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Kein Zusammenhang

Freitag, 23. Februar 2007, 11:32 Uhr
Nordhausen (nnz). Derzeit wird die Lindenallee in der Stolberger Straße erneuert. Das bricht in der nnz ganze Diskussionen auch über den Klimawandel vom Zaun. Der Amtsleiter des städtischen Umweltamtes, Steffen Meyer, sieht da allerdings keinen ernsthaften Zusammenhang....


Die Bäume in der oberen Stolberger Straße seien auf Grund der gekappten Kronen nur noch mit etwa 30 % Blattmasse für das Klima nicht mehr leistungsfähig gewesen. „Hochwertige Nachpflanzungen sind bereits nach einigen Jahren leistungsfähiger als der Altbestand, da sie mehr Kohlendioxid aufbereiten können, leisten sie einen höheren Beitrag zum Klimaschutz“, sagt er.

„Die Lindenallee in der Stolberger Straße ist eine stark vorgeschädigte Baumallee, in erster Linie durch den Bau des Wohngebietes "Nord" Anfang der 80-er Jahre“, erläutert der Amtsleiter. Bereits damals habe es starke Eingriffe in den Wurzel und Kronenbereich gegeben. Seit der Wende erbrachte die Stadt extreme Pflegeaufwendungen. Eine erste umfassende Schadensanalyse sei dann im Stadtrat 1999/2000 erfolgt.

Der Baumbestand war zu über 70 % geschädigt und wies Fäulniserscheinungen und zum Teil Hohlräume auf. Bei keiner der Linden war ein natürlicher Kronenaufbau mehr vorhanden. Die Kronen waren stark verlichtet und besaßen einen Totholzanteil von bis zu 50 %. Es folgten mehrere Beratungen in den städtischen Fachausschüssen im Jahr 2003 und 2004, eine Ortsbegehung mit Bürgern und der Arbeitsgruppe Baum am 26.Oktober 2004 und ein Stadtratsbeschluss im Dezember 2004. „Mehr demokratische Abstimmung und Beteiligung geht da nicht mehr“, sagt Steffen Meyer.

Die Lückenbepflanzung wäre bei dieser Allee keine optimale Lösung gewesen, sondern vielmehr Stückwerk. Auch müsse man derartige Alleen generationenübergreifend betrachten. Das sei nun mal der Lauf der Dinge, „dass eine Generation die Allee pflanzt und die nächste mit den voll ausgewachsenen Bäumen leben kann.“

„Die Stadtverwaltung Nordhausen handelt bereits seit Anfang der 90er Jahre verstärkt und zukunftsorientiert im Bereich des Klimaschutzes“, erklärt Steffen Meyer. Über 10.000 Neupflanzungen im Stadtgebiet und im Außenbereich seien seit 1993 erfolgt, ein komplexes Energie-Entwicklungskonzept sei erstellt worden, auf dessen Grundlage die städtischen Nah- und Fernwärmesysteme im Gegensatz zu vielen anderen Städten erhalten wurden und durch die Energieversorgung werden über 3 Blockheizkraftwerke ca. 8000 Wohnungen sowie zahlreiche öffentliche und gewerbliche Liegenschaften mit Nah- und Fernwärme versorgt, nennt er dafür als Beispiele. „Auch die Stadt selbst versorgt die meisten öffentlichen Gebäude über diesen Energieträger, welcher gerade durch den hohen Wirkungsgrad in der Erzeugung sehr umweltfreundlich ist.

Darüber hinaus besitze die Stadt als eine der wenigen Städte in Deutschland eine Fernwärmesatzung –Satzung, sie unterhalte ein extrem hochwertiges Nahverkehrssystem und beteilige sich mit Erfolg seit mehreren Jahren an bundesweiten Vergleichen und Projekten zum Thema "nachhaltige Stadtentwicklung".
Autor: nnz

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