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Endlich verabschieden

Freitag, 13. April 2007, 11:16 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Streit um den Vorschlag von SPD und Linkspartei.PDS, das Betreuungsangebot in den Nordhäuser Kindertagesstätten weiterzuentwickeln, hält weiter an. Jetzt melden sich die Linken in der nnz zu Wort und bemühen auch noch Bundes- und Landespolitiker als Argumentationshilfen.


Während man im Bundesfamilienministerium darüber nachdenke, wie die Betreuungsplätze für Krippenkinder in Deutschland weiter ausgebaut werden können, hält die Thüringer Landesregierung stur an ihrer Familienoffensive fest. Seit einem Jahr sei die von der Thüringer CDU gewollte Familienoffensive nun Landesgesetz, womit zugleich den Kommunen massiv die Zuschüsse für die Kinderbetreuung gekürzt wurden, sinniert man in SPD- und PDS-Kreisen.

"Vielleicht sollten Dieter Althaus und Dr. Klaus Zeh mal bei ihrer Bundesministerin ein Nachhilfekurs für Kinderbereuung machen, damit man in Erfurt einsieht, wie falsch die Thüringer Familienoffensive ist", erklärte der Nordhäuser SPD-Vorsitzende Andreas Wieninger.

Die Fraktionen der Sozialdemokraten und der Linkspartei wollen mit einem gemeinsamen Antrag im nächsten Stadtrat die Eröffnung einer zweiten Kinderkrippe in der Stadt Nordhausen durchsetzen. Die neue Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Stadtrat, Barbara Schenke, verweist auf die Einführung des neuen Elterngeldes seit Jahresbeginn und sieht daher ebenso wie die SPD die Notwendigkeit, mehr Betreuungsplätze für Kleinkinder anzubieten.

"Wir müssen jetzt in diesem Jahr noch handeln und da helfen uns die Diskussionen ohne ein schlüssiges Finanzierungskonzept von der Bundesministerin Frau von der Leyen nicht weiter, welche ein Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten erst bis 2011 vorsehen", erklärte Barbara Schenke dazu.

Wieninger betonte, dass die Stadt schon jetzt die Hälfte der gesamten Kinderbetreuungsplätze im Landkreis Nordhausen anbietet und auch die einzige eigenständige Kinderkrippe in der Region vorhält. "Aber eine Krippe wird für die Zukunft nicht reichen, deshalb wollen wir die zweite Einrichtung, auch wenn es dafür zurzeit noch keine zusätzlichen Bundeszuschüsse gibt", erklärte der Sozialdemokrat. Einig sind sich die beiden linken Fraktionen auch darin, dass die ideologisch geführte Diskussion um die Krippenplätze nichts mit der wirklichen Realität der Familiensituation in Deutschland zu tun hat. "Manche Christdemokraten glauben offenbar, dass die Wiedereinführung von mehr Krippenplätzen mit einem Wiederaufbau der DDR einhergeht", meinte Barbara Schenke etwas ironisch zur laufenden Bundesdiskussion.
Autor: nnz

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