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Rauchverbot in Autos?

Sonntag, 18. Februar 2007, 08:44 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Bundesregierung erwägt nach den Worten der Drogenbeauftragten Sabine Bätzing ein Rauchverbot in Autos. Und stößt damit nicht nur auf Zustimmung, wie nnz erfuhr.


Bätzing sagte, wer etwa mit Kindern im Auto unterwegs sei und rauche, handele verantwortungslos: „Im Inneren des Fahrzeugs ist die Gesundheitsgefahr durch den Qualm schließlich um ein Vielfaches höher als in anderen Bereichen.“ Sie halte ein Verbot „für dringend erforderlich". Zwar würde dies einen Eingriff in die Privatsphäre des Einzelnen bedeuten: „Aber wir müssen uns ernsthaft fragen, ob Verkehrssicherheit und Gesundheitsschutz nicht höher zu bewerten sind." Wer etwa mit Kindern unterwegs sei und im Auto rauche, handele verantwortungslos, sagte Bätzing.

"Auch Schulen und Gaststätten müssten rauchfrei werden, forderte die SPD-Politikerin. Die Drogenbeauftragte forderte die Gesundheitsminister der Länder vor dem am Freitag stattfindenden Nichtrauchergipfel auf, den Weg für strikte Rauchverbote auch in der Gastronomie freizumachen: „Die Länder sind in der Pflicht. Wir können uns in Deutschland nicht weiter erlauben, die Gefahren des Passivrauchens zu ignorieren.“ Weitgehenden Ausnahmeregeln und freiwilligen Lösungen erteilte Bätzing eine Absage.

Das Bundesverkehrsministerium erteilte den Forderungen Bätzings nach einem Rauchverbot in Autos eine klare Absage. Es gebe „keinerlei Pläne für ein Rauchverbot am Steuer", sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin. Das Ministerium halte ein solches Verbot auch nicht für sinnvoll. "Es muss nicht alles durch Verbote geregelt werden, vor allem, wenn es um den privaten Bereich geht", fügte der Sprecher hinzu. Es käme schließlich auch niemand auf die Idee, ein Rauchverbot in Privatwohnungen zu erlassen.

Auch Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) hat sich entschieden dagegen ausgesprochen. Huber sagte der „Leipziger Volkszeitung“: „Ich bin ein Anhänger des Rauchverbots in Restaurants. Aber es darf keine generelle Kampagne gegen Raucher geben.“ Huber meinte weiter, die Freiheit des Bürgers könne man nicht vollständig einschränken. „In seiner privaten Wohnung und in seinem Auto darf der Raucher auch rauchen. Das sage ich, obwohl ich Nichtraucher bin.“
Autor: nnz

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