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Ein Wiedersehen im Jahre 2127 (4)

Donnerstag, 29. März 2007, 07:23 Uhr
Nordhausen (nnz). Den morgigen Tag wird der OM III dazu nutzen, u.a. sich im Kommunalen Human-körperentsorgungsbetrieb (HKEB) das vom dortigen Großkrematoriumsleiter Herrn Asche entwickelte NAPSÜLZE - Verfahren (Nass-Asche-Presswürfel-Senkrecht-Überdruck-Lang-Zeit-Einbettung) anzuschauen. Der letzte Teil des Beitrags von P. Grabsch dürfte nicht nur für Technik-Freaks von Interesse sein...


Das Verfahren ist außerordentlich platzsparend, birgt aber auch den Nachteil, dass Arbeitsplätze in der Entsorgungsbranche, z.B. der Erdmöbelindustrie, gefährdet sein könnten. Dieser Nebeneffekt muss noch mit Vertretern der Gewerkschaft Lärm/Schrott/ Staub/Särge/Müll beraten werden.

Wir Presseleute erwarten im übrigen, dass sich morgen früh (wie bereits vor fünf Jahren) Demonstranten mit der Forderung nach Eingemeindung des Gebietes um den Auerberg nach Nordhausen zeigen werden. Dazu sagen wir, diese Erhebung könnte eine sinnvolle topographische Abrundung des Nordhäuser Stadtgebietes nach Nordosten sein, ähnlich wie die bereits erreichten Grenzpunkte der Unstrutlinie nach Süden und Osten, Stöberhai nach Nordwesten und Eichsfelder Pforte nach Westen. Das neue Stadtlogo mit den ungleichen Türmen von St. Blasii und dem ALDI-Twintower am Westufer der Kiesgewässer nahe Sundhausen bekäme dann auch einen zentraleren Bezugspunkt als es das alte Logo mit den Ruinen der Sondershäuser und Heringer Schlösser, deren Silhouetten noch nie landschaftsprägend gewesen sind, je gehabt hat.

Diesen Standpunkt vertritt übrigens auch der Ombudsrat der Aue-Fischer. Bekanntlich tagte dieses Gremium kürzlich an Bord des Ausflugsdampfers „Rossla", der im Hafen von Tilleda festgemacht hatte, und die Kostenberechnungen für die geplante Erhöhung der Kaimauer von Urbach prüfte, die zukünftig verhindern soll, dass ein Tsunami wie der vom Jahre 2113 an den Ufern des Kelbraer Meeres enorme Schäden anrichten kann. Bekanntlich war diese Katastrophe dadurch ausgelöst worden, dass zwischen Windehausen und Uthleben der Kies-Raubbau eine Tiefe von 250 Metern trotz aller Warnungen der Geologen überschritten hatte und dabei die bis dahin unbekannte Erdgasblase von Hackpfüffel anbohrte. Mit 47,3 atü löste das Gas eine Schlammfontaine aus, die selbst das Kyffhäuserdenkmal beschmutzte und jene drei Meter hohe Flutwelle auslöste, welche die Insel Windehausen und die Halbinsel Urbach überspült hat. Der Volksmund spricht bereits heute mit seinem unverwüstlichen Mutterwitz vom sogenannten „Aue-Furz".

Liebe Leser, entschuldigen Sie bitte, dass ich in meinen Reisebericht solche teils rein theoretischen Gedanken einstreue, aber angesichts der rasanten Zunahme der Probleme, aber auch deren eigenständiger wissenschaftlicher Lösung in unserer Region läuft mir nach wenigen Jahren meiner Ortsabwesenheit das Herz über! So bin ich begeistert von dem Elan, mit dem Professoren und Studenten der Nordhäuser Weinberg-Universität die Fragen untersuchen, die das Projekt vom Bau eines Schifffahrtkanals vom Kelbraer Meer über die Saale und Elbe zum großen neuen Nordseehafen Magdeburg aufwirft. Sowohl ökologisch wie ökonomisch liegen die Vorteile zwar auf der Hand: der direkte Anschluß unseres Schwerindustriekomplexes um Bielen/Urbach/Wallhausen mit seinen Aluminiumschmelzen, Walz- und Hammerwerken und der nachgeordneten Werkzeugmaschinenindustrie an die Weltschiffahrt minimiert den lärmintensiven Transport von Rohstoffen und Produkten durch Luftkissen-Lastfahrzeuge und Cargolifter erheblich.

Das werden letztlich auch die Bedenkenträger der Urbacher Bürgerinitiative „Rettet die Ruhe unserer Fische" einsehen müssen. Wahrscheinlich wird der OM III übrigens dem Hinweis aus einem Leserbrief an unsere Zeitung nachgehen, dass die beliebten Ausstellungsstücke im Museum „Roswitha Baule" für ausgestorbene Tierarten (u. a. Hund, Katze, Igel, Pferd, Ratte) unserer Region im Gebäude der ehemaligen Altendorfer Kirche bedroht sind vom Fraß der in den letzten Jahren hier vermehrt auftretenden fledermausgroßen Riesenmotte (Kaumampf Fleischerei). Die wertvollen Tiermumien sind leider mit Schafwolle ausgestopft, welche für die Motte einen Leckerbissen darstellt. Hätte man einst Asbestwolle genommen, gäbe es dieses Problem nicht, aber das wurde damals von Umweltschützern ebenso vehement abgelehnt wie heute eine Sanierung der Ausstellungsstücke mit dem bewährten Mixspray Formalin/DDT. Der hohe Gast wird möglicherweise wertvolle rettende Hinweise geben können, denn er hat kürzlich in Kuba eine ähnliche Problematik an der Mumie Fidel Castros studiert. Übrigens wurde soeben noch bekannt, dass der OM III im Hauptgebäude der Stiftung „Parkplatz Hohenrode" übernachten wird, deshalb müssen aus Sicherheitsgründen alle dort abgestellten Straßen- und Luftfahrzeuge bis 18 Uhr vorübergehend fortgeschwebt werden.

Auch die Tankstelle auf dem Parkplatz Hohenrode bleibt ab 17.30 Uhr bis morgen 9.00 Uhr geschlossen. Die Fahrzeuge dürfen ausnahmsweise in dieser Nacht auf den Grünanlagen der Oberaltstadt abgestellt werden. Im Auftrag des Herrn OSM weisen wir noch daraufhin, dass die Bürger der Stadtquartiere 67 (Görsbach/Heringen/ Windehausen) und 112 (Bad Sachsa/Walkenried) am kommenden Samstag mit der öffentlichen kombinierten Inhalationsimpfung (Auffrischung) gegen Wundstarrkrampf und Neonazismus an der Reihe sind.

Diese Pflichtimpfung wird von den Sprühfahrzeugen des Städtischen Südharzkrankenhauses durchgeführt. Alle Fenster in den genannten Quartieren sind in der Zeit von 9 bis 11 Uhr offen zu halten. Im Falle des Ignorierens oder sogar des Ablehnens dieser Maßnahme kann die individuelle öffentliche Nachimpfung mit Druck-Klistier angeordnet werden, die dann terminlich später von der Freiwilligen Feuerwehr vorgenommen wird.

Auch über den Verlauf des zweiten Besuchstages des OM III in unserer Stadt werden wir Ihnen, dann sogar mit Bilddokumentation, ausführlich berichten.
P. Grabsch
Autor: nnz

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