Ausstellung und Gedenken
Dienstag, 03. April 2007, 07:57 Uhr
Nordhausen (nnz). In der kommenden Woche jährt sich zum 62. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora. Die nnz mit einem Überblick.
Gedenkstätte Mittelbau-Dora
Am Mittwoch, den 11. April 2007, finden in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora Gedenkveranstaltungen zum 62. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers statt. Im Gedenken an die Opfer werden um 10 Uhr 30 die Opferverbände Kränze am ehemaligen Krematorium niederlegen. Etwa 20 ehemalige KZ-Häftlinge werden zu diesem Anlass aus vielen Teilen West- und Osteuropas sowie aus Israel und Australien nach Nordhausen anreisen.
Nach einer Begrüßung durch den Leiter der KZ-Gedenkstätte, Dr. Jens-Christian Wagner, wird bei der Kranzniederlegung vor dem ehemaligen Krematorium der Überlebende des Konzentrationslagers General a.D. Louis Garnier sprechen. Der 86-jährige General wurde 1921 in Dijon, Frankreich, geboren. Anfang 1944 wurde er als Résistance-Kämpfer verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert, von wo aus er wenig später in das Lager Dora verschleppt wurde. Nach dem Krieg war Louis Garnier in der Verwaltung der französischen Armee tätig. Zugelich engagierte er sich politisch und humanitär in Verbänden überlebender KZ-Häftlinge. Mehrere Jahre lang war er Präsident des französischen Dora-Verbandes Amicale des déportés de Dora, Ellrich et Kommandos. Heute lebt Louis Garnier in Levallois-Perret.
In Anschluss an die Gedenkrede wird in der rekonstruierten Ausstellungsbaracke im ehemaligen Häftlingslager die von der Gedenkstätte Grafeneck (Baden-Würtemberg) erarbeitete Sonderausstellung Krankenmord im Nationalsozialismus. Grafeneck 1940 eröffnet. Franka Rößner, Mitarbeiterin der Gedenkstätte Grafeneck, hält einen kurzen Vortrag und führt Interessierte durch die Ausstellung. Der Kern der Sonderausstellung zeigt Grafeneck als Tatort der NS-Euthanasieverbrechen in den Jahren 1939 bis 1941.
Schwerpunkte sind die Morde des Jahres 1940, die Opfer, aber auch die Täter von Grafeneck. Zugleich macht die Ausstellung am Beispiel Grafeneck die übergreifende Planung nationalsozialistischer Gewalt- und Vernichtungspolitik deutlich. Um 15 Uhr wird vor dem Eingang zum Stollen eine Barbara-Rose gepflanzt. Die Rose ist nach der französischen Chansonsängerin Barbara benannt, deren Lied Göttingen nach 1945 zum Symbol deutsch-französischer Versöhnung wurde. Im Konzentrationslager Mittelbau-Dora kamen über 2000 französische Häftlinge ums Leben.
Gedenkort Ellrich-Juliushütte
Auf dem ehemaligen Appellplatz des KZ-Außenlagers Ellrich-Juliushütte (am Bahnhof Ellrich) wird um 17.00 Uhr mit einer Kranzniederlegung der 4000 Opfer dieses Lagers gedacht. Die Gedenkrede wird Bürgermeister Matthias Ehrhold halten. Um 18 Uhr wird der Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und Historiker, Dr. Jens-Christian Wagner, im Rathaus Ellrich einen öffentlichen Vortrag über die Geschichte des Außenlagers halten. Das Lager Ellrich-Juliushütte war nach Dora das größte der Mittelbau-Lager. Das ehemalige Lagergelände soll auf Initiative der französischen Association Dora, Ellrich et Kommandos neu gestaltet werden.
Das Lager Dora wurde im August 1943 als Außenlager des KZ Buchenwald gegründet und wurde im Oktober 1944 zusammen mit weiteren Buchenwalder Außenlagern in der Harzregion zum KZ Mittelbau verselbständigt. Es entwickelte sich zum Zentrum eines großen Lagerkomplexes mit über 40 Außenlagern und Arbeitskommandos in beinahe allen Orten der Region. Der Südharz sollte zu einem Zentrum der unterirdischen Rüstungsproduktion werden. Die meisten Häftlinge des KZ Mittelbau mussten auf den zahlreichen Baustellen arbeiten, andere wurden zur Zwangsarbeit in der V2-Produktion herangezogen.
Von 60 000 Häftlingen des KZ Mittelbau-Dora kamen 20 000 ums Leben. Die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora bietet Führungen im Lagergelände und in den Stollenanlagen an. Im September 2006 wurde eine neue Dauerausstellung zur Geschichte des Konzentrationslagers eröffnet. Kernthema der Ausstellung ist die KZ-Zwangsarbeit, für die das KZ Mittelbau-Dora modellhaft steht.
Autor: nnzGedenkstätte Mittelbau-Dora
Am Mittwoch, den 11. April 2007, finden in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora Gedenkveranstaltungen zum 62. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers statt. Im Gedenken an die Opfer werden um 10 Uhr 30 die Opferverbände Kränze am ehemaligen Krematorium niederlegen. Etwa 20 ehemalige KZ-Häftlinge werden zu diesem Anlass aus vielen Teilen West- und Osteuropas sowie aus Israel und Australien nach Nordhausen anreisen.
Nach einer Begrüßung durch den Leiter der KZ-Gedenkstätte, Dr. Jens-Christian Wagner, wird bei der Kranzniederlegung vor dem ehemaligen Krematorium der Überlebende des Konzentrationslagers General a.D. Louis Garnier sprechen. Der 86-jährige General wurde 1921 in Dijon, Frankreich, geboren. Anfang 1944 wurde er als Résistance-Kämpfer verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert, von wo aus er wenig später in das Lager Dora verschleppt wurde. Nach dem Krieg war Louis Garnier in der Verwaltung der französischen Armee tätig. Zugelich engagierte er sich politisch und humanitär in Verbänden überlebender KZ-Häftlinge. Mehrere Jahre lang war er Präsident des französischen Dora-Verbandes Amicale des déportés de Dora, Ellrich et Kommandos. Heute lebt Louis Garnier in Levallois-Perret.
In Anschluss an die Gedenkrede wird in der rekonstruierten Ausstellungsbaracke im ehemaligen Häftlingslager die von der Gedenkstätte Grafeneck (Baden-Würtemberg) erarbeitete Sonderausstellung Krankenmord im Nationalsozialismus. Grafeneck 1940 eröffnet. Franka Rößner, Mitarbeiterin der Gedenkstätte Grafeneck, hält einen kurzen Vortrag und führt Interessierte durch die Ausstellung. Der Kern der Sonderausstellung zeigt Grafeneck als Tatort der NS-Euthanasieverbrechen in den Jahren 1939 bis 1941.
Schwerpunkte sind die Morde des Jahres 1940, die Opfer, aber auch die Täter von Grafeneck. Zugleich macht die Ausstellung am Beispiel Grafeneck die übergreifende Planung nationalsozialistischer Gewalt- und Vernichtungspolitik deutlich. Um 15 Uhr wird vor dem Eingang zum Stollen eine Barbara-Rose gepflanzt. Die Rose ist nach der französischen Chansonsängerin Barbara benannt, deren Lied Göttingen nach 1945 zum Symbol deutsch-französischer Versöhnung wurde. Im Konzentrationslager Mittelbau-Dora kamen über 2000 französische Häftlinge ums Leben.
Gedenkort Ellrich-Juliushütte
Auf dem ehemaligen Appellplatz des KZ-Außenlagers Ellrich-Juliushütte (am Bahnhof Ellrich) wird um 17.00 Uhr mit einer Kranzniederlegung der 4000 Opfer dieses Lagers gedacht. Die Gedenkrede wird Bürgermeister Matthias Ehrhold halten. Um 18 Uhr wird der Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und Historiker, Dr. Jens-Christian Wagner, im Rathaus Ellrich einen öffentlichen Vortrag über die Geschichte des Außenlagers halten. Das Lager Ellrich-Juliushütte war nach Dora das größte der Mittelbau-Lager. Das ehemalige Lagergelände soll auf Initiative der französischen Association Dora, Ellrich et Kommandos neu gestaltet werden.
Das Lager Dora wurde im August 1943 als Außenlager des KZ Buchenwald gegründet und wurde im Oktober 1944 zusammen mit weiteren Buchenwalder Außenlagern in der Harzregion zum KZ Mittelbau verselbständigt. Es entwickelte sich zum Zentrum eines großen Lagerkomplexes mit über 40 Außenlagern und Arbeitskommandos in beinahe allen Orten der Region. Der Südharz sollte zu einem Zentrum der unterirdischen Rüstungsproduktion werden. Die meisten Häftlinge des KZ Mittelbau mussten auf den zahlreichen Baustellen arbeiten, andere wurden zur Zwangsarbeit in der V2-Produktion herangezogen.
Von 60 000 Häftlingen des KZ Mittelbau-Dora kamen 20 000 ums Leben. Die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora bietet Führungen im Lagergelände und in den Stollenanlagen an. Im September 2006 wurde eine neue Dauerausstellung zur Geschichte des Konzentrationslagers eröffnet. Kernthema der Ausstellung ist die KZ-Zwangsarbeit, für die das KZ Mittelbau-Dora modellhaft steht.
