Bären-Troika kommt nach Worbis
Donnerstag, 31. Januar 2002, 18:35 Uhr
Worbis (nnz). Am 5. März 2002 ist es endlich soweit: Dann werden Mischka, Maika und Tina, drei Europäische Braunbären, ihren Käfig am Stadtwald in Grimma für immer verlassen und in den Alternativen Bärenpark in Worbis übernommen. nnz mit den Hintergründen.
Seit Mitte der 80er Jahre vegetieren die Bären (im Alter von 22 bis 24 Jahre) gemeinsam in einem rund 60 Quadratmeter kleinen Käfig. Zwei Drittel ihres Lebens - Bären werden ca. 30 Jahre alt - mussten sie in trister Umgebung verbringen. Die Tiere wurden Mitte der 80er Jahre als Zuchterfolge der Tierparks Zwickau und Delitzsch für die damalige Garnisonsstadt Grimma beschafft. Als Symbol von Kraft und Mut sollten sie den zu DDR-Zeiten in Grimma stationierten sowjetischen Streitkräften Heimatgefühl vermitteln.
Nach Abzug der Streitkräfte rief diese Qualhaltung Bärenfreunde auf den Plan, die den Förderverein Bärenburg gründeten. Ziel des Vereins war es, die Bärenanlage auf ca. 140 Quadratmeter zu erweitern. Zu dieser Erweiterung kam es nicht, weil sich Verein und Stadtparlament schlussendlich einigten, dass eine so geringe Erweiterung nicht nur mit sehr hohen Kosten verbunden ist, sondern für die Tiere keine wesentliche Verbesserung darstellt.
Bären aus Käfig-, Gruben- und Betonhaltungen zeigen alsbald starke Verhaltensstörungen (Stereotypien). Der Bärenpark in Worbis - ein Tierschutzprojekt - bietet diesen Tieren eine Alternative zur nicht mehr möglichen Auswilderung und zur bisher schlechten Haltung. Auf 40 000 Qaudratmeter Wald- und Wiesenfläche mit zwei Teichen lernen hier die stark verhaltensgestörten Bären ihre verkümmerten natürlichen Instinkte auszuleben. Ein Wolfsrudel als natürlicher Nahrungskonkurrent teilt sich die naturbelassene Freianlage mit zurzeit acht Bären. Ein Beweis für die tiergerechte Haltung in Worbis: In jedem Winter halten einige Bären im Bärenpark Worbis eine natürliche Winterruhe in selbstgegrabenen Höhlen.
Durch die jahrelange unkontrollierte Zucht von Bären aus rein kommerziellen Gründen gibt es einen Überschuss an Bären in Deutschland und in Europa, deren sich die oft überforderten Besitzer entweder durch Schlachtung oder Verbringen in viel zu kleine Käfig oder Zirkusse entledigen. Das bisher in Deutschland einzigartige Tierschutzprojekt mit der europaweit größten Freianlage für Bären und Wölfe wird auch in der Zukunft weitere in Not geratene bzw. behördlicherseits beschlagnahmte Bären aufnehmen. Der Bärenparkbesucher wird - neben der Demonstration einer naturnahen Tierhaltung - auf einem Lehrpfad über die Missbräuche von Bären weltweit aufgeklärt und für den Schutz der Bären sensibilisiert.
Autor: nnzSeit Mitte der 80er Jahre vegetieren die Bären (im Alter von 22 bis 24 Jahre) gemeinsam in einem rund 60 Quadratmeter kleinen Käfig. Zwei Drittel ihres Lebens - Bären werden ca. 30 Jahre alt - mussten sie in trister Umgebung verbringen. Die Tiere wurden Mitte der 80er Jahre als Zuchterfolge der Tierparks Zwickau und Delitzsch für die damalige Garnisonsstadt Grimma beschafft. Als Symbol von Kraft und Mut sollten sie den zu DDR-Zeiten in Grimma stationierten sowjetischen Streitkräften Heimatgefühl vermitteln.
Nach Abzug der Streitkräfte rief diese Qualhaltung Bärenfreunde auf den Plan, die den Förderverein Bärenburg gründeten. Ziel des Vereins war es, die Bärenanlage auf ca. 140 Quadratmeter zu erweitern. Zu dieser Erweiterung kam es nicht, weil sich Verein und Stadtparlament schlussendlich einigten, dass eine so geringe Erweiterung nicht nur mit sehr hohen Kosten verbunden ist, sondern für die Tiere keine wesentliche Verbesserung darstellt.
Bären aus Käfig-, Gruben- und Betonhaltungen zeigen alsbald starke Verhaltensstörungen (Stereotypien). Der Bärenpark in Worbis - ein Tierschutzprojekt - bietet diesen Tieren eine Alternative zur nicht mehr möglichen Auswilderung und zur bisher schlechten Haltung. Auf 40 000 Qaudratmeter Wald- und Wiesenfläche mit zwei Teichen lernen hier die stark verhaltensgestörten Bären ihre verkümmerten natürlichen Instinkte auszuleben. Ein Wolfsrudel als natürlicher Nahrungskonkurrent teilt sich die naturbelassene Freianlage mit zurzeit acht Bären. Ein Beweis für die tiergerechte Haltung in Worbis: In jedem Winter halten einige Bären im Bärenpark Worbis eine natürliche Winterruhe in selbstgegrabenen Höhlen.
Durch die jahrelange unkontrollierte Zucht von Bären aus rein kommerziellen Gründen gibt es einen Überschuss an Bären in Deutschland und in Europa, deren sich die oft überforderten Besitzer entweder durch Schlachtung oder Verbringen in viel zu kleine Käfig oder Zirkusse entledigen. Das bisher in Deutschland einzigartige Tierschutzprojekt mit der europaweit größten Freianlage für Bären und Wölfe wird auch in der Zukunft weitere in Not geratene bzw. behördlicherseits beschlagnahmte Bären aufnehmen. Der Bärenparkbesucher wird - neben der Demonstration einer naturnahen Tierhaltung - auf einem Lehrpfad über die Missbräuche von Bären weltweit aufgeklärt und für den Schutz der Bären sensibilisiert.
