Ein Wiedersehen im Jahre 2127 (3)
Mittwoch, 28. März 2007, 07:23 Uhr
Nordhausen (nnz). Dann kamen wir endlich am Rathaus an, machte P. Grabsch gestern neugierig. Was die Delegation am Rathaus erwartet, das erfahren Sie im dritten Teil unserer spannenden Erzählung.
Dann kamen wir endlich am Rathaus an. Auf dem Platz davor hockt noch immer auf dem Rand des kleinen Brunnens der etwas verfremdet wirkende Vogel. Früher hielten manche Bürger diese Figur für ein Denkmal zu Ehren eines früheren Ministerpräsidenten des ehemaligen Freistaates Thüringen, doch neuere Forschungen fanden heraus, dass hiermit das Stadthuhn Henriette, das im 21. Jahrhundert zu Werbezwecken für ein damals relativ bekanntes Nordhäuser Produkt namens Korn" (ein beliebtes, jedoch gesundheitlich schädliches Getränk, das im Jahre 2020 nach dem Atom-Supergau zum Leberschutz der Überlebenden verboten werden musste) versinnbildlicht werden soll. Direkt an das winzige, aber ehrwürdige Rathaus am Jendreckel-Platz angelehnt steht noch immer jene rätselhafte, vermutlich männliche bunte Statue mit dem seltsam gezackten goldenen Hut auf dem Kopf, dem Blechknüppel in der rechten und dem Kuchenbrett in der linken Hand, die vor 400 Jahren irgend etwas symbolisieren sollte, was heute nicht mehr nachvollzogen werden kann.
Eine symbolhaft dargestellte Hausfrau kann es wohl deswegen nicht sein, weil der Haarwuchs auf ihrer Oberlippe auf Männlichkeit hinweist. Solche seltsamen unhygienischen Barte" trugen zu jenen Zeiten, da Menschen noch behaart waren (also vor dem Jahr 2020) ausschließlich Männer. In den islamischen Ländern, die durch die damalige große persische Kernschmelze bekanntlich alle entvölkert wurden, trugen sogar alle Männer Barte, und zwar schwarze.
Vom Jendreckel-Platz in südlicher Richtung erstreckt sich das Rauten-Wadi. Für uns heutige Nordhäuser ist kaum noch vorstellbar, dass dieses Trockental früher einmal die Magistrale" der Stadt gewesen ist. Seit dem Beginn der Unwetter-Zyklen in der Mitte des 21. Jahrhunderts gibt es nun schon diese geniale Anlage, eine Kombination von Sturzhochwasser-Ableitung aus der Oberstadt in Richtung Zorge und Seilbahntrasse für die Schwebebahnverbindung zwischen Zorgeuferpromenade und Museumswald Gehege", in dem jetzt immer noch 19 echte Laubbäume (das legendäre Nordhäuser Großgrün-Wunder) eine touristische Hauptattraktion unserer Stadt bilden. Im Geröllfeld am Fuße dieses Wadis stießen Tiefbauarbeiter übrigens kürzlich beim Einbringen eines neuen Senkkastens zur Konti-Fütterung der Fischbestände im Grundwasserstrom auf sensationelle fossile Überreste eines Mammuts.
Bisher glaubte die Wissenschaft, dass solche Tiere nach der vorletzten Gletscherschmelze (also im sogenannten Welt-Klimakterium") ausgestorben seien, doch nun scheint der Beweis erbracht, dass sich Einzelexemplare bis in die Mitte des 21. Jahrhunderts im Südharzgebiet aufgehalten haben. Ein besonderes Rätsel gibt den Archäobiologen die Tatsache auf, dass größere Teile des Fells bei diesem Tierfund erstaunlich gut erhalten sind, während die Knochen völlig fehlen und der Umriss nur aus dem Abdruck im lehmigen Fundort mit Hilfe der Computer-Animation und der Knauffschen Gipsausgusstechnik rekonstruiert werden konnte.
Doch nun zum weiteren Ablauf des aktuellen Besuchsprogramms des Gastes. Der Empfang des OM III im Rathaus war feierlich, nicht überschwänglich, also für eine so bedeutende Freie Weltstadt wie sie Nordhausen nun seit dem Jahr 2121 ist, angemessen. Die Nordhäuser Stadträte bekundeten dem hohen Besucher ihren Respekt, trugen dem Vertreter der Weltadministration aber auch ihre Wünsche und Erwartungen in klaren Worten mit leichtem Nordhäuser Dialekteinschlag vor. So erläuterte der Oberstadtmeister seine Absicht, die letzten noch aus der Automobilzeit überkommenen heute überflüssigen Verkehrkreisel zu beseitigen, weil sie den öffentlichen Schwebeverkehr behindern und außerdem heutzutage niemand mehr an groteske Irrungen der damaligen Periode (von Historikern als letzte Kreiszeit" bezeichnet) erinnert werden soll, was durch den Begriff Kreisverkehr" immerhin möglich wäre.
Ferner sprach er deutlich die Ablehnung der Bürgerschaft gegenüber dem Antrag der moslemischen Stadtgemeinde bezüglich der mittelgroßen neuen Moschee an, die im Stadtteil Sehern errichtet werden soll. Schließlich bat der OSM um die Zurückstellung von Weltregierungsplänen, den Stadtteilen im Bode-Wipper-Gebiet weitere schwarzafrikanische Stämme zur Ansiedlung zuzuweisen. Die Kokos- und Kaffeeplantagen dort wären wegen der zunehmenden dortigen Überbauung des Geländes mit Reaktor-Anlagen des städtischen Betriebes KEVN (Kern-Energie-Versorgung Nordhausen) nicht mehr aufnahmefähig.
Den morgigen Tag wird der OM III dazu nutzen, u.a. sich im Kommunalen Human-körperentsorgungsbetrieb (HKEB) das vom dortigen Großkrematoriumsleiter Herrn Asche entwickelte NAPSÜLZE - Verfahren (Nass-Asche-Presswürfel-Senkrecht-Überdruck-Lang-Zeit-Einbettung) anzuschauen...
Hier endet nun der dritte Teil des Berichts. Den letzten können Sie morgen in Ihrer nnz lesen
Autor: nnzDann kamen wir endlich am Rathaus an. Auf dem Platz davor hockt noch immer auf dem Rand des kleinen Brunnens der etwas verfremdet wirkende Vogel. Früher hielten manche Bürger diese Figur für ein Denkmal zu Ehren eines früheren Ministerpräsidenten des ehemaligen Freistaates Thüringen, doch neuere Forschungen fanden heraus, dass hiermit das Stadthuhn Henriette, das im 21. Jahrhundert zu Werbezwecken für ein damals relativ bekanntes Nordhäuser Produkt namens Korn" (ein beliebtes, jedoch gesundheitlich schädliches Getränk, das im Jahre 2020 nach dem Atom-Supergau zum Leberschutz der Überlebenden verboten werden musste) versinnbildlicht werden soll. Direkt an das winzige, aber ehrwürdige Rathaus am Jendreckel-Platz angelehnt steht noch immer jene rätselhafte, vermutlich männliche bunte Statue mit dem seltsam gezackten goldenen Hut auf dem Kopf, dem Blechknüppel in der rechten und dem Kuchenbrett in der linken Hand, die vor 400 Jahren irgend etwas symbolisieren sollte, was heute nicht mehr nachvollzogen werden kann.
Eine symbolhaft dargestellte Hausfrau kann es wohl deswegen nicht sein, weil der Haarwuchs auf ihrer Oberlippe auf Männlichkeit hinweist. Solche seltsamen unhygienischen Barte" trugen zu jenen Zeiten, da Menschen noch behaart waren (also vor dem Jahr 2020) ausschließlich Männer. In den islamischen Ländern, die durch die damalige große persische Kernschmelze bekanntlich alle entvölkert wurden, trugen sogar alle Männer Barte, und zwar schwarze.
Vom Jendreckel-Platz in südlicher Richtung erstreckt sich das Rauten-Wadi. Für uns heutige Nordhäuser ist kaum noch vorstellbar, dass dieses Trockental früher einmal die Magistrale" der Stadt gewesen ist. Seit dem Beginn der Unwetter-Zyklen in der Mitte des 21. Jahrhunderts gibt es nun schon diese geniale Anlage, eine Kombination von Sturzhochwasser-Ableitung aus der Oberstadt in Richtung Zorge und Seilbahntrasse für die Schwebebahnverbindung zwischen Zorgeuferpromenade und Museumswald Gehege", in dem jetzt immer noch 19 echte Laubbäume (das legendäre Nordhäuser Großgrün-Wunder) eine touristische Hauptattraktion unserer Stadt bilden. Im Geröllfeld am Fuße dieses Wadis stießen Tiefbauarbeiter übrigens kürzlich beim Einbringen eines neuen Senkkastens zur Konti-Fütterung der Fischbestände im Grundwasserstrom auf sensationelle fossile Überreste eines Mammuts.
Bisher glaubte die Wissenschaft, dass solche Tiere nach der vorletzten Gletscherschmelze (also im sogenannten Welt-Klimakterium") ausgestorben seien, doch nun scheint der Beweis erbracht, dass sich Einzelexemplare bis in die Mitte des 21. Jahrhunderts im Südharzgebiet aufgehalten haben. Ein besonderes Rätsel gibt den Archäobiologen die Tatsache auf, dass größere Teile des Fells bei diesem Tierfund erstaunlich gut erhalten sind, während die Knochen völlig fehlen und der Umriss nur aus dem Abdruck im lehmigen Fundort mit Hilfe der Computer-Animation und der Knauffschen Gipsausgusstechnik rekonstruiert werden konnte.
Doch nun zum weiteren Ablauf des aktuellen Besuchsprogramms des Gastes. Der Empfang des OM III im Rathaus war feierlich, nicht überschwänglich, also für eine so bedeutende Freie Weltstadt wie sie Nordhausen nun seit dem Jahr 2121 ist, angemessen. Die Nordhäuser Stadträte bekundeten dem hohen Besucher ihren Respekt, trugen dem Vertreter der Weltadministration aber auch ihre Wünsche und Erwartungen in klaren Worten mit leichtem Nordhäuser Dialekteinschlag vor. So erläuterte der Oberstadtmeister seine Absicht, die letzten noch aus der Automobilzeit überkommenen heute überflüssigen Verkehrkreisel zu beseitigen, weil sie den öffentlichen Schwebeverkehr behindern und außerdem heutzutage niemand mehr an groteske Irrungen der damaligen Periode (von Historikern als letzte Kreiszeit" bezeichnet) erinnert werden soll, was durch den Begriff Kreisverkehr" immerhin möglich wäre.
Ferner sprach er deutlich die Ablehnung der Bürgerschaft gegenüber dem Antrag der moslemischen Stadtgemeinde bezüglich der mittelgroßen neuen Moschee an, die im Stadtteil Sehern errichtet werden soll. Schließlich bat der OSM um die Zurückstellung von Weltregierungsplänen, den Stadtteilen im Bode-Wipper-Gebiet weitere schwarzafrikanische Stämme zur Ansiedlung zuzuweisen. Die Kokos- und Kaffeeplantagen dort wären wegen der zunehmenden dortigen Überbauung des Geländes mit Reaktor-Anlagen des städtischen Betriebes KEVN (Kern-Energie-Versorgung Nordhausen) nicht mehr aufnahmefähig.
Den morgigen Tag wird der OM III dazu nutzen, u.a. sich im Kommunalen Human-körperentsorgungsbetrieb (HKEB) das vom dortigen Großkrematoriumsleiter Herrn Asche entwickelte NAPSÜLZE - Verfahren (Nass-Asche-Presswürfel-Senkrecht-Überdruck-Lang-Zeit-Einbettung) anzuschauen...
Hier endet nun der dritte Teil des Berichts. Den letzten können Sie morgen in Ihrer nnz lesen
