässigen Unternehmen BPB Formula, das in Thüringen kein Werk hat. Einen automatischen Anspruch auf die Erweiterung des Tagebaus über ein vorhandenes Bergwerksfeld hinaus existiert schon gar nicht. Auch die völlige Ignoranz des Pilotprojektes Rüsselsee, bei dem eine beispielhafte Rekultivierung angestrebt wurde und zu dem sich der ehem. Staatssekretär im Umweltministerium Stefan Illert vor Ort auch bekannte, wird durch die Erweiterung des Abbaus in nördliche Richtung ad akta gelegt.
Was ist uns diese in Europa einmalige Gipskarstlandschaft wert? Eine berechtigte Frage, die es nach Meinung der GFB wieder öffentlich zu erörtern gilt.
