Bürgerinitiative mit offenen Brief an Nordhäuser Stadträte
Montag, 06. November 2000, 09:05 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Bürgerinititative "Rettung der Goldenen Aue" wendet sich mit einem offenen Brief an alle Mitglieder des Nordhäuser Stadtrates. Dabei geht es um die weiteren Planungen zu einem künftigen Industriegebiet im der Region zwischen Bielen und Urbach. nnz veröffentlicht dieses Brief im vollen Wortlaut:
Wir wenden uns jetzt an Sie, da unsere Heimat, die "Goldene Aue", durch eine Planung bedroht wird, an dem auch Sie beteiligt sind. Wir meinen das "Industriegebiet Goldene Aue". Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, soll hier auf einer Fläche von 105 ha das größte Industriegebiet Thüringens aus dem Boden gestampft werden. Im damaligen Nordhäuser Stadtrat wurde mehrheitlich für dieses Industriegebiet gestimmt, da die Stadträte hier eine Möglichkeit sahen, den Industriestandort Nordhausen zu stärken und die Arbeitslosigkeit zu senken. Ob die genaue Zielsetzung bekannt war, möchten wir jetzt, nachdem die Planungsunterlagen erstmals öffentlich auslagen, bezweifeln. Das Ziel, unter dem die gesamten Planung erfolgt ist: Seite 15 Punkt 10.1.1 der Planungsunterlagen: "Hier sollen insbesondere diejenigen Betriebe ihren Standort finden, die wegen ihrer Flächenintensität und hohem Störgrades durch Emission in anderen Gebieten bzw. Gebietsarten unzulässig sind". In allen öffentlichen Stellungnahmen des Planungsverbandes wird diese Zielsetzung immer heruntergespielt, wenn man sich allerdings die Emssionseckwerte betrachtet, haben diese eine andere Aussagekraft. Sicherlich ist Ihnen die räumliche Situation der Goldenen Aue bekannt. Hier wird schon durch den Kiesabbau die Natur schwer geschädigt, hier teilt die Autobahn A 38 das Land und wird den Geräuschpegel erheblich erhöhen. Allein durch diese Realitäten wird nicht nur die Flora und Fauna geschädigt, um deren Erhalt wir alle kämpfen, sondern hier wird der Landwirtschaft durch diese Erschliessungen langfristig die Existenzgrundlage entzogen, hier wird die Lebensqualität der gesamten Goldenen Aue bedroht. Und hier stellt sich uns die Frage: Haben unsere gewählten Vertreter wirklich ALLE Fakten bedacht, haben das Für und Wieder, die Kosten und den Nutzen, sowie unter anderem auch die Zielsetzung der AGENDA 21 bedacht. Auch die Umsetzung der AGENDA 21 wurde im Stadtrat Nordhausen beschlossen und steht im genauen Gegenteil zum geplanten Industriegebiet. Diese Gegensätze erleben wir auch, wenn wir uns mit den Freunden des Arbeitskreises Gipsabbau unterhalten. Hier sind sich die Nordhäuser Stadträte alle einig. Die Naturzerstörung am Alten Stollberg muss mit allen Mitteln verhindert werden. Hier soll die Natur zerstört werden und es werden noch nicht einmal Arbeitsplätze geschaffen. Da auch viele Mitstreiter unserer BI sich dort engagieren, wird uns dieser Zwiespalt der politischen Aussagen immer deutlicher. Wenn auch nur wenige Arbeitsplätze geschaffen werden können, wird die Naturzerstörung plötzlich aus einem ganz anderen Blickwinkel gesehen und die Argumente ändern sich schlagartig. Da wir Ihre persönliche Einstellung nicht kennen, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie sich über die Planungen und Zielsetzungen informieren würden. Wir möchten Sie von Herzen dringend bitten: Ringen Sie mit Ihrem Gewissen! Dürfen Sie es zulassen, das immer mehr Landschaften in der Nordhäuser Region geopfert werden, auch mit dem wirklich zweifelhaftem Ausgang der Schaffung von Arbeitsplätzen. Wir würden uns wünschen, wenn Sie unsere Ängste und Sorgen nicht als vordergründig behandeln, denn letztendlich haben sich schon über 2000 Einwohner der Region gegen dieses Industriegebiet ausgesprochen.
Autor: nnzWir wenden uns jetzt an Sie, da unsere Heimat, die "Goldene Aue", durch eine Planung bedroht wird, an dem auch Sie beteiligt sind. Wir meinen das "Industriegebiet Goldene Aue". Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, soll hier auf einer Fläche von 105 ha das größte Industriegebiet Thüringens aus dem Boden gestampft werden. Im damaligen Nordhäuser Stadtrat wurde mehrheitlich für dieses Industriegebiet gestimmt, da die Stadträte hier eine Möglichkeit sahen, den Industriestandort Nordhausen zu stärken und die Arbeitslosigkeit zu senken. Ob die genaue Zielsetzung bekannt war, möchten wir jetzt, nachdem die Planungsunterlagen erstmals öffentlich auslagen, bezweifeln. Das Ziel, unter dem die gesamten Planung erfolgt ist: Seite 15 Punkt 10.1.1 der Planungsunterlagen: "Hier sollen insbesondere diejenigen Betriebe ihren Standort finden, die wegen ihrer Flächenintensität und hohem Störgrades durch Emission in anderen Gebieten bzw. Gebietsarten unzulässig sind". In allen öffentlichen Stellungnahmen des Planungsverbandes wird diese Zielsetzung immer heruntergespielt, wenn man sich allerdings die Emssionseckwerte betrachtet, haben diese eine andere Aussagekraft. Sicherlich ist Ihnen die räumliche Situation der Goldenen Aue bekannt. Hier wird schon durch den Kiesabbau die Natur schwer geschädigt, hier teilt die Autobahn A 38 das Land und wird den Geräuschpegel erheblich erhöhen. Allein durch diese Realitäten wird nicht nur die Flora und Fauna geschädigt, um deren Erhalt wir alle kämpfen, sondern hier wird der Landwirtschaft durch diese Erschliessungen langfristig die Existenzgrundlage entzogen, hier wird die Lebensqualität der gesamten Goldenen Aue bedroht. Und hier stellt sich uns die Frage: Haben unsere gewählten Vertreter wirklich ALLE Fakten bedacht, haben das Für und Wieder, die Kosten und den Nutzen, sowie unter anderem auch die Zielsetzung der AGENDA 21 bedacht. Auch die Umsetzung der AGENDA 21 wurde im Stadtrat Nordhausen beschlossen und steht im genauen Gegenteil zum geplanten Industriegebiet. Diese Gegensätze erleben wir auch, wenn wir uns mit den Freunden des Arbeitskreises Gipsabbau unterhalten. Hier sind sich die Nordhäuser Stadträte alle einig. Die Naturzerstörung am Alten Stollberg muss mit allen Mitteln verhindert werden. Hier soll die Natur zerstört werden und es werden noch nicht einmal Arbeitsplätze geschaffen. Da auch viele Mitstreiter unserer BI sich dort engagieren, wird uns dieser Zwiespalt der politischen Aussagen immer deutlicher. Wenn auch nur wenige Arbeitsplätze geschaffen werden können, wird die Naturzerstörung plötzlich aus einem ganz anderen Blickwinkel gesehen und die Argumente ändern sich schlagartig. Da wir Ihre persönliche Einstellung nicht kennen, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie sich über die Planungen und Zielsetzungen informieren würden. Wir möchten Sie von Herzen dringend bitten: Ringen Sie mit Ihrem Gewissen! Dürfen Sie es zulassen, das immer mehr Landschaften in der Nordhäuser Region geopfert werden, auch mit dem wirklich zweifelhaftem Ausgang der Schaffung von Arbeitsplätzen. Wir würden uns wünschen, wenn Sie unsere Ängste und Sorgen nicht als vordergründig behandeln, denn letztendlich haben sich schon über 2000 Einwohner der Region gegen dieses Industriegebiet ausgesprochen.
