Millionenbetrug bei Autobahnbau
Samstag, 03. Februar 2007, 07:12 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Ermittler arbeiten derzeit an dem bisher größten Fall von Wirtschaftskriminalität in Sachsen. Dabei sollen für den Bau einer Autobahn Schmiergelder in Millionenhöhe geflossen sein. Informationen dazu bietet nnz.
Nach übereinstimmenden Agenturberichten hat die Staatsanwaltschaft Chemnitz ihre Ermittlungen wegen des Verdachts auf Korruption und Millionenbetrügereien beim Bau der Autobahn A 72 (Chemnitz-Hof) intensiviert und ausgeweitet. Ermittler hätten gestern die deutsche Zentrale des österreichischen Baukonzerns Strabag in Köln durchsucht, teilte die Anklagebehörde gestern mit. Dabei seien umfangreiche Unterlagen unter anderem der Innenrevision als Beweismaterial sichergestellt worden. Die Kölner Strabag-Zentrale ordnete nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Schließung ihrer Chemnitzer Niederlassung an.
Oberstaatsanwalt Gerd Schmidt sagte, es solle geklärt werden, bis zu welcher Ebene Verantwortliche des Konzerns möglicherweise von kriminellen Machenschaften gewusst hätten. Es liege aber kein dringender Tatverdacht gegen Mitarbeiter der Konzernzentrale vor.
Nach Berichten des MDR ist die Geschäftsführung am sächsischen Standort in den Betrug verwickelt. Mit ihrem Wissen hätten Subunternehmer Scheinrechnung ausgestellt. Dem Konzern sei dadurch ein Schaden in Millionen-Höhe entstanden.
Von der Auflösung der Strabag-Niederlassung sind in Chemnitz 90 Mitarbeiter betroffen. In ganz Sachsen beschäftigt die Strabag 750 Mitarbeiter. Was aus ihnen wird, ist bislang nicht bekannt.
Bereits Anfang der Woche waren in Sachsen, Hessen und Berlin mehrere Dutzend Wohnungen, Firmenräume sowie Behörden durchsucht worden. Zum Kreis der Beschuldigten gehören neben mehreren Geschäftsleuten auch zwei Mitarbeiter von sächsischen Straßenbaubehörden. Ihnen wird vorgeworfen, Schmiergelder teils in sechsstelliger Höhe im Gegenzug für Tipps im Vergabeverfahren kassiert zu haben.
Das Wirtschaftsministerium in Dresden erklärte, gegen die Betroffenen seien inzwischen disziplinarrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden. Keiner der beiden sei jedoch suspendiert worden.
Angaben dazu, welche Straßenbaubehörden in den Fall verwickelt sind, wurden nicht gemacht. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem der größten Korruptionsfälle in Ostdeutschland seit Jahren". Durch kriminelle Geschäfte beim Bau der Autobahn sei nach bisherigen Ermittlungen ein Schaden von mindestens 27 Millionen Euro angerichtet worden.
In dem Fall hatte es bereits Ende 2005 erste Festnahmen gegeben. Die beiden Hauptverdächtigen, ein früherer Strabag-Manager sowie ein Chemnitzer Geschäftsmann, stehen derzeit in Chemnitz vor Gericht.
Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen 2005 nach der Ermordung eines Paares aus dem sächsischen Plauen in der Dominikanischen Republik. Bei der Spurensuche in dem Mordfall waren die Ermittler auf Ungereimtheiten beim Bau der Autotrasse gestoßen.
Autor: jsNach übereinstimmenden Agenturberichten hat die Staatsanwaltschaft Chemnitz ihre Ermittlungen wegen des Verdachts auf Korruption und Millionenbetrügereien beim Bau der Autobahn A 72 (Chemnitz-Hof) intensiviert und ausgeweitet. Ermittler hätten gestern die deutsche Zentrale des österreichischen Baukonzerns Strabag in Köln durchsucht, teilte die Anklagebehörde gestern mit. Dabei seien umfangreiche Unterlagen unter anderem der Innenrevision als Beweismaterial sichergestellt worden. Die Kölner Strabag-Zentrale ordnete nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Schließung ihrer Chemnitzer Niederlassung an.
Oberstaatsanwalt Gerd Schmidt sagte, es solle geklärt werden, bis zu welcher Ebene Verantwortliche des Konzerns möglicherweise von kriminellen Machenschaften gewusst hätten. Es liege aber kein dringender Tatverdacht gegen Mitarbeiter der Konzernzentrale vor.
Nach Berichten des MDR ist die Geschäftsführung am sächsischen Standort in den Betrug verwickelt. Mit ihrem Wissen hätten Subunternehmer Scheinrechnung ausgestellt. Dem Konzern sei dadurch ein Schaden in Millionen-Höhe entstanden.
Von der Auflösung der Strabag-Niederlassung sind in Chemnitz 90 Mitarbeiter betroffen. In ganz Sachsen beschäftigt die Strabag 750 Mitarbeiter. Was aus ihnen wird, ist bislang nicht bekannt.
Bereits Anfang der Woche waren in Sachsen, Hessen und Berlin mehrere Dutzend Wohnungen, Firmenräume sowie Behörden durchsucht worden. Zum Kreis der Beschuldigten gehören neben mehreren Geschäftsleuten auch zwei Mitarbeiter von sächsischen Straßenbaubehörden. Ihnen wird vorgeworfen, Schmiergelder teils in sechsstelliger Höhe im Gegenzug für Tipps im Vergabeverfahren kassiert zu haben.
Das Wirtschaftsministerium in Dresden erklärte, gegen die Betroffenen seien inzwischen disziplinarrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden. Keiner der beiden sei jedoch suspendiert worden.
Angaben dazu, welche Straßenbaubehörden in den Fall verwickelt sind, wurden nicht gemacht. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem der größten Korruptionsfälle in Ostdeutschland seit Jahren". Durch kriminelle Geschäfte beim Bau der Autobahn sei nach bisherigen Ermittlungen ein Schaden von mindestens 27 Millionen Euro angerichtet worden.
In dem Fall hatte es bereits Ende 2005 erste Festnahmen gegeben. Die beiden Hauptverdächtigen, ein früherer Strabag-Manager sowie ein Chemnitzer Geschäftsmann, stehen derzeit in Chemnitz vor Gericht.
Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen 2005 nach der Ermordung eines Paares aus dem sächsischen Plauen in der Dominikanischen Republik. Bei der Spurensuche in dem Mordfall waren die Ermittler auf Ungereimtheiten beim Bau der Autotrasse gestoßen.
