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Unfassbar

Mittwoch, 14. Februar 2007, 08:31 Uhr
Nordhausen (nnz). In Nordhausen ist ein Haus in der Oscar-Cohn-Straße mit antijüdischen Parolen besprüht worden. Erste Einzelheiten in Ihrer nnz.


In der Nacht zum Dienstag hatten bislang Unbekannte an ein Mehrfamilienhaus in der Nordhäuser Oscar-Cohn-Straße den Spruch „Juden raus!“ aufgesprüht. Außerdem wurden noch SS-Runen angeschmiert. Das allein ist schon schlimm. Eine politische Dimension erreicht diese Tat dadurch, dass in dem Haus der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Nordhausen, Phillip Egboune wohnt. Die Polizei hatte bereits gestern Ermittlungen wegen Volksverhetzung aufgenommen und sucht auch nach Zeugen.

„Ich bin mehr als fassungslos und erschüttert, dass so etwas in unserer friedliebenden und offenen Stadt passieren kann“, kommentierte der ehemalige Nordhäuser Bürgermeister Dr. Manfred Schröter das Geschehen. Schröter, der sich maßgeblich für die Etablierung einer jüdischen Gemeinde in Nordhausen einsetzt, hätte einen solchen Anschlag nicht für möglich gehalten. Phillip Egboune hatte ihn gestern angerufen und informiert. Nach Worten von Dr. Schröter fühlen sich die jüdischen Mitbürger in Nordhausen nun nicht nur psychisch, sondern auch physisch bedroht.

Manfred Schröter hofft inständig, dass Phillip Egboune und andere jüdische Bürger die Stadt nicht verlassen. „Die Menschen der Rolandstadt müssen sich für ein gemeinsame Leben stark machen, sie müssen bekunden, dass die überwiegende Mehrheit diesen Anschlag verurteilt und sie sollen den Rassisten, die hinter diesem Anschlag stecken, eindeutig Flagge zeigen“, so Schröter zur nnz.

Die nnz wird heute noch weiter berichten
Autor: nnz

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