nnz-online

Wechsel im Krankenhaus

Mittwoch, 17. Januar 2007, 17:26 Uhr
Renz (Foto: wf) Renz (Foto: wf) Nordhausen (nnz). Ärzte kommen und gehen. Neue Kollegen bringen neue Ideen mit. Heute nachmittag übernahm Dr. Norbert Höß den Staffelstab von Dr. Siegfried Renz. Was wird sich damit ändern im Fachgebiet Neurochirurgie?

Was macht eigentlich ein Neurochirurg? Unter dem Fachgebiet der Medizin kann sich der Laie nicht gleich etwas vorstellen. Diese Disziplin ist noch relativ neu, nicht nur neu am Südharzkrankenhaus. 1992 kam Dr. Siegfried Renz (Foto) aus Minden nach Nordhausen. Er baute die Abteilung Neurotraumatologie auf, einen Vorläufer der heutigen Neurochirurgiestation. 1993 behandelte er 151 Patienten, 2006 wurden fast 800 Operationen durchgeführt. Aus einst acht Betten als geduldeter Gast in der Unfallchirurgie wurde längst eine ganze Station, die 7b mit 31 Plätzen. Dort werden beispielsweise Menschen versorgt, die einen Schlaganfall erlitten haben oder an der Wirbelsäule operiert werden müssen.

Neben der operativen Arbeit war Siegfried Renz besonders die Ausbildung junger Neurochirurgen wichtig. Elf Ärzte lernten bei ihm. „Ich habe leider in den vergangenen Jahren erlebt, daß immer weniger Assistenzärzte nachrücken. So stießen wir an unsere Belastungsgrenzen. Ich konnte mir nur mit ausgeliehenen Assistenzärzten aus der Allgemeinchirurgie oder HNO behelfen. Dann inserierte ich in osteuropäischen Ärzteblättern und fand Nachwuchs aus Polen und Tschechien. Es war eine problematische Zeit, als die Ärzte und Patienten wegen der Sprachbarriere schlecht kommunizieren konnten.“ Erinnert sich Renz. Diese Probleme sorgen bei den Kollegen für heitere Erinnerungen, aber jetzt sind sie behoben. Die Patientenzahlen sind nach wie vor leicht steigend. Kein Wunder, denn immer mehr ältere Menschen benötigen die Hilfe der Neurochirurgen, um schmerzfrei und relativ selbstständig zu leben.

Dr. Norbert Höß aus Westfalen will am grundsätzlichen Konzept der Station auch nichts ändern, aber einige Bereiche ausbauen. Sein besonderes Interesse gilt er Neuroonkologie, der Behandlung von Krebs im Gehirn und Zentralnervensystem. Die minimalinvasive Diagnostik und Behandlung möchte er weiter voranbringen, denn Operationen durchs Schlüsselloch belasten die Patienten weniger und hinterlassen kaum sichtbare Narben. „Ich wurde hier sehr nett aufgenommen.“ Erinnert sich Höß. Alle Kollegen bat er darum, mit ihm Kontakt aufzunehmen, Probleme zu besprechen und gemeinsam Lösungen zu finden. Seinem Vorgänger Siegfried Renz hält er die Tür zur Station weit offen. „Ich danke ihnen für die Überlassung dieser gut geordneten Klinik“ ließ er Renz wissen.

Dr. Siegfried Renz bedankte sich bei allen Kollegen, dem Stationspersonal und der Geschäftsleitung für die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit über die vielen Jahre. Besonders verdienstvolle Mitarbeiter ehrte er mit Blumen. Er selbst wollte übrigens keine Sträuße haben, sondern sammelte Spenden für die Nordhäuser Tafel. Renz wird Nordhausen treu bleiben und sich seinem Hobby, der Geschichte, widmen.
Autor: wf

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de