Uraufführung am Theater
Die Weihnachtsglocken
Samstag, 06. Dezember 2025, 15:43 Uhr
Daniel Klajner, seit der Spielzeit 2016/2017 Intendant am TN LOS!, hat Text und Musik zu dem Musical »Die Weihnachtsglocken« geschrieben, das demnächst seine Uraufführung am Theater Nordhausen erleben wird...
Es entstand nach der bewegenden Novelle »The Chimes« (1844) von Charles Dickens. Dickens stellt die Hartherzigkeit der Wohlhabenden gegenüber den Armen in dieser Weihnachtsgeschichte noch weit drastischer dar als in »A Christmas Carol«, seiner ersten und berühmtesten Geschichte.
Musikalisch wollte Komponist Daniel Klajner für die »Welt der Armen Menschen aus Fleisch und Blut schaffen«, Musik, die »von Herzen kommt und zu Herzen geht« und für die reichen Leute war es ihm wichtig beizubehalten, was bereits bei Dickens so angelegt ist, sie komplett schablonenhaft und mit einer gewissen Künstlichkeit darstellen. So bringt die Musik, die Daniel Klajner komponierte, eingängige sehr emotionale Melodien, fügt aber mit Tango-Rhythmen oder einem Schreibmaschinen-Rap auch eine gehörige Portion Witz hinzu. Leitthemen, darunter natürlich die Weihnachtsglocken, führen das Publikum durch das farbenprächtige Musical.
Uraufführung: 12. Dezember, 19.30 Uhr, Theater Nordhausen, Theater im Anbau
Chefdramaturgin Dr. Juliane Hirschmann kam mit Daniel Klajner über seine Arbeit an dem Stück ins Gespräch.
Hier Auszüge aus dem Interview, welches auf dem BLOG des Theaters auf der Homepage nachlesbar ist: https://theater-nordhausen.de/blog/auf-dem-schreibtisch/so-nahbar-wie-moeglich-erzaehlen
Du hast jahrzehntelang dirigiert und unheimlich viel Repertoire kennengelernt. Inwiefern sind all diese Erfahrungen mit in das neue Musical eingeflossen bzw. haben dir beim Komponieren geholfen?
Die Literatur, die ich dirigiert habe oder die ich kenne, ist natürlich der Mutterboden, auf dem das Ganze aufbaut, ohne dass ich diese Musik kopiere. Es geht mehr um Emotionen, die mitschwingen, manchmal sind es auch Bilder. Ein gutes Beispiel ist in den »Weihnachtsglocken« das Lied »Frei will ich sein«, in dem es eben um Freiheit geht, um eine Zukunftsperspektive für den armen Landarbeiter Will Fern, der dieses Lied singt.
Theaterintendant Daniel Klajner (Foto: Theater Nordhausen)
Für mich war die Frage: Was ist Freiheit? Mir fiel der Adler ein, der mit weit gespannten Flügeln über der Landschaft schwebt. Ich dachte aber auch an das berühmte Bild aus dem Film »Titanic«, wenn die beiden Protagonisten Jack und Rose auf dem Bug des Schiffes stehen. Dann suchte ich nach einer Musik, die diesem Bild ähnlich ist, eine ähnliche Emotion hat.
Und da hast du auch nicht den Impuls, von der tonalen Harmonik wegzugehen. Deine Musik ist ja sehr melodisch, sie geht ins Ohr, und sie spricht sehr stark die Emotionen an.
Man könnte das Genre Musical sicher auch anders bedienen, so dass es weniger melodiös ist zum Beispiel. Aber dann ist die Frage, was ich im Publikum auslösen möchte. Wie will ich die Geschichte so erzählen, dass sie so nahbar wie möglich ist, ganz unmittelbar berührt. Es ist eine Gratwanderung, in einer künstlerisch gehobenen Form zu bleiben, ohne sich anzubiedern.
Was hat dich bei der Entstehung der »Weihnachtsglocken« ganz besonders angeleitet?
Wichtig war mir, dem Genius von Dickens durch die Musik noch eine weitere Dimension an Emotionalität hinzuzufügen. Der Originalgeschichte etwas von ihrer Düsternis zu nehmen und dem Optimismus, der Selbstermächtigung, der Wichtigkeit des familiären Zusammenhalts und der Befriedung Raum zu geben.
Autor: redEs entstand nach der bewegenden Novelle »The Chimes« (1844) von Charles Dickens. Dickens stellt die Hartherzigkeit der Wohlhabenden gegenüber den Armen in dieser Weihnachtsgeschichte noch weit drastischer dar als in »A Christmas Carol«, seiner ersten und berühmtesten Geschichte.
Musikalisch wollte Komponist Daniel Klajner für die »Welt der Armen Menschen aus Fleisch und Blut schaffen«, Musik, die »von Herzen kommt und zu Herzen geht« und für die reichen Leute war es ihm wichtig beizubehalten, was bereits bei Dickens so angelegt ist, sie komplett schablonenhaft und mit einer gewissen Künstlichkeit darstellen. So bringt die Musik, die Daniel Klajner komponierte, eingängige sehr emotionale Melodien, fügt aber mit Tango-Rhythmen oder einem Schreibmaschinen-Rap auch eine gehörige Portion Witz hinzu. Leitthemen, darunter natürlich die Weihnachtsglocken, führen das Publikum durch das farbenprächtige Musical.
Uraufführung: 12. Dezember, 19.30 Uhr, Theater Nordhausen, Theater im Anbau
Chefdramaturgin Dr. Juliane Hirschmann kam mit Daniel Klajner über seine Arbeit an dem Stück ins Gespräch.
Hier Auszüge aus dem Interview, welches auf dem BLOG des Theaters auf der Homepage nachlesbar ist: https://theater-nordhausen.de/blog/auf-dem-schreibtisch/so-nahbar-wie-moeglich-erzaehlen
Du hast jahrzehntelang dirigiert und unheimlich viel Repertoire kennengelernt. Inwiefern sind all diese Erfahrungen mit in das neue Musical eingeflossen bzw. haben dir beim Komponieren geholfen?
Die Literatur, die ich dirigiert habe oder die ich kenne, ist natürlich der Mutterboden, auf dem das Ganze aufbaut, ohne dass ich diese Musik kopiere. Es geht mehr um Emotionen, die mitschwingen, manchmal sind es auch Bilder. Ein gutes Beispiel ist in den »Weihnachtsglocken« das Lied »Frei will ich sein«, in dem es eben um Freiheit geht, um eine Zukunftsperspektive für den armen Landarbeiter Will Fern, der dieses Lied singt.
Theaterintendant Daniel Klajner (Foto: Theater Nordhausen)
Für mich war die Frage: Was ist Freiheit? Mir fiel der Adler ein, der mit weit gespannten Flügeln über der Landschaft schwebt. Ich dachte aber auch an das berühmte Bild aus dem Film »Titanic«, wenn die beiden Protagonisten Jack und Rose auf dem Bug des Schiffes stehen. Dann suchte ich nach einer Musik, die diesem Bild ähnlich ist, eine ähnliche Emotion hat.Und da hast du auch nicht den Impuls, von der tonalen Harmonik wegzugehen. Deine Musik ist ja sehr melodisch, sie geht ins Ohr, und sie spricht sehr stark die Emotionen an.
Man könnte das Genre Musical sicher auch anders bedienen, so dass es weniger melodiös ist zum Beispiel. Aber dann ist die Frage, was ich im Publikum auslösen möchte. Wie will ich die Geschichte so erzählen, dass sie so nahbar wie möglich ist, ganz unmittelbar berührt. Es ist eine Gratwanderung, in einer künstlerisch gehobenen Form zu bleiben, ohne sich anzubiedern.
Was hat dich bei der Entstehung der »Weihnachtsglocken« ganz besonders angeleitet?
Wichtig war mir, dem Genius von Dickens durch die Musik noch eine weitere Dimension an Emotionalität hinzuzufügen. Der Originalgeschichte etwas von ihrer Düsternis zu nehmen und dem Optimismus, der Selbstermächtigung, der Wichtigkeit des familiären Zusammenhalts und der Befriedung Raum zu geben.




