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Von Herausforderungen und Einforderungen

Montag, 22. Januar 2007, 18:30 Uhr
Nordhausen (nnz). Im Allgemeinen hält Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) das gesamte Jahr über viele Reden. Die zum Neujahrsempfang im Rathaus ist nicht nur die erste offizielle in der Rolandstadt, sie ist auch die wichtigste. Genaues Hinhören war also angesagt.

Neujahrsempfang (Foto: nnz) Neujahrsempfang (Foto: nnz)

Mehr als 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur hatten sich zum traditionellen Neujahrsempfang im Neuen Rathaus angesagt. Gäste aus Sondershausen und Sangerhausen waren ebenso auszumachen wie aus Erfurt. In diesem Jahr wurde jedoch ein Mann dem Nordhäuser Publikum präsentiert, der die neue Mitte in den kommenden Jahren bereichern soll: Rüdiger Weitzel, seines Zeichens Geschäftsführer der 3 C Real Estate AG in Bonn. Mit seinem Team will Weitzel das neue Einkaufszentrum am Pferdemarkt bauen. Geht man nach dem altdeutschen Spruch „Gut Ding braucht Weile“, dann könnte den Skeptikern vielleicht ein wenig der Schneid abgekauft werden. Doch wie das so ist, zu anderen Neujahrsempfängen waren die Rossing-Brüder auch schon willkommen.

„Das Jahr 2007 steht in Nordhausen unter dem Motto „Nordhausen jubiliert“. 1080 Jahre Nordhausen und 500 Jahre Nordhäuser Kornbranntwein-Tradition sind neben vielen anderen Jubiläen die herausragenden Feierlichkeiten in unserer Stadt. Die Vorbereitungen dazu sind in vollem Gange und ich kann Sie alle nur aufrufen, mit uns gemeinsam alle Anstrengungen zu unternehmen, dass diese Feste Ausstrahlungskraft auch über die Region hinaus erhalten. Als die für unsere Stadt so bekannte Kornbranntwein-Tradition im Jahre 1507 begründet wurde, hatte Nordhausen weniger als 7.000 Einwohner, vergleichbar heute mit Ellrich und Bleicherode“, so der historische Vorspann der Rinke-Rede.

Die Wirklichkeit sieht da schon anders aus: „Generell kann man sagen, dass die Städte objektiv mit wachsenden Aufgaben konfrontiert werden bei gleichzeitig kleiner werdendem Handlungsspielraum und sinkender finanzieller Handlungskraft. Der Umgang mit diesem Prozess, in dem wir bereits mitten drin sind, verlangt systematisches Beobachten, langfristige Prognosen unabhängig von kurzen Wahlperioden und konzeptionelle Politikentwürfe nicht nur für die jeweilige Gemeinde, sondern mindestens für eine gesamte Region. Der demografische Wandel betrifft alle. Er ist nicht nur eine Aufgabe der Politik allein, sondern auch die der Träger sozialer Infrastruktur, der Anbieter von Dienstleistungen, der Wirtschaft, der Arbeitsverwaltung, des Einzelhandels, der Wohnungswirtschaft, des Gesundheitswesens, der Wohlfahrtsorganisationen.“

Der weitere Teil der Ansprache ist leicht erzählt. Er gleicht in Struktur und Reihenfolge dem anderer Reden: Bildung, Infrastruktur, Kultur, Wirtschaft, Soziales. Und dann, so ganz fast am Schluß wird es doch noch interessant. Interessant, wenn Themen wie Kreisumlage und Gebietsreform mit einander verbunden werden. Barbara Rinke sagte: In Anbetracht der nächsten Kreisumlagenerhöhung von über 1 Mio. Euro steht die Aufgabe, die kommunalen Kräfte zu bündeln als dringlicher Handlungsbedarf schon in Jahr 2007 an. Wir werden uns aus diesem Grund auch in diesem Jahr keinen Gesprächen einer möglichen Zusammenarbeit verschließen. Ich möchte betonen: Diese Zusammenschlüsse von der Eingemeindung bis zur Kooperationen sind ein Gebot der Zeit, der Vernunft und Wirtschaftlichkeit, und sie sind im Sinne der Bürger! Wir können nicht von den Menschen Flexibilität verlangen und selbst in starren Strukturen verharren. Wenn wir uns nicht bewegen, werden uns andere die Bewegung aufzwingen.“

Musikalisch umrahmt wurde der Abend im Neuen Rathaus durch das Ulli-Singer-Trio aus Leipzig.

Anmerkung: Die nnz wird innerhalb ihrer Doku-Reihe das Manuskript der Rede von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke vollständig veröffentlichen.
Autor: nnz

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