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nnz-Rückspiegel: 24. Januar 2001

Donnerstag, 24. Januar 2002, 08:25 Uhr
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden. Heute: Theaterkrise, Versteigerung und 15 Jahre Haft


Nordhäuser Theater tiefer in Krise als erwartet
Als äußerst schwierig wurde die derzeitige Situation in der Leitung des Nordhäuser Theaters während der gestrigen Aufsichtsratssitzung bezeichnet. Sowohl der Orchestervorstand als auch der Betriebsrat können sich eine weitere Zusammenarbeit mit Intendantin Monika Pirklbauer nicht mehr vorstellen. Die dadurch entstandene Situation konnten auch die Mitglieder des Aufsichtsrates nicht entschärfen. „So kann es in diesem Haus nicht mehr weitergehen“, sagte ein Aufsichtsratsmitglied der nnz. Im kommenden Monat soll sich die Gesellschafterversammlung mit der Krise der GmbH beschäftigen. Wie nnz erfuhr, habe es seitens der Intendanz und der Geschäftsleitung keine Gespräche mit Generalmusikdirektor Peter Stangel gegeben. Das Gegenteil sei der Fall: Das Mobbing in der Führungsetage des Theaters gegen Stangel gehe weiter. Letztlich sehe sich der Aufsichtsrat außerstande, die internen Probleme in weiteren Gesprächen zu lösen. Welche Maßnahmen nun ergriffen werden sollen, das solle den Gesellschaftern überlassen werden. Fest steht, die Krise am Theater ist hausgemacht, die Fronten zwischen Stangel, dem Betriebsrat und dem Orchestervorstand auf der einen Seite und Pirklbauer sowie Hendrix auf der anderen Seite sind derart verhärtet, daß personelle Konsequenzen nicht mehr auszuschließen seien. Die fordern auch die beiden Fördervereine des Theaters bzw. des Loh-Orchesters in einem gemeinsamen Brief, den sie den Mitgliedern des Aufsichtsrates schrieben hatten. Darin erwarten die beiden Vereine, daß die Intendantin bis zum Ende ihres Vertrages sofort beurlaubt werden soll. „Wir sind davon überzeugt, daß es ohne diese Intendantin aufwärts geht und die Zeit ohne Intendantin leicht zu überbrücken ist“, heißt es abschließend in dem Schreiben, das von Dr. Bartholomäus und Wolfgang Wytrieckus unterzeichnet ist. Gleichzeitig gaben die beiden Fördervereine bekannt, daß sie nicht mehr bereit sind, mit der Intendantin zusammenzuarbeiten.
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Versteigerungstermin steht noch nicht fest
Noch immer ist die Haidberg-Klinik am Rande von Sülzhayn verwaist. Das wird sich in den kommenden Monaten auch nicht ändern. Obwohl sich Verantwortliche der KMG-Klinik in Sülzhayn mehrfach wie „Fast-Eigentümer“ darstellten, können sie auf keinen Fall über das Gebäude verfügen. Das Haus steht zur Versteigerung beim Amtsgericht Nordhausen an, sagte der Verantwortliche Mitarbeiter beim Deutschen Ring, Hans-Joachim Lüder, der nnz. Vom Amtsgericht wurde ein Verkehrswertgutachten in Auftrag gegeben. Dessen Ergebnis sagt aus, daß die Immobilie mit mehr als 36 Millionen Mark bewertet sein soll. Eine Summe, die für den Noch-Eigentümer viel zu niedrig sei. Der habe Beschwere gegen das Bewertungsergebnis eingelegt, war vom Amtsgericht in Nordhausen zu erfahren. Damit sei die ganze Sache nun am Landgericht in Mühlhausen anhängig. Von der Mühlhäuser Entscheidung hängt schließlich ab, wann die Versteigerung beginnen kann. Sollte die Beschwerde abgelehnt werden, wird mit einem Termin Mitte des Jahres gerechnet. Muß ein erneute Gutachten erstellt werden, dann könne der Herbst schon ins Land ziehen, hieß es in Nordhausen. Mehr dazu im nnz-Archiv


Anklage fordert wegen Totschlags 15 Jahre Haft
In dem Indizienprozess um einen zweifachen Totschlag hat die Staatsanwaltschaft vor dem Mühlhäuser Landgericht 15 Jahre Haft gefordert. Der 39 Jahre alte Angeklagte aus Nordhausen soll im Abstand von fünf Jahren zwei 38 und 42 Jahre alte Männer in Niedergebra und Nordhausen erdrosselt haben. Der Staatsanwalt forderte in seinem Plädoyer Sicherheitsverwahrung für den Mann, weil er zu gefährlich für die Allgemeinheit sei. Er habe „absoluten Vernichtungswillen“ gezeigt. Der Angeklagte bestreitet, die beiden Männer getötet zu haben. Seine Frau belastet den zweifache Familienvater stark. Sie hatte der Polizei Hinweise gegeben und im Prozess mehrmals gegen ihn ausgesagt. Das 38 Jahre alte erste Opfer wurde 1994 einen Tag vor Heiligabend erdrosselt in der Wipper bei Niedergebra gefunden. Auf die Spur des mutmaßlichen Täters kamen die Ermittler der Nordhäuser Kripo erst 1999, als in Nordhausen ein 42-jähriger Mann tot in seiner Wohnung gefunden wurde - wiederum erdrosselt. Der Prozess verläuft unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. Die Verteidigung soll an diesem Freitag das Plädoyer halten.
Autor: nnz

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