Aus zweiter Hand
Dienstag, 10. April 2007, 18:01 Uhr
Nordhausen (nnz). In Nordhausen ist am späten Nachmittag erstmals ein Preis verliehen worden, der Verdienste um die Renaturierung ehemaliger Abbauareale von Baustoffen würdigen soll. Landschaften aus zweite Hand nennt der sich. Wer der erste Preisträger ist, das erfahren nnz-Leser natürlich wie immer aus erster Hand.
Der Gesprächskreis Baurohstoffe besteht nunmehr zwei Jahren. In seiner Zusammensetzung aus Vertretern der Industrie sowie des amtlichen wie auch nichtamtli-chen Naturschutzes geht es diesem Gremium, um Verständigung im Spannungsfeld zwischen industrieller Flächennutzung, insbesondere der bergbaulichen Nutzung von Flächen und den Landschafts- wie auch Naturschutzzielen im Landkreis Nordhausen. Der Gesprächskreis setzt ganz auf sachbezogene und zielführende Diskussion und will mehr Verständnis und Kompromissfähigkeit trotz scheinbar unüberwindlicher Ausgangspositionen schaffen.
Der Gesprächskreis Baurohstoffe gründete sich vor mehr als zwei Jahren. Die Initiatoren, zu denen insbesondere Ralf Harms aus der Kreisverwaltung und Horst Huck genannt werden müssen, waren sich einig, dass die Arbeit nur auf einer gemeinsamen Arbeitsplattform gelingen kann. Diese Arbeitsplattform stellt ein Positionspapier dar, welches sich mit der zukünftigen Nutzung der Baurohstoffpotentiale in Nordthüringen befasst.
In den zwischenzeitlich durchgeführten 11 Treffen dieses Gesprächskreises entstand auch die Idee, Leistungen der Rekultivierung und Renaturierung von bergbaulich genutzten Flächen oder sonstigen industriellen Brachflächen zu würdigen. Die erste Würdigung erfährt die Nordhäuser Firma Sourell. Die Wiedereingliederung der ausgetonten Landschaftsteile im Bereich der vorherrschenden Tongrube wird durch die Umsetzung des erarbeiteten Pflegeplanes zur Förderung des Arten- und Biotopschutzes beitragen. Die natürlichen Abläufe in den vorzufindenden Abbaustellen funktionieren ganz anders als bei Solitärbäumen, Feuchtwiesen und Dolinen sowie Erdfällen.
Hierbei wurde vorrauschend gehandelt, um somit neue Naturfreiräume als bei natur-gegeben oder Halbkulturbiotopen durchsetzen zu können. Maßnahmen die unter dem Motto veni, vidi, vici ablaufen sollen, werden nur wenig erreichen. Geht es bei anderen Lebensräumen vor allem um die Pflege bestehender, vielfach bereits dem Naturschutz gewidmeter Bestände, so steht hier die Vorausplanung noch existenter, erst als Nebenprodukt der wirtschaftlichen Entwicklung anfallender Sekundärlebensräume im Mittelpunkt. Die frühzeitige Reservierung von Folgeflächen zur Wiedereingliederung lässt viele Wege zur Konfliktbewältigung in Abbaustellen offen.
Dies ist um so wichtiger, als abbauwürdige Biotope immer noch wegen ihrer dem klassischen Naturschutzideal widerstrebenden Herkunft weit unter Wert gehandelt werden und die Erkennung ihres gebietsweise geradezu unverzichtbaren Natur-schutzpotentials immer noch von tradierten Vorbehalten blockiert wird. Der Vergleich mit dem hässlichen Entlein das zwar zum strahlenden Schwan wurde, aber wegen seiner sonderbaren Herkunft lange nicht zum Familienverband gehörte, liegt manchmal nahe. Nach Abbau lässt uns der Pflegeplan auf ein neu gestaltetes Landschaftselement hoffen.
Die heutige Auszeichnung des Unternehmens wurde denn auch mit einer symbolischen Preisübergabe Landschaften aus zweiter Hand begleitet. Die für diesen Preis gegebenen Anregungen von Dr. Ziebell und Horst Huck fanden ihre künstlerische Umsetzung durch den Steinmetzmeister Kleffel aus Rossla. Der Preis zeigt einen behauenen Gipsstein und verkörpert die durch den Bergbau devastierte Fläche. Auf der Oberfläche des Gipssteines befindet sich in einer Muldung eine Holzkugel, die das Wiedererstehen eben einer Landschaft aus zweiter Hand symbolisiert.
Die Auszeichnung durch Landrat Joachaim Claus (CDU) nahm Geschäftsführer Thomas Sourell entgegen. Zuvor hatten sich Claus und Vertreter des Gesprächskreises während einer Führung von den modernen Produktionsstandards sowie von den Anstrengungen des Betriebes in punkto Renaturierung und Rekultivierung überzeugen können.
Autor: nnzDer Gesprächskreis Baurohstoffe besteht nunmehr zwei Jahren. In seiner Zusammensetzung aus Vertretern der Industrie sowie des amtlichen wie auch nichtamtli-chen Naturschutzes geht es diesem Gremium, um Verständigung im Spannungsfeld zwischen industrieller Flächennutzung, insbesondere der bergbaulichen Nutzung von Flächen und den Landschafts- wie auch Naturschutzzielen im Landkreis Nordhausen. Der Gesprächskreis setzt ganz auf sachbezogene und zielführende Diskussion und will mehr Verständnis und Kompromissfähigkeit trotz scheinbar unüberwindlicher Ausgangspositionen schaffen.
Der Gesprächskreis Baurohstoffe gründete sich vor mehr als zwei Jahren. Die Initiatoren, zu denen insbesondere Ralf Harms aus der Kreisverwaltung und Horst Huck genannt werden müssen, waren sich einig, dass die Arbeit nur auf einer gemeinsamen Arbeitsplattform gelingen kann. Diese Arbeitsplattform stellt ein Positionspapier dar, welches sich mit der zukünftigen Nutzung der Baurohstoffpotentiale in Nordthüringen befasst.
In den zwischenzeitlich durchgeführten 11 Treffen dieses Gesprächskreises entstand auch die Idee, Leistungen der Rekultivierung und Renaturierung von bergbaulich genutzten Flächen oder sonstigen industriellen Brachflächen zu würdigen. Die erste Würdigung erfährt die Nordhäuser Firma Sourell. Die Wiedereingliederung der ausgetonten Landschaftsteile im Bereich der vorherrschenden Tongrube wird durch die Umsetzung des erarbeiteten Pflegeplanes zur Förderung des Arten- und Biotopschutzes beitragen. Die natürlichen Abläufe in den vorzufindenden Abbaustellen funktionieren ganz anders als bei Solitärbäumen, Feuchtwiesen und Dolinen sowie Erdfällen.
Hierbei wurde vorrauschend gehandelt, um somit neue Naturfreiräume als bei natur-gegeben oder Halbkulturbiotopen durchsetzen zu können. Maßnahmen die unter dem Motto veni, vidi, vici ablaufen sollen, werden nur wenig erreichen. Geht es bei anderen Lebensräumen vor allem um die Pflege bestehender, vielfach bereits dem Naturschutz gewidmeter Bestände, so steht hier die Vorausplanung noch existenter, erst als Nebenprodukt der wirtschaftlichen Entwicklung anfallender Sekundärlebensräume im Mittelpunkt. Die frühzeitige Reservierung von Folgeflächen zur Wiedereingliederung lässt viele Wege zur Konfliktbewältigung in Abbaustellen offen.
Dies ist um so wichtiger, als abbauwürdige Biotope immer noch wegen ihrer dem klassischen Naturschutzideal widerstrebenden Herkunft weit unter Wert gehandelt werden und die Erkennung ihres gebietsweise geradezu unverzichtbaren Natur-schutzpotentials immer noch von tradierten Vorbehalten blockiert wird. Der Vergleich mit dem hässlichen Entlein das zwar zum strahlenden Schwan wurde, aber wegen seiner sonderbaren Herkunft lange nicht zum Familienverband gehörte, liegt manchmal nahe. Nach Abbau lässt uns der Pflegeplan auf ein neu gestaltetes Landschaftselement hoffen.
Die heutige Auszeichnung des Unternehmens wurde denn auch mit einer symbolischen Preisübergabe Landschaften aus zweiter Hand begleitet. Die für diesen Preis gegebenen Anregungen von Dr. Ziebell und Horst Huck fanden ihre künstlerische Umsetzung durch den Steinmetzmeister Kleffel aus Rossla. Der Preis zeigt einen behauenen Gipsstein und verkörpert die durch den Bergbau devastierte Fläche. Auf der Oberfläche des Gipssteines befindet sich in einer Muldung eine Holzkugel, die das Wiedererstehen eben einer Landschaft aus zweiter Hand symbolisiert.
Die Auszeichnung durch Landrat Joachaim Claus (CDU) nahm Geschäftsführer Thomas Sourell entgegen. Zuvor hatten sich Claus und Vertreter des Gesprächskreises während einer Führung von den modernen Produktionsstandards sowie von den Anstrengungen des Betriebes in punkto Renaturierung und Rekultivierung überzeugen können.

