125 Jahre Stadt-Bibliothek (2)
Dienstag, 29. Januar 2002, 08:24 Uhr
Nordhausen (nnz). Im ersten Teil der historischen Betrachtung setzte sich Rainer Hellberg mit der Geschichte der Bibliothek von den Anfängen bis zum Ende des 2. Weltkrieges auseinander. Heute nun der zweite Teil dieser Betrachtung.
Am 10. September 1945 begann unter der Leitung von Hanna Müller der schwere Neubeginn in der Domstraße 16. Durch einen Aufruf an die Bürger wurden etwa 750 Bände, die während des Luftangriffs von Benutzern ausgeliehen worden waren, von den Lesern zurückgebracht. Sie bilde-ten den Grundbestand der wiedereröffneten Einrichtung. Dazu kamen später 2200 Bücher aus beschlagnahmten privaten Bibliotheken. Nach weiteren Ortswechseln, 1947 in die Mauerstraße 16 und anschließend in die Harmonie in der Käthe-Kollwitz-Straße 10, erhielt die Volksbücherei am 26. September 1952 einen festen Platz im Alten Rathaus. Der Bestand war inzwischen auf 8000 Bände angewachsen.
Am 30. Juni 1954 quittierte Hanna Müller nach fünfundzwanzigjähriger ununterbrochener Tätigkeit in der Volksbücherei, davon 20 Jahre als leitende Bibliothekarin, den Dienst. Durch ihr engagiertes und selbstloses Wirken hatte sie die Entwicklung der städtischen Volksbibliothek über drei Jahrzehnte entscheidend geprägt. Hanna Müller wurde am 20. Januar 1903 in Mühlhausen geboren. Hermann und Luise Müller siedelten mit ihren drei Kindern berufsbedingt 1905 nach Nordhausen über. Ab 1918 half sie bereits an den schulfreien Nachmittagen und in den Ferien unentgeltlich in der städtischen Volksbücherei aus. Später arbeitete sie stundenweise in der Volksbücherei, ab 1929 erhielt sie eine Festeinstellung. Nach ihrer Kündigung verließ sie die DDR und ging nach Detmold, wo sie wieder als Bibliothekarin - nun im Staatsarchiv - arbeitete. Ende Februar 1968 trat sie in den verdienten Ruhestand und siedelte nach Bad Sachsa über, wo sie am 18. Dezember 1986 verstarb.
1950 entwickelte sich in der Bibliothek eine Kinder- und Jugendabteilung. Am 1. Januar 1955 erfolgte die Zusammenlegung der Kinder- und Jugendabteilung der Bibliothek im Alten Rathaus mit der des Pionierhauses Hermann Matern zur Zentralen Kinderbibliothek. Als Heimstätte dien-te das ehemalige Eishäuschen bzw. Umkleidehäuschen an der Eiswiese. 1968 wechselte sie in die Flohburg in der Barfüßerstraße 6. Etwa 3000 Bände standen für die jungen Leseratten am An-fang zur Verfügung. 1956 erfolgte die Umwandlung von der Volksbücherei in die Stadt- und Kreisbibliothek. Am 7. Oktober 1974 eröffnete eine Phonothek in der Einrichtung. Der Bestand von 7000 Medieneinheiten bot ein gutes Sortiment an Kassetten und Schallplatten von Klassik und Unterhaltungsmusik bis hin zu Märchen.
Für die ständig wachsenden Bestand wurden die Räumlichkeiten im Alten Rathaus zu eng. In der Wilhelm-Nebelung-Straße 10 erhielt die Bibliothek 1978 eine neue Heimstatt. Nach den notwendigen Umbaumaßnahmen stand eine Gesamtfläche von ca. 400 qm zur Verfügung, die vor allem die Verbesserung Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und die Einrichtung eines Büchermagazins er-möglichten. Ab 1990 begannen durch die Bereitstellung großzügiger Fördermittel umfangreiche Rekonstruktions- und Umbauarbeiten im und am Gebäude. Die Bibliothek musste deshalb vorü-bergehend ins ehemalige Stadthaus umziehen. Am 25. April 1992 eröffnete die Einrichtung in der W.-Nebelung-Straße als Stadtbibliothek Rudolf Hagelstange wieder ihre Pforten - der bekannte Lyriker, Erzähler und kulturkritische Essayist, dessen 90. Geburtstag am 14. Januar 2002 begangen wurde, stammt aus Nordhausen. 1998 erfolgte der Umzug der Kinder- und Jugendbibliothek aus der Flohburg in die repräsentative Villa.
Drei Etagen stehen heute für den Ausleihbereich zur Verfügung. Im Keller ist die Phonothek mit einem großen Bestand u.a. an Kassetten, CD’s, Videos, einer Auswahl an Hörbüchern und einem CD-ROM-Arbeitsplatz untergebracht. Im Parterrebereich ist die Belletristik für Erwachsene, die Kinder- und Jugendliteratur sowie die rechnergestützte Ausleihe zu finden. Die obere Etage ist der Fachliteratur, dem Präsenz- und dem Territorialbestand sowie den Internet-Arbeitsplätzen vorbehalten.
Autor: rhAm 10. September 1945 begann unter der Leitung von Hanna Müller der schwere Neubeginn in der Domstraße 16. Durch einen Aufruf an die Bürger wurden etwa 750 Bände, die während des Luftangriffs von Benutzern ausgeliehen worden waren, von den Lesern zurückgebracht. Sie bilde-ten den Grundbestand der wiedereröffneten Einrichtung. Dazu kamen später 2200 Bücher aus beschlagnahmten privaten Bibliotheken. Nach weiteren Ortswechseln, 1947 in die Mauerstraße 16 und anschließend in die Harmonie in der Käthe-Kollwitz-Straße 10, erhielt die Volksbücherei am 26. September 1952 einen festen Platz im Alten Rathaus. Der Bestand war inzwischen auf 8000 Bände angewachsen.
Am 30. Juni 1954 quittierte Hanna Müller nach fünfundzwanzigjähriger ununterbrochener Tätigkeit in der Volksbücherei, davon 20 Jahre als leitende Bibliothekarin, den Dienst. Durch ihr engagiertes und selbstloses Wirken hatte sie die Entwicklung der städtischen Volksbibliothek über drei Jahrzehnte entscheidend geprägt. Hanna Müller wurde am 20. Januar 1903 in Mühlhausen geboren. Hermann und Luise Müller siedelten mit ihren drei Kindern berufsbedingt 1905 nach Nordhausen über. Ab 1918 half sie bereits an den schulfreien Nachmittagen und in den Ferien unentgeltlich in der städtischen Volksbücherei aus. Später arbeitete sie stundenweise in der Volksbücherei, ab 1929 erhielt sie eine Festeinstellung. Nach ihrer Kündigung verließ sie die DDR und ging nach Detmold, wo sie wieder als Bibliothekarin - nun im Staatsarchiv - arbeitete. Ende Februar 1968 trat sie in den verdienten Ruhestand und siedelte nach Bad Sachsa über, wo sie am 18. Dezember 1986 verstarb.
1950 entwickelte sich in der Bibliothek eine Kinder- und Jugendabteilung. Am 1. Januar 1955 erfolgte die Zusammenlegung der Kinder- und Jugendabteilung der Bibliothek im Alten Rathaus mit der des Pionierhauses Hermann Matern zur Zentralen Kinderbibliothek. Als Heimstätte dien-te das ehemalige Eishäuschen bzw. Umkleidehäuschen an der Eiswiese. 1968 wechselte sie in die Flohburg in der Barfüßerstraße 6. Etwa 3000 Bände standen für die jungen Leseratten am An-fang zur Verfügung. 1956 erfolgte die Umwandlung von der Volksbücherei in die Stadt- und Kreisbibliothek. Am 7. Oktober 1974 eröffnete eine Phonothek in der Einrichtung. Der Bestand von 7000 Medieneinheiten bot ein gutes Sortiment an Kassetten und Schallplatten von Klassik und Unterhaltungsmusik bis hin zu Märchen.
Für die ständig wachsenden Bestand wurden die Räumlichkeiten im Alten Rathaus zu eng. In der Wilhelm-Nebelung-Straße 10 erhielt die Bibliothek 1978 eine neue Heimstatt. Nach den notwendigen Umbaumaßnahmen stand eine Gesamtfläche von ca. 400 qm zur Verfügung, die vor allem die Verbesserung Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und die Einrichtung eines Büchermagazins er-möglichten. Ab 1990 begannen durch die Bereitstellung großzügiger Fördermittel umfangreiche Rekonstruktions- und Umbauarbeiten im und am Gebäude. Die Bibliothek musste deshalb vorü-bergehend ins ehemalige Stadthaus umziehen. Am 25. April 1992 eröffnete die Einrichtung in der W.-Nebelung-Straße als Stadtbibliothek Rudolf Hagelstange wieder ihre Pforten - der bekannte Lyriker, Erzähler und kulturkritische Essayist, dessen 90. Geburtstag am 14. Januar 2002 begangen wurde, stammt aus Nordhausen. 1998 erfolgte der Umzug der Kinder- und Jugendbibliothek aus der Flohburg in die repräsentative Villa.
Drei Etagen stehen heute für den Ausleihbereich zur Verfügung. Im Keller ist die Phonothek mit einem großen Bestand u.a. an Kassetten, CD’s, Videos, einer Auswahl an Hörbüchern und einem CD-ROM-Arbeitsplatz untergebracht. Im Parterrebereich ist die Belletristik für Erwachsene, die Kinder- und Jugendliteratur sowie die rechnergestützte Ausleihe zu finden. Die obere Etage ist der Fachliteratur, dem Präsenz- und dem Territorialbestand sowie den Internet-Arbeitsplätzen vorbehalten.
