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nnz-Rückspiegel: 30. Januar 2001

Mittwoch, 30. Januar 2002, 06:43 Uhr
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden. Heute:
Haushalt, Rettungswache und Wetterdienst


Einheitsgemeinde beschloß ausgeglichenen Haushalt
Die Einheitsgemeinde im Südharz hat einen ausgeglichenen und gestern auch beschlossenen Haushalt. Rund 9,5 Millionen Mark wurden im Verwaltungshaushalt und etwas mehr als 5,7 Millionen Mark im Vermögenshaushalt festgeschrieben. Blickt man jedoch etwas genauer in das Zahlenmaterial, dann wird deutlich, daß der Sparkurs in der Stadt Ellrich und in Ortsteilen härter geworden ist. Keine Zuschüsse an Vereine, das ist die bittere Pille, die gestern die Mitglieder des Stadtrates schlucken mußten. Dafür wird es 2001 keine Erhöhung der Grundsteuern geben.

Doch nicht nur die Vereine müssen den Gürtel enger schnallen, auch in Richtung Verwaltung hoben die Mitglieder des Stadtrates den Zeigefinger, hier müsse noch effektiver gearbeitet werden. Beim Stellenplan ist das kaum möglich, da immer noch ein abgeschlossener Haustarifvertrag für die Mitarbeiter der Verwaltung gelte. Dieser sieht auf der einen Seite verkürzte Arbeitszeiten vor, auf der anderen Seite ist ein Eingriff in den Stellenplan während der Laufzeit nicht möglich. Der Tarifvertrag ist Bestandteil eines vor Jahren beschlossenen Konsolidierungsprogramms.


Deutscher Wetterdienst untersucht Klima im Südharz
Sülzhayn wird vorerst nicht das Prädikat „Kneipp-Kurort“ anstreben. Darauf verständigten sich gestern die Stadtratsmitglieder auf ihrer Sitzung. Hintergrund dafür ist das Aus der Sanmeda-Klinik am Haidberg, die als eine Art Badehaus fungieren sollte. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Jetzt erst einmal wird das Prädikat „Staatlich anerkannter Luftkurort“ anvisiert. Dafür stehen die Chancen nicht schlecht, erfuhr nnz. Gegenwärtig sei der Deutsche Wetterdienst mit der Erstellung eines Klimagutachtens in der Südharz-Gemeinde beschäftigt. Gute Aussichten aus meteorologischer Sicht bescheinigten die Experten den Sülzhaynern schon mal vorab. Unterstützung moralischer Natur gab es bereits im vergangenen Jahr durch den Bäderausschuß des Landes Thüringen. Anläßlich einer Kreisbereisung im Herbst signalisierten sie den Südharzern das Anstreben des Prädikats „Staatlich anerkannter Luftkurort“. Anmerkung der Redaktion: Geschafft wurde letztlich nur das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“


Südharz-Touristik: Mit 20.000 Mark ist man dabei!
Der Tourismus im Südharz soll konzentriert werden. Diese Forderung machte erneut der Vorsitzende des Vereins „Südharz Touristik“, Bernd Meyer, auf. Den Ellricher Stadträten berichtete Meyer gestern, daß die Gemeinde Ilfeld für touristische Aufgaben eine Mitarbeiterin beschäftigen und 20.000 Mark in diesem Jahr bereitstellen werde. Ähnliche Beschlüsse erwartet Meyer auch von der Gemeinde Neustadt. Bereits im vergangenen Jahr hatte Meyer erste Schritte in diese Richtung unternommen. nnz berichtete von den Bestrebungen der Gründung einer GmbH, die jedoch nicht vollzogen werden konnte, da das notwendige Kapital nicht vorhanden war. Damals sollten Ilfeld, Neustadt und der Ellricher Ortsteil Sülzhayn als Gesellschafter der GmbH fungieren. Der erneute Appell des Bernd Meyer fand gestern im Ellricher Stadtrat offene Ohren. Eine Mitarbeiterin für Tourismus gebe es in Sülzhayn bereits, für touristische Belange stehen im Ellricher Haushalt allerdings lediglich 15.000 Mark zur Verfügung. Wie Stadtrat Michael Seifert der nnz sagte, sei es durchaus möglich, die fehlenden 5.000 Mark aufzubringen. Für ihn sei eine effektive Tourismusarbeit in der Südharz-Region nur in einer konzertierten Aktion machbar. Wenn der Südharz als Ganzes präsentiert würde, hätte alle Kommunen ihre Vorteile davon.


Neue Rettungswache des DRK wurde eingeweiht
Nun ist es perfekt: Die Rettungswache des DRK hat ein neues Domizil. Zwar ist der Aus- und Neubau in Sundhausen mit kleineren Mängeln behaftet, doch die ersten Einsätze wurden bereits erfolgreich vom neuen Standort aus absolviert. Heute nun wurde zur offiziellen Einweihung eingeladen. In seinen Begrüßungsworten dankte Landrat Joachim Claus (CDU) als Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes allen Mitarbeitern der Rettungswache, die für die zeitlichen Verzögerungen, vor allem aber für die ungenügenden Arbeitsbedingungen am Taschenberg immer wieder Verständnis aufgebracht hätten. All das habe mit dem Umzug jetzt ein Ende. Jetzt zeige sich, daß die Entscheidung für den Umzug sich gelohnt habe und richtig gewesen sei, so Claus.

Vor allem in Richtung Autobahn A 38 und Goldene Aue können die Einsätze jetzt effektiver gefahren werden. Effektiv heißt beim Rettungsdienst in erster Linie: schneller. In knapp zwölf Minuten müssen die Rettungswagen am Einsatzort sein, die Strecke nach Uthleben wird von Sundhausen aus vier Minuten schneller zurückgelegt, als vom Taschenberg. Vier Minuten, die auch über Leben und Tod entscheiden können. Der Leiter der Rettungswache, Joachim Probst, wies in seinen Worten darauf hin, daß die Rettungswache, die auch als Lehrwache fungiert, in den kommenden Tagen das Zertifikat nach DIN EN 9002 erhalten werde. Die letzten Überprüfungen seien in der vergangenen Woche erfolgreich abgeschlossen worden. An die zwölfköpfige „Besatzung“ der Rettungswache kann trotz DIN eigentlich nur ein Wunsch gerichtet werden: Möglichst wenig Einsätze!
Autor: nnz

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