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Wer will schon nach Nordhausen?

Dienstag, 30. Januar 2007, 11:06 Uhr
Nordhausen (nnz). Klare Antworten in der Diskussion um eine zukünftige Kreisgebietsreform fordert CDU-Landtagsabgeordneter Egon Primas im Gespräch mit der nnz. Wer Nordhausen als eventuellen Kreissitz favorisiere, der solle auch die Verlierer nennen. In Richtung von einzelnen Akteuren der seiner Meinung nach unnötigen Diskussion wird Primas noch schärfer...


Egon Primas wohnt im Landkreis Nordhausen, nicht in der Kreisstadt. Aus dieser Sicht heraus fordert Primas von den handelnden Personen, sich auf die Aufgaben zu konzentrieren, die notwendig sind. Wenn es einen gemeinsamen Fokus darauf gebe, welche Grundaufgaben ein Landkreis zu „erledigen“ habe, dann werde sichtbar, wie eine solche Diskussion an den Notwendigkeiten vorbeigehe. „Wenn Politiker sich für Nordhausen als Kreissitz für einen imaginären Großkreis Nordthüringen aussprechen, dann sollen sie auch sagen, dass es Mühlhausen nicht sein dürfe“, so der Landtagsabgeordnete. Ein Zusammenschluß würde neben den Gewinnern auch immer Verlierer „produzieren“, die müssten dann benannt werden. Alles andere wäre gegenüber den Menschen unfair.

Der Vorsitzende der CDU-Kreistagfraktion verschließt sich jedoch nicht Gesprächen, zum Beispiel mit der Sondershäuser Region. Hier müssen die gemeinsamen Wege weiter ausgelotet werden, hier solle auch miteinander gesprochen werden. Vielleicht komme es zu einem Zusammenschluß? Allerdings nur dann, wenn alle es so wollen. Große Chancen sieht der Politiker allerdings nicht, „wer will schon freiwillig Nordhausen als Kreisstadt akzeptieren, wenn dort ein Herr Jendricke mit das Sagen hat, der schon den Landkreis Nordhausen in eine finanzielle Schieflage gefahren hat?“

Auch die Expansionsvorhaben der Kreisstadt innerhalb des Landkreises sieht Egon Primas mit viel Skepsis. Nordhausen habe in den zurückliegenden Jahren von den Einwohnern her, vor allem aber in punkto Fläche zugelegt. In den Ortsteilen wie Hörningen oder Herreden könne man ruhig wohnen, es gebe genügend freie Flächen in den Gewerbegebieten, ein künftiges Industriegebiet oder drei Autobahnanschlussstellen. „Was also wollen die Nordhäuser mehr zur weiteren Entwicklung? Die zu erwartenden höheren Schlüsselzuweisungen können es nicht sein!“

Das Ziel der Landesregierung sei es doch, von den Gießkannenartigen Zuweisungen entsprechend der Bevölkerungszahl wegzukommen. „Die Landesregierung will eine Zuweisung von Geldern entsprechend der Aufgaben, die eine Kommune zu erledigen hat. Wer mehr macht, der bekommt auch mehr Geld.“ Warum nun ausgerechnet die Einheitsgemeinde Hohenstein nach Nordhausen gehen will (nnz berichtete im vergangenen Jahr ausführlich), das bleibt Primas nach wie vor schleierhaft. „Herr Höche soll sich mal in seinem Dorf umhören. Vernünftige und an den Wünschen der Bürger orientierte Motive für sein Handeln kann ich nicht erkennen“, so der CDU-Landtagsabgeordnete.
Autor: nnz

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