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Geld im Wandel der Zeit

Dienstag, 06. März 2007, 12:34 Uhr
Nordhausen (nnz). 2007 ist das Jahr der Jubiläen. Auf eine lange Tradition blickte schon im vergangenen Jahr ein großes Geldhaus zurück. Eine Chronik gibt Einblick in 165 Jahre Finanzwesen im Wandel der Zeit. nnz hat darin geblättert.

Geschichte (Foto: Wiethoff) Geschichte (Foto: Wiethoff)

Es war kein Aprilscherz als am 1. 4. 1841 die Kreissparkasse in der Nordhäuser Ritterstraße ihre Türen öffnete. Ein neues Kapitel der Finanzwirtschaft wurde aufgeschlagen. Erstmals gab es für Privatkunden die Möglichkeit ihre Pfennige verzinst anzulegen. Hübsche kleine Spardosen sollten dazu anregen. Anders als heutige Sparschweine ließen sich die soliden Metallbehälter nicht einfach zerschlagen. Nur am Schalter konnte die Dose geöffnet werden. Das Geld wurde auf ein Sparbuch eingezahlt.

Nicht alle Bürger waren gleich davon begeistert. Sie fürchteten um die Sicherheit ihrer Anlagen. Da der Landkreis mit seinem Vermögen für die Sparkasse haftete, konnten die Kunden beruhigt werden.

In der Stadt Nordhausen gründete sich am 26. Januar 1874 eine eigene Sparkasse. Nordhausen war kreisfreie Stadt bis 01. Juli 1950. Am 01. Januar 1951 fusionierten alle Stadtsparkassen von Nordhausen, Bleicherode und Ellrich und die Kreissparkasse zu einer gemeinsamen Kreissparkasse. In den einzelnen Orten entstanden Geschäftsstellen. So ist es bis heute geblieben.

Viele Begebenheiten aus der wechselvollen Geschichte des heutigen Marktführers im Kreis sind in der heute von den Vorständen der Kreissparkasse vorgestellten Chronik „Sparkasse mit Tradition 1841 - 2006“ zu finden. Auf 160 Seiten erhält der Leser nicht nur einen Überblick über die Höhen und Tiefen eines Geldinstituts, sondern erfährt auch einiges über die wechselvolle Geschichte im Kreis. Die in rund anderthalb Jahren von Dr. Peter Kuhlbrodt recherchierten Fakten sind eine Fundgrube für jeden an Heimatgeschichte Interessierten. Zahlreiche Fotos und Dokumente ergänzen die Texte. Notgeld ist genauso zu sehen wie die verschiedenen Gebäude, in denen die Sparkasse im Laufe von 165 Jahren residierte.

Auch die neueste Geschichte findet ausreichend Berücksichtigung. Die Schlage bei der Währungsumstellung ist dokumentiert, genau wie der Bau der neuen Hauptgeschäftsstelle am Kornmarkt. Für Dr. Peter Kuhlbrodt waren alle Zeitabschnitte „überraschend spannend und interessant.“ Das rechtfertigte eine großangelegte Chronik, die weit über die ursprünglichen Entwürfe der Kreissparkasse hinausgeht.

Von der Chronik wurden 1.000 Exemplare gedruckt. Käuflich ist sie nicht zu erwerben. Jeder Mitarbeiter bekommt ein Exemplar. Institutionen erhalten Bücher für ihr Archiv. Geschichtsfreunde sollten mal am Schalter nachfragen. Einige Exemplare sind kostenlos zu erhalten. Vorstand Dieter Przybilla schließt bei Interesse nicht aus, daß es zu einer Neuauflage kommt, denn Geld im Wandel der Zeit ist ein Thema, was für viele Leser spannend sein kann.
Autor: wf

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