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Wo ist Herr Höche?

Mittwoch, 28. Februar 2007, 09:30 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Platz von Martin Höche in der CDU-Kreistagsfraktion blieb gestern leer. Ebenso fehlte der Hohensteiner Bürgermeister einen Tag zuvor bei der Sitzung des Finanzausschusses. Warum?


Martin Höche ist sauer, stinksauer, sagen Mitstreiter von ihm. In dem Mann brodelt es. Mit seiner Ankündigung der hoheitlichen Zuwendung der Einheitsgemeinde Hohenstein in Richtung Nordhausen hat er den Fettnapf nicht hur ausgelegt, er ist auch noch mit beiden Beinen hinein getreten. Gegen Höche hat sich innerhalb der CDU eine Front aufgemacht. Das allein ist nicht schlimm, es war vorher berechenbar. Nun aber sollen sich die Angriffe auf den Bürgermeister unter der politischen Gürtellinie bewegen. Und das will er sich nicht länger antun.

Er hat die Nase voll von diesen Schattenspielen um Macht und Einfluß. Er hat vor allem die Nase davon voll, dass sich in CDU-Kreisen ein derartiger blinder Hass gegen die Kreisstadt aufbaut, dass er es im Augenblick für unerträglich hält mit den Protagonisten dieser Meinungsbildung in einem gemeinsamen Raum zu sein.

Seine Kritik richtet sich in erster Linie gegen den CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Egon Primas. Er spürt den Druck, der aufgebaut wurde. Erst waren es die bekannten Nebensätze, daraus wurde Hauptsätze. Für Martin Höche sind es Parolen, Plattitüden, die eigentlich historisch überholt sind. Gegenüber Freunden soll Höche von einer nachhaltigen Störung seines Verhältnisses zu Primas gesprochen haben. „Den Scheiß mache ich nicht mehr mit“, soll er getobt haben.

Eine sachliche Auseinandersetzung habe er erwartet und sich darauf auch vorbereitet, doch von der Primitivität der Debatte sei er überrascht gewesen, obwohl man ihn genau dahingehend gewarnt hatte.

Nun ist zu hören, dass sich Martin Höche auch parteipolitisch nach Nordhausen orientieren will. Im CDU-Ortsverband in der Rolandstadt könnte sich der Hohensteiner Bürgermeister gut aufgehoben fühlen. Das allerdings, so hört man ebenfalls, habe nichts mit den aktuellen innerparteilichen Störungen zu tun.

Martin Höche war auch heute noch nicht „gut drauf“. Auf Anfrage der nnz, ob er ein Statement abgeben wolle, kam als Antwort. „Ich bestätige nichts und dementiere aber auch nicht“. Hier ist Höche wieder ganz der Politiker.
Autor: nnz

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