Praxisorientiert forschen
Freitag, 02. März 2007, 16:34 Uhr
Nordhausen (nnz). Naturwissenschaftliche Fächer haben es schwer bei den Schülern, viel zu kompliziert und trocken. Technik kann Spaß machen, wenn Jugendliche forschen wie die Großen. Zum zweiten Mal lud das August-Kramer-Institut Realschüler an die Hochschule.

Dennis und drei weitere Jungs haben sich für regenerative Energietechnik entschieden. Für die meisten klang das nicht spannend, bis der Neuntkläßler die Ergebnisse der Forschungswoche präsentierte. Die Jugendlichen haben einiges über Infrarotmeßtechnik gelernt, sogar selbst mit einer Kamera experimentiert. Normalerweise muß man einen teuren Lehrgang besuchen, um mit der kostspieligen Technik umgehen zu dürfen. Viel Spaß hat es gemacht das August-Kramer-Institut unter die Lupe zu nehmen und auf Kältebrücken zu untersuchen. Auch die Gesichter der Mitschüler waren vor der Wärmebildkamera nicht sicher. Die Nase wurde als kältester Teil des Kopfes ausgemacht. Viel Hintergrundwissen über die Infrarottechnik vermittelte Dennis an die Teilnehmer der heutigen Abschlußveranstaltung der zweiten Schülerakademie.
32 Realschüler aus dem Landkreis Nordhausen durften diese Woche forschen und experimentieren. Sie hatten die Wahl aus vier Themenbereichen. Neben der regenerativen Energietechnik waren Umwelttechnik, technische Informatik und Baustofftechnik im Angebot. Zehn Schüler wählten die Umwelttechnik, darunter erstaunlich viele Mädchen. Sie beschäftigten sich mit Kunststoffprodukten aus nachwachsenden Rohstoffen. Dazu hörten sie Vorträge und führten Experimente durch. Der Langzeitversuch zur Verrottung der Bioplaste auf einem Komposthaufen läuft noch. Im September, in der dritten Schülerakademie, wollen die Jugendlichen ihre Ergebnisse auswerten. Ihre Versuche passen gut in das Profil der Fachhochschule, die sich bereits seit 2004 mit verrottbarem Plastegeschirr beschäftigt. Es wurde zur Landesgartenschau präsentiert.
Elf Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit Themen der technischen Informatik. Sie testeten unter anderem ein Solarauto. In Exkursionen informierten sie sich in der Biogasanlage und im Klärwerk. Auch Windkraftanlagen und Hybridfahrzeuge weckten ihr Interesse.
Den härtesten Job hatten sich die sechs Jungen und ein Mädchen mit der Bautechnik ausgesucht. Für ihre Versuche über mögliche Neigungswinkel von Böschungen mußten sie jede Menge Sand und Erde in die Versuchsmaschinen schaufeln. Sie stellten dabei fest, daß es sinnvoll ist die Böschungen beispielsweise an Autobahnen mit einem Kunststoffgitter abzustützen. Fast zehn Winkelgrad steilere Hänge sind möglich.
Alle Arbeitsgruppen zeigten heute ihre Präsentationen und bekamen die Urkunden für die Teilnahme an der Schülerakademie. Das Projekt wurde vom August-Kramer-Institut gemeinsam mit der IKL und der GfAW durchgeführt. Alle Regelschulen von Stadt und Landkreis beteiligten sich und entsandten interessierte Jugendliche. Ganz bewußt wurden Realschüler als Zielgruppe ausgewählt. Sie sollen Lust bekommen auf ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium. Wer weiß, welchen Beruf er ergreifen möchte, hängt gern noch drei Jahre für das Fachabitur dran. Auch über manche Ausbildungsberufe kann man die Fachhochschulreife erlangen und in Nordhausen studieren, erinnerte Institutsleiter Professor Matthias Viehmann.
Im nächsten Schuljahr finden zwei weitere Schülerakademien mit denselben Teilnehmern statt, im September 2007 und im Februar 2008. Für Schüler der neunten Klassen soll es neue Kurse geben. Rund 30 Realschüler sind dann wieder zum Experimentieren eingeladen. Gymnasiasten macht Professor Viehmann im nächsten Schuljahr ein anderes Angebot. Regelmäßige Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag stehen jugendlichen Forschern ab etwa 15 Jahren offen.
Autor: wf
Dennis und drei weitere Jungs haben sich für regenerative Energietechnik entschieden. Für die meisten klang das nicht spannend, bis der Neuntkläßler die Ergebnisse der Forschungswoche präsentierte. Die Jugendlichen haben einiges über Infrarotmeßtechnik gelernt, sogar selbst mit einer Kamera experimentiert. Normalerweise muß man einen teuren Lehrgang besuchen, um mit der kostspieligen Technik umgehen zu dürfen. Viel Spaß hat es gemacht das August-Kramer-Institut unter die Lupe zu nehmen und auf Kältebrücken zu untersuchen. Auch die Gesichter der Mitschüler waren vor der Wärmebildkamera nicht sicher. Die Nase wurde als kältester Teil des Kopfes ausgemacht. Viel Hintergrundwissen über die Infrarottechnik vermittelte Dennis an die Teilnehmer der heutigen Abschlußveranstaltung der zweiten Schülerakademie.
32 Realschüler aus dem Landkreis Nordhausen durften diese Woche forschen und experimentieren. Sie hatten die Wahl aus vier Themenbereichen. Neben der regenerativen Energietechnik waren Umwelttechnik, technische Informatik und Baustofftechnik im Angebot. Zehn Schüler wählten die Umwelttechnik, darunter erstaunlich viele Mädchen. Sie beschäftigten sich mit Kunststoffprodukten aus nachwachsenden Rohstoffen. Dazu hörten sie Vorträge und führten Experimente durch. Der Langzeitversuch zur Verrottung der Bioplaste auf einem Komposthaufen läuft noch. Im September, in der dritten Schülerakademie, wollen die Jugendlichen ihre Ergebnisse auswerten. Ihre Versuche passen gut in das Profil der Fachhochschule, die sich bereits seit 2004 mit verrottbarem Plastegeschirr beschäftigt. Es wurde zur Landesgartenschau präsentiert.
Elf Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit Themen der technischen Informatik. Sie testeten unter anderem ein Solarauto. In Exkursionen informierten sie sich in der Biogasanlage und im Klärwerk. Auch Windkraftanlagen und Hybridfahrzeuge weckten ihr Interesse.
Den härtesten Job hatten sich die sechs Jungen und ein Mädchen mit der Bautechnik ausgesucht. Für ihre Versuche über mögliche Neigungswinkel von Böschungen mußten sie jede Menge Sand und Erde in die Versuchsmaschinen schaufeln. Sie stellten dabei fest, daß es sinnvoll ist die Böschungen beispielsweise an Autobahnen mit einem Kunststoffgitter abzustützen. Fast zehn Winkelgrad steilere Hänge sind möglich.
Alle Arbeitsgruppen zeigten heute ihre Präsentationen und bekamen die Urkunden für die Teilnahme an der Schülerakademie. Das Projekt wurde vom August-Kramer-Institut gemeinsam mit der IKL und der GfAW durchgeführt. Alle Regelschulen von Stadt und Landkreis beteiligten sich und entsandten interessierte Jugendliche. Ganz bewußt wurden Realschüler als Zielgruppe ausgewählt. Sie sollen Lust bekommen auf ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium. Wer weiß, welchen Beruf er ergreifen möchte, hängt gern noch drei Jahre für das Fachabitur dran. Auch über manche Ausbildungsberufe kann man die Fachhochschulreife erlangen und in Nordhausen studieren, erinnerte Institutsleiter Professor Matthias Viehmann.
Im nächsten Schuljahr finden zwei weitere Schülerakademien mit denselben Teilnehmern statt, im September 2007 und im Februar 2008. Für Schüler der neunten Klassen soll es neue Kurse geben. Rund 30 Realschüler sind dann wieder zum Experimentieren eingeladen. Gymnasiasten macht Professor Viehmann im nächsten Schuljahr ein anderes Angebot. Regelmäßige Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag stehen jugendlichen Forschern ab etwa 15 Jahren offen.
