nnz-Forum zur Kindergartendiskussion
"Hier geht es um Menschen"
Freitag, 21. November 2025, 09:35 Uhr
Um die Veröffentlichung ihrer Gedanken zur gestrigen Veranstaltung im Ratssaal zum Thema Kindergärten bat uns unsere Leserin Isabell Blei. Gern gehen wir diesem Wunsch in einem Forum-Beitrag nach...
Zwischen dem Alltag, der gespickt ist von beruflichen und familiären Verpflichtungen, bin ich dem Aufruf zur Teilnahme an der heutigen Einwohnerversammlung gefolgt. In erster Linie, um Antworten zu bekommen, verbunden mit der Hoffnung auf Transparenz und der Motivation der Lösungsfindung im Zusammenhang mit der aktuellen Thematik zur Schließung von drei Kindergärten in der Stadt Nordhausen. Eine dieser Einrichtungen (Tierhäuschen),besucht unser Sohn und setzt somit eine Betreuungsgeschichte von insgesamt drei Kindern über 10 Jahre hinweg fort.
Tenor der heutigen Veranstaltung war der demografische Wandel und dessen Folgen - die uns allen durchaus bewusst sind. Wir brauchen mehr Kinder, hieß es. Wir müssen das Leben in der Stadt Nordhausen attraktiver gestalten - für junge Menschen und Familien.
Ich muss gestehen, dass sich mein Mutterherz schmerzlich verkrampfte, als ich eine Art wirtschaftlichen Vergleich aus den Reihen unserer Stadtoberhäupter hören musste. Sparen wir nicht an den Kindergärten, so müsste es anderweitig Einbuße geben - bei ÖVM oder gar dem Theater. Ohne dessen Wichtigkeit absprechen zu wollen - so können wir doch die Zukunft von Kindern, Eltern und Beschäftigten nicht mit der Straßenbahn oder einer kulturellen Einrichtung vergleichen.
Hier geht es um mehr. Hier geht es um Menschen.
Wenn mein ältester Sohn, nach 10 Jahren zum ersten Mal seinen ehemaligen Kindergarten betritt, um seinen kleinen Bruder abzuholen, seinen Erzieherinnen in die Arme fällt und sagt "das ist ein bisschen wie nach Hause kommen", dann sollte die Wichtigkeit dieser Bezugspersonen deutlich werden. Auf die Frage, wie man es sich vorstellt, ein Kleinkind an eine andere Umgebung, andere Pädagoginnen/Pädagogen und Kinder zu gewöhnen, ohne eine etwaige Eingewöhnungszeit (die man sich beruflich nicht erlauben kann), gab es keine Antwort.
Ein Kindergarten und die dazugehörigen Bezugspersonen sind nicht einfach zu ersetzen und Kinder nicht wahllos laut errechneten Betreuungsplätzen anderweitig "abzustellen".
Ja wir brauchen Lösungen. Aber bitte mit Bedacht und dem Gedanken daran, dass wir Kinder nicht mit anderen "Kostenfaktoren" gleichstellen können. Ein städtisches Kostensenkungsverfahren darf nicht auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen werden.
Hoffnungsvolle Grüße
Zwischen dem Alltag, der gespickt ist von beruflichen und familiären Verpflichtungen, bin ich dem Aufruf zur Teilnahme an der heutigen Einwohnerversammlung gefolgt. In erster Linie, um Antworten zu bekommen, verbunden mit der Hoffnung auf Transparenz und der Motivation der Lösungsfindung im Zusammenhang mit der aktuellen Thematik zur Schließung von drei Kindergärten in der Stadt Nordhausen. Eine dieser Einrichtungen (Tierhäuschen),besucht unser Sohn und setzt somit eine Betreuungsgeschichte von insgesamt drei Kindern über 10 Jahre hinweg fort.
Tenor der heutigen Veranstaltung war der demografische Wandel und dessen Folgen - die uns allen durchaus bewusst sind. Wir brauchen mehr Kinder, hieß es. Wir müssen das Leben in der Stadt Nordhausen attraktiver gestalten - für junge Menschen und Familien.
Ich muss gestehen, dass sich mein Mutterherz schmerzlich verkrampfte, als ich eine Art wirtschaftlichen Vergleich aus den Reihen unserer Stadtoberhäupter hören musste. Sparen wir nicht an den Kindergärten, so müsste es anderweitig Einbuße geben - bei ÖVM oder gar dem Theater. Ohne dessen Wichtigkeit absprechen zu wollen - so können wir doch die Zukunft von Kindern, Eltern und Beschäftigten nicht mit der Straßenbahn oder einer kulturellen Einrichtung vergleichen.
Hier geht es um mehr. Hier geht es um Menschen.
Wenn mein ältester Sohn, nach 10 Jahren zum ersten Mal seinen ehemaligen Kindergarten betritt, um seinen kleinen Bruder abzuholen, seinen Erzieherinnen in die Arme fällt und sagt "das ist ein bisschen wie nach Hause kommen", dann sollte die Wichtigkeit dieser Bezugspersonen deutlich werden. Auf die Frage, wie man es sich vorstellt, ein Kleinkind an eine andere Umgebung, andere Pädagoginnen/Pädagogen und Kinder zu gewöhnen, ohne eine etwaige Eingewöhnungszeit (die man sich beruflich nicht erlauben kann), gab es keine Antwort.
Ein Kindergarten und die dazugehörigen Bezugspersonen sind nicht einfach zu ersetzen und Kinder nicht wahllos laut errechneten Betreuungsplätzen anderweitig "abzustellen".
Ja wir brauchen Lösungen. Aber bitte mit Bedacht und dem Gedanken daran, dass wir Kinder nicht mit anderen "Kostenfaktoren" gleichstellen können. Ein städtisches Kostensenkungsverfahren darf nicht auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen werden.
Hoffnungsvolle Grüße
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: redDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
