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Wohin mit den Millionen?

Montag, 12. Februar 2007, 15:28 Uhr
Nordhausen (nnz). Und schon wieder ein Jahresüberschuss in der Nordhäuser Stadtkasse, hörte man heute aus dem Rathaus. Das ist sooooo schön, dass man in politischen Kreisen gleich wieder den Oberzentrums-Traum zu träumen beginnt.


„2006 war ein gutes Haushaltsjahr für die Stadtverwaltung“, erklärte Nordhausens Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD). „Dank des Anstiegs der Gewerbesteuereinnahmen von 7,6 Millionen Euro im Jahr 2005 auf jetzt 8.8 Millionen Euro im Jahr 2006 und durch einen konsequenten Sparkurs konnten wir in der Stadtkasse wieder einen Überschuss von rund 3,1 Millionen Euro erreichen“, sagte Jendricke.

Schon für das Jahr 2005 konnte die Nordhäuser Stadtkasse nach eigenen Angaben einen Rekordüberschuss von 3,6 Millionen Euro verbuchen. Somit zeigen die Zahlen inzwischen einen dauerhaften positiven Trend, welcher zumindest für den Bereich Nordthüringen nahezu außergewöhnlich sei. „Während andere Kommunen neue Fehlbeträge aufbauen, können die Nordhäuser sogar Jahr für Jahr ihre Pro-Kopf-Verschuldung senken“, vermeldet Bürgermeister Jendricke euphorisch.

Der Mann betonte außerdem, dass neben den positiven konjunkturellen Effekten auch die Weichenstellungen des Stadtrates zur Haushaltskonsolidierung einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Stadtfinanzen beigetragen haben.

Die Finanzausschussvorsitzende, Tilly Pape (CDU), zeigte sich in diesem Zusammenhang sehr zufrieden mit der Arbeit der Fachausschüsse. „Eine positive Haushaltskonsolidierung ist immer ein Gemeinschaftsprojekt und im Stadtrat gibt es zum Glück beim Thema Stadtfinanzen kein Hauen und Stechen zwischen den verschiedenen Fraktionen“, erläuterte Pape das Geheimrezept der Nordhäuser Politik. Dann sollte dem unbedarften Leser künftig auch erläutert werden, warum es der Nordhäuser Stadtverwaltung in diesem Jahr wiederum versagt wird, Kredite für Investitionen aufzunehmen?

Was allerdings in der Mitteilung aus dem Rathaus ebenso nicht erscheint, das ist die Höhe des so genannten Soll-Fehl-Betrages. Der sollte eigentlich um zehn Millionen Euro abgebaut werden, in diesem Jahr. Darin eingeplant sind laut beschlossenem Haushalt auch sieben Millionen Euro an Einnahmen aus dem Kreisumlageurteilen. Diese Milliönchen werden die Stadtoberen kaum sehen, also bleibt es bei drei Millionen, wie noch Ende 2006 verlautet. Das könnten vielleicht genau die 3,1 Millionen aus dem virtuellen Überschuss sein. Bleiben einige Millionen Soll-Fehl-Betrag, die eigentlich die Spanne zwischen zu hohen Ausgaben und zu geringen Einnahmen der zurückliegenden Jahre ausmachen.

Der politische Blick geht allerdings schon wieder in die „rosige Zukunft“: Laut Auskunft der Finanzausschussvorsitzenden gibt es allerdings für die nächsten Jahre eine Reihe von Investitionswünschen, welche finanziell abgearbeitet werden sollen, um Nordhausen zum wirklichen Oberzentrum von Nordthüringen zu machen. Na bitte!!
Autor: nnz

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