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LICHT DER FREIHEIT...

Freitag, 23. März 2007, 08:37 Uhr
Nordhausen (nnz). ...wird vor unserm Wege immer gehen - so sangen sie am Abend vor dem neuen Jahr aus einem persischen Lied für sich und alle ihre Gäste. Die Iraner, die Perser, die Kurden, die Muslime, die Freigeister, - denn ihr Neujahrsmorgen „NOURUZ“ war mit dem Einklang der erwachenden Natur nahe. Ein Bericht in der nnz von Peter Kube.

Persischer Tanz (Foto: G. Bourbeck) Persischer Tanz (Foto: G. Bourbeck)

Frühlingsanfang ist in der uralten persischen Kultur das, was uns Neujahr ist. Ihr Silvester ist die Nacht davor bis zum Äquatorübergang der Sonne. Gefeiert wird, gesungen, gegessen, geplaudert, getanzt. Mirjams wunderbare Solotänze, alle im Kreis oder frei im Raum. Und dann der Sprung über eines von eigentlich sieben Feuern. Das zeigt Mut und gilt als gutes Vorzeichen fürs kommende Jahr.

So auch das Tischgedeck, festlich zurechtgestellt:
„Sib“ - Apfel für Schönheit,
„Senjed“ - getrocknete Lotusfrüchte für die Liebe,
„Sekeh“ - Münzen für Wohlstand,
„Somaq“ - rotes Gewürz für Sonnenfarbe,
„Serkeh“ - Essig für das Alter,
„Samanu“ – Keimlinge des Weizens für die Geduld und
„Sir“ - Knoblauch für die Heilkunst… mehr aufzuzählen wäre möglich. Eine reiche Kulturtradition zwischen Brauch und Anklängen alter Religion.

Gemeinsam gesprungen (Foto: G. Bourbeck) Gemeinsam gesprungen (Foto: G. Bourbeck) Das alles für Menschen, die gerade für ihre Lebensfreude freie Entfaltung suchen. Nader, einer der Organisatoren, sagte, dass sie alle diese und andere Sorgen beim Fest vergessen dürfen. Viele waren gekommen. Der SCHRANKENLOSe INTERNATIONALE GARTEN und sein zugiges unbeheiztes Häuschen boten die ideale Kulisse. Aus einem kalten, sternenfunkelnden Abend wurde eine fröhliche Nacht. Studierende, eingeladen von „MITEINANDER“ und VGD brachten alles Nötige mit. Mit dem INTEGRATIONSBEIRAT bauten sie die „BRÜCKE DES VERTRAUENS“ weiter, energ(et)isch unterstützt von der Evangelischen Gemeinde Frauenberg (DANKE) …und so dauerte diese Feier bis lange in die Nacht, erreichte den Morgen.

Kälte war nur äußerlich, Wärme entstand zwischen den so verschiedenen Menschen. Vormals Fremde werden sich unbefangener Begegnen können. Hilfesuchende kennen neue Adressen. Der Ort der Gastfreundschaft sah am nächsten Morgen wieder trüb aus. Die Saat dieses Festes wächst mit den Früchten des Gartens weiter: mitmenschliche Begegnung ohne Vorurteile und mit Respekt und Offenheit vor- und füreinander.

So kann es weitergehen an diesem Ort. Gäste sind willkommen. Nicht erst in einem Jahr. Wir bauen dort weiter an und auf, wo die Erinnerung an dieses Fest lebt.
Peter Kube
Autor: nnz

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