Zuwächse auch in Nordhäuser Region
Mittwoch, 24. Januar 2007, 15:55 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) hat das vergangene Geschäftsjahr 2006 wieder erfolgreich abgeschlossen. Zu dieser Auffassung kommen jedenfalls die Geschäftsleitung und der Aufsichtsrat. Und die nnz hat die genauen Zahlen.
Erfreulicherweise waren mit insgesamt 1,13 Mio. Fahrgästen über zwei Prozent mehr Fahrgäste auf dem gesamten Streckennetz unterwegs als im Vorjahr. Davon entfielen 699.000 Fahrgäste auf die Brockenstrecke, was einer einprozentigen Steigerung des Vorjahreswertes entspricht. Auch im Bereich Nordhausen ist im Jahre 2006 mit 202.000 Fahrgästen die Zahl des Vorjahres um ca. zwei Prozent übertroffen worden. Noch deutlichere Zuwächse sind auf der Selketalbahn zu verzeichnen. Hier benutzten etwa 115.000 Fahrgäste die Züge der HSB (Vorjahr 100.000). Auf dem ganzen Streckennetz wurden im vergangenen Jahr 678.000 Zugkilometer gefahren.
Mit 9,86 Millionen Euro Gesamtumsatzerlösen liegt vom reinen Zahlenwert her eine neue Spitzenposition in der Geschichte der HSB vor. Allerdings stehen der erfreulichen Umsatzentwicklung auch erheblich gestiegene Aufwendungen, gegenüber. So stiegen beispielsweise die Kosten für Energie sowie Betriebs- und Hilfsstoffe durchschnittlich um 13 % gegenüber dem Vorjahr an.
258 Mitarbeiter, darunter neun Auszubildende zum Industriemechaniker, einem zum Fachinformatiker und zwei zur Bürokauffrau, haben ihren Anteil daran, dass die Reisenden im klassischen aber auch im touristischen Schienenverkehr bei der HSB ein ansprechendes Ambiente vorfinden konnten. Im vergangenen Jahr wurden drei Auszubildende nach Abschluß ihrer Lehre in den technischen Bereich der HSB übernommen. Neu hinzu kamen insgesamt fünf Auszubildende in den Bereichen Industriemechaniker, Bürokauffrau und Fachinformatiker.
Am 4. März 2006 wurde die in der Geschichte der HSB bedeutungsvollste Baumaßnahme, die rund 9 km umfassende Verlängerung des Schmalspurstreckennetzes von Gernrode bis in die UNESCO-Weltkulturerbestadt Quedlinburg, mit der offiziellen Premierenfahrt abgeschlossen. Die Eröffnung für den Regelzugverkehr erfolgte dann am 26. Juni 2006. Mit der vom Land Sachsen-Anhalt geförderten Anbindung an das nun 140 km umfassende Streckennetz der HSB wurden der touristischen Entwicklung der gesamten Nordharzregion neue Impulse gegeben. Durch die Anbindung Quedlinburgs stiegen die Fahrgastzahlen auf der Selketalbahn deutlich an.
Mit Inbetriebnahme der sanierten Bahnsteiganlagen in Niedersachswerfen Ost (30.06.2006) sowie in Ilfeld (29.08.2006) erfuhr der ÖPNV im Bereich Nordhausen eine deutliche Aufwertung. Im Rahmen der von der Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen unterstützten Maßnahmen wurden die Bahnsteigkanten und die Beleuchtungen erneuert sowie eine neue Pflasterung inklusive Blindenleitstreifen eingebracht.
Sehr erfolgreich wurde im vergangenen Jahr die Kooperationsveranstaltung Faust – Die Rockoper auf dem Brocken eingeführt. Aufgrund der großen Nachfrage musste das Angebot von zunächst vier auf zehn Aufführungen ausgedehnt werden. Insgesamt fuhren 2.550 Besucher mit dem Mephisto-Express auf den Brocken, um dem außergewöhnlichen Spektakel im dortigen Goethesaal beizuwohnen. Die ausgesprochen gut besuchte Veranstaltung wird auch im laufenden Jahr mit zunächst zwei zusätzlichen Vorstellungen fortgesetzt.
Neben der Einführung von Faust stand 2006 die weitere Erhöhung der Attraktivität des Selketals im Mittelpunkt des touristischen Engagements der HSB. In Verbindung mit dem neuen Streckenendpunkt Quedlinburg wurden zahlreiche neue Programme im Selketal etabliert. Neben dem Quedlinburger Dixie-Train war hierbei auch der mehrfach gefahrene Quedlinburger Brocken-Express besonders erfolgreich. Anlässlich des 150. Todesjahres von Heinrich Heine wurden zwei ausverkaufte Konzerte inklusive Sonderzugprogramm veranstaltet. Mit dem neuen Angebot Auf Schiene & Rad durch´s Selketal entsprach die HSB der wachsenden Nachfrage nach kombinierten Fahrradangeboten. Für das laufende Jahr plant die HSB bereits eine Veranstaltung unter dem Motto 120 Jahre Selketalbahn.
Neben dem Personenverkehr konnte auch die Gütertransportmenge auf den Gleisen der HSB erhöht werden. Erstmals seit 1998 wurde im vergangenen Jahr wieder die Grenze von 100.000 Tonnen erreicht. Im Fahrzeugsektor fanden u. a. insgesamt vier Hauptuntersuchungen an Lokomotiven statt. Einen Teil hiervon führte die HSB in ihrer eigenen Werkstatt durch. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit wurden in Quedlinburg insgesamt drei Bahnübergänge mit technischen Sicherungsanlagen inklusive Halbschranken ausgerüstet und zum 15.12. in Betrieb genommen.
Im kommenden Frühjahr wird im Quedlinburger Bahnhof dann noch mit der Sanierung des gemeinsam mit der großen Eisenbahn genutzten Mittelbahnsteiges begonnen. Vorgesehen ist hierbei auch eine Anbindung über den Kopfbahnsteig der HSB an den bereits vorhandenen Park & Ride-Parkplatz. Darüber hinaus sind weitere Arbeiten im gesamten Umfeld und auf dem weitverzweigten Streckennetz vorgesehen, um den Erwartungen der Fahrgäste und Urlauber im Harz in Zusammenarbeit mit den Landkreisen, Städten und Gemeinden als kommunale Gesellschafter der HSB sowie dem Land Sachsen-Anhalt bzw. dem Freistaat Thüringen als wichtige Zuwendungsgeber an die HSB weiterhin gerecht zu werden.
Autor: nnzErfreulicherweise waren mit insgesamt 1,13 Mio. Fahrgästen über zwei Prozent mehr Fahrgäste auf dem gesamten Streckennetz unterwegs als im Vorjahr. Davon entfielen 699.000 Fahrgäste auf die Brockenstrecke, was einer einprozentigen Steigerung des Vorjahreswertes entspricht. Auch im Bereich Nordhausen ist im Jahre 2006 mit 202.000 Fahrgästen die Zahl des Vorjahres um ca. zwei Prozent übertroffen worden. Noch deutlichere Zuwächse sind auf der Selketalbahn zu verzeichnen. Hier benutzten etwa 115.000 Fahrgäste die Züge der HSB (Vorjahr 100.000). Auf dem ganzen Streckennetz wurden im vergangenen Jahr 678.000 Zugkilometer gefahren.
Mit 9,86 Millionen Euro Gesamtumsatzerlösen liegt vom reinen Zahlenwert her eine neue Spitzenposition in der Geschichte der HSB vor. Allerdings stehen der erfreulichen Umsatzentwicklung auch erheblich gestiegene Aufwendungen, gegenüber. So stiegen beispielsweise die Kosten für Energie sowie Betriebs- und Hilfsstoffe durchschnittlich um 13 % gegenüber dem Vorjahr an.
258 Mitarbeiter, darunter neun Auszubildende zum Industriemechaniker, einem zum Fachinformatiker und zwei zur Bürokauffrau, haben ihren Anteil daran, dass die Reisenden im klassischen aber auch im touristischen Schienenverkehr bei der HSB ein ansprechendes Ambiente vorfinden konnten. Im vergangenen Jahr wurden drei Auszubildende nach Abschluß ihrer Lehre in den technischen Bereich der HSB übernommen. Neu hinzu kamen insgesamt fünf Auszubildende in den Bereichen Industriemechaniker, Bürokauffrau und Fachinformatiker.
Am 4. März 2006 wurde die in der Geschichte der HSB bedeutungsvollste Baumaßnahme, die rund 9 km umfassende Verlängerung des Schmalspurstreckennetzes von Gernrode bis in die UNESCO-Weltkulturerbestadt Quedlinburg, mit der offiziellen Premierenfahrt abgeschlossen. Die Eröffnung für den Regelzugverkehr erfolgte dann am 26. Juni 2006. Mit der vom Land Sachsen-Anhalt geförderten Anbindung an das nun 140 km umfassende Streckennetz der HSB wurden der touristischen Entwicklung der gesamten Nordharzregion neue Impulse gegeben. Durch die Anbindung Quedlinburgs stiegen die Fahrgastzahlen auf der Selketalbahn deutlich an.
Mit Inbetriebnahme der sanierten Bahnsteiganlagen in Niedersachswerfen Ost (30.06.2006) sowie in Ilfeld (29.08.2006) erfuhr der ÖPNV im Bereich Nordhausen eine deutliche Aufwertung. Im Rahmen der von der Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen unterstützten Maßnahmen wurden die Bahnsteigkanten und die Beleuchtungen erneuert sowie eine neue Pflasterung inklusive Blindenleitstreifen eingebracht.
Sehr erfolgreich wurde im vergangenen Jahr die Kooperationsveranstaltung Faust – Die Rockoper auf dem Brocken eingeführt. Aufgrund der großen Nachfrage musste das Angebot von zunächst vier auf zehn Aufführungen ausgedehnt werden. Insgesamt fuhren 2.550 Besucher mit dem Mephisto-Express auf den Brocken, um dem außergewöhnlichen Spektakel im dortigen Goethesaal beizuwohnen. Die ausgesprochen gut besuchte Veranstaltung wird auch im laufenden Jahr mit zunächst zwei zusätzlichen Vorstellungen fortgesetzt.
Neben der Einführung von Faust stand 2006 die weitere Erhöhung der Attraktivität des Selketals im Mittelpunkt des touristischen Engagements der HSB. In Verbindung mit dem neuen Streckenendpunkt Quedlinburg wurden zahlreiche neue Programme im Selketal etabliert. Neben dem Quedlinburger Dixie-Train war hierbei auch der mehrfach gefahrene Quedlinburger Brocken-Express besonders erfolgreich. Anlässlich des 150. Todesjahres von Heinrich Heine wurden zwei ausverkaufte Konzerte inklusive Sonderzugprogramm veranstaltet. Mit dem neuen Angebot Auf Schiene & Rad durch´s Selketal entsprach die HSB der wachsenden Nachfrage nach kombinierten Fahrradangeboten. Für das laufende Jahr plant die HSB bereits eine Veranstaltung unter dem Motto 120 Jahre Selketalbahn.
Neben dem Personenverkehr konnte auch die Gütertransportmenge auf den Gleisen der HSB erhöht werden. Erstmals seit 1998 wurde im vergangenen Jahr wieder die Grenze von 100.000 Tonnen erreicht. Im Fahrzeugsektor fanden u. a. insgesamt vier Hauptuntersuchungen an Lokomotiven statt. Einen Teil hiervon führte die HSB in ihrer eigenen Werkstatt durch. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit wurden in Quedlinburg insgesamt drei Bahnübergänge mit technischen Sicherungsanlagen inklusive Halbschranken ausgerüstet und zum 15.12. in Betrieb genommen.
Im kommenden Frühjahr wird im Quedlinburger Bahnhof dann noch mit der Sanierung des gemeinsam mit der großen Eisenbahn genutzten Mittelbahnsteiges begonnen. Vorgesehen ist hierbei auch eine Anbindung über den Kopfbahnsteig der HSB an den bereits vorhandenen Park & Ride-Parkplatz. Darüber hinaus sind weitere Arbeiten im gesamten Umfeld und auf dem weitverzweigten Streckennetz vorgesehen, um den Erwartungen der Fahrgäste und Urlauber im Harz in Zusammenarbeit mit den Landkreisen, Städten und Gemeinden als kommunale Gesellschafter der HSB sowie dem Land Sachsen-Anhalt bzw. dem Freistaat Thüringen als wichtige Zuwendungsgeber an die HSB weiterhin gerecht zu werden.
