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Ehrenamtler für Engagement geehrt

Donnerstag, 13. November 2025, 16:00 Uhr
Landrat Matthias Jendricke hat gestern Abend Ehrenamtliche und Vereine mit der Ehrenplakette und dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Zum ersten Mal hat der Landrat auch den Ehrenpreis des Landkreises verliehen...

Ausgezeichnete Ehrenamtler vor dem Hexenbesen (Foto: Nicole Mattern) Ausgezeichnete Ehrenamtler vor dem Hexenbesen (Foto: Nicole Mattern)


In der HEX Erlebniswelt in Rothesütte fand die Auszeichnung pssenderweise statt, denn die Skulptur des Preises, die der Bildhauer Peter Genßler aus Bleicherode gestaltet hat, symbolisiert den weltgrößten Hexenbesen.

Matthias Jendricke hob die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Region hervor, das in vielfältiger Weise ein Motor für das gesellschaftliche Leben ist und den Zusammenhalt vor Ort prägt. Der Kreissportkoordinator Werner Hütcher würdigte die Preisträger, die sich im sportlichen Bereich in verschiedenen Vereinen einsetzen. Mit der Ehrenplakette wurden gestern Abend Kurt Buse, der den Verein der Freiwilligen Feuerwehr Ellrich 1995 und dann über dreißig Jahre hinweg den Vereinsvorsitz übernommen hat, Sabine Galander und Renate Ostwald, die schon seit Jahrzehnten im SV Medizin Nordhausen e.V. die Herzsport-Gruppe als Übungsleiterinnen betreuen, Karin Spielmann, die seit 1992 die AWO-Ortsgruppe Auleben leitet, Karl-Heinz Steglich, der sich seit der Gründung des Südharzer Volleyballclubs Nordhausen 1996 kontinuierlich als Trainer im Nachwuchsbereich engagiert und Jugendkoordinator des Vereins ist sowie Dr. Dirk Schmidt, der sich über viele Jahre hinweg für die Bewahrung der Geschichte seiner Geburtsstadt Bleicherode und hier insbesondere im Denkmalschutz eingesetzt hat, beispielsweise für die Sanierung der Alten Kanzlei und die einzigartigen Tapeten im Waldhaus Japan in Bleicherode. Ausgezeichnet mit der Ehrenplakette wurden auch drei Vereine: IFA-Museum Nordhausen am Harz e.V., der das IFA-Museum ins Leben gerufen hat und bis heute betreibt, der MSC Hamma e.V., der in der Goldenen Aue eine der wenigen Enduro- und Motocross-Strecken in Deutschland betreut, die ganzjährig geöffnet ist sowie der Verein Schattenkinder Südharz e.V., der Förderverein der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Südharz Klinikum, der sich u.a. für den weiteren Ausbau einer kind- und jugendgerechten Gestaltung von Sport- und Freizeitmöglichkeiten in der Klinik engagiert.

Der Nachhaltigkeitspreis des Landkreises Nordhausen ging in diesem Jahr an die "NaTour“, eine besondere Familienradtour, bei der die Radfahrer beim Stempelsammeln interessante Ziele in der Goldenen Aue erleben konnten und den 1. Thüringer Archepark auf der Forst-Farm in Herreden, verliehen auch in Erinnerung an den kürzlich verstorbenen Wilfried Forst für seine besonderen Verdienste um den Erhalt seltener Tierrassen.

Die Laudatio für den ersten Ehrenpreis des Landkreises hielt der Bürgermeister von Harztor Stephan Klante, denn diese besondere Ehrung erhielt der Verein Harztor-Lauf e.V., der sich 2015 gegründet hat und die Organisation der größten Laufveranstaltung in der Region übernimmt. Stephan Klante erinnerte daran, dass die Idee zu diesem Lauf damals auf der Suche nach einem verbindenden Element der Orte in der neu gegründeten Landgemeinde Harztor entstand und von Anfang an auf ein sehr positives Echo in der Bevölkerung stieß und bis heute von der Bürgerschaft getragen und unterstützt wird.

Der Abend der Preisverleihung klang mit einem gemeinsamen Essen in der HEX Erlebniswelt aus, die die Gäste auch bei einer Führung auf den Aussichtsturm kennenlernen konnten. Seit 2021 verleiht Landrat Matthias Jendricke die Ehrenplakette und den Nachhaltigkeitspreis, um das bürgerschaftliche Engagement im Landkreis Nordhausen zu würdigen und ins öffentliche Licht zu rücken. Ab diesem Jahr kommt nun auch der Ehrenpreis dazu, mit dem Einzelpersonen oder Vereine mit besonderen Verdiensten gewürdigt werden können.

Die Preisträger im Einzelnen:

Ehrenplaketten:

Kurt Buse, Verein der Freiwilligen Feuerwehr Ellrich
Das Engagement und Herzblut von Kurt Buse ist untrennbar mit der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Ellrich und dem Verein Stadtfeuerwehr Ellrich e.V. verbunden. Kurt Buse ist nicht nur der Gründer des Vereins im Jahr 1995, sondern hält dem Verein seit dieser Zeit ununterbrochen als Vereinsvorsitzender die Treue. Mit seiner visionären Kraft und seinem unermüdlichen Einsatz hat er diesen Verein zu einer festen und unverzichtbaren Größe innerhalb der Einheitsgemeinde Ellrich gemacht, sagt sein Bürgermeister Henry Pasenow.

Unter der Führung von Kurt Buse ist der Verein, der in diesem Jahr sein 30jähriges Bestehen gefeiert hat, zu einem Motor des gesellschaftlichen Lebens in Ellrich geworden. Durch die Organisation von traditionsreichen Veranstaltungen wie dem Osterfeuer, dem Stadt- und Feuerwehrfest und der Feierlichkeiten zum 3. Oktober schafft der Verein unvergessliche Momente der Begegnung und des Zusammenhalts. Auch die regelmäßige Beteiligung am Schützenfest unterstreicht die tiefe Verankerung in der lokalen Kultur.

Besonders hervorzuheben ist der uneigennützige Zweck dieses Engagements: Die erwirtschafteten Einnahmen fließen direkt zurück in die Feuerwehrarbeit und die Kameradschaft. Sie unterstützen die Jugendfeuerwehr und damit die Zukunft der Ellricher Wehr, ebenso wie die aktive Freiwillige Feuerwehr und leisten einen wichtigen Beitrag zur Wertschätzung in der Alters- und Ehrenabteilung.

Kurt Buse hat damit weit mehr als nur einen Verein gegründet; er hat ein Fundament für Gemeinwohl, Sicherheit und Kameradschaft in Ellrich geschaffen, das über Jahrzehnte Bestand hat. Für diese herausragende Leistung, diesen Durchhaltewillen und das beispiellose Engagement gebührt der allergrößte Dank und die tiefe Anerkennung seiner Heimatstadt Ellrich.

Sabine Galander und Renate Ostwald, SV Medizin Nordhausen
Sabine Galander und Renate Ostwald sind bereits seit über 47 bzw. 30 Jahren als Übungsleiterinnen in der Herzsport-Gruppe des SV Medizin Nordhausen e.V. tätig. Sie haben dabei weit mehr als 3.000 Übungsstunden, davon einen großen Teil als ehrenamtliche Übungsleiterinnen konzipiert und durchgeführt. Sabine Galander und Renate Ostwald haben viel Freizeit für diesen Verein investiert, sie sind immer da, wenn sie gebraucht werden und gestalten für ihre Teilnehmer anspruchsvolle und individuelle Trainingseinheiten, die durch ihre Fähigkeiten und Kenntnisse auf dem Gebiet des Rehabilitationssports angepasst werden. Sie genießen als Trainerinnen bei den Mitgliedern aufgrund ihrer offenen und freundlichen Art ein sehr hohes Ansehen und sind maßgeblich an der Entwicklung des Herzsportvereins mit verantwortlich.

Die Sportgruppen von Sabine Galander und Renate Ostwald haben besondere Teilnehmer – sie alle haben eine Herzerkrankung. Sie besuchen die Kurse, weil sie ihr Herz stärken wollen. Für die Übungsleiterinnen bedeutet das auch eine besondere Verantwortung und sie bringen viel Fachwissen in die Arbeit mit ihren Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit. Jede Stunde wird eigens vorbereitet. Die Mitglieder der Herzsport-Gruppe sind stets begeistert von den Ideen des Trainerteams und freuen sich schon auf die nächste Trainingseinheit.

Das Vereinsleben besteht nicht nur aus den wöchentlichen sportlichen Kursen in der Turnhalle des Südharz Klinikums. Die Mitglieder treffen sich auch darüber hinaus regelmäßig, tauschen sich aus und unternehmen viel gemeinsam – vom Frauentag, über Skatspiel, Bowling, Ausflüge, Theaterbesuche und das Sommerfest.

Seit mehr als 50 Jahren besteht die Herzsport-Gruppe im SV Medizin Nordhausen e.V. unter dem Vereinsvorsitz von Uwe Pistorius bereits, der Verein ist Mitglied im Thüringer Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband. Die engagierten Übungsleiterinnen Sabine Galander und Renate Ostwald haben maßgeblich zur Erfolgsgeschichte der Herzsport-Gruppe beigetragen.

Karin Spielmann, AWO Ortsgruppe Auleben
Seit 1992 besteht die AWO-Ortsgruppe Auleben. Von Beginn an steht Karin Spielmann an ihrer Spitze und prägt bis heute deren Entwicklung. Mit außergewöhnlichem Engagement, hohem Verantwortungsbewusstsein und unermüdlichem Einsatz hat sie über mehr als vier Jahrzehnte hinweg eine Vielzahl von Angeboten ins Leben gerufen und betreut. Dazu zählen Busfahrten, Kaffee- und Spielnachmittage, Vorträge, Grillabende sowie zahlreiche weitere Veranstaltungen, die das gesellschaftliche Leben in Auleben bereichern – ein wichtiger Beitrag gerade im ländlichen Raum.

Ihr persönlicher Einsatz, ihr Organisationstalent und ihre Fähigkeit, Menschen zusammenzuführen, waren und sind der entscheidende Motor für das Wirken von Karin Spielmann und ihrer AWO-Ortsgruppe. Unter ihrer Leitung entwickelte sich die Ortsgruppe, die sich in die Bereiche „AWO-Senioren“ und „AWO 40plus“ gliedert, sehr positiv und verzeichnete zeitweise über 60 Mitglieder. Die AWO Auleben ist damit nicht nur ein Treffpunkt für Seniorinnen und Senioren, sondern längst zu einem festen und unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen und sozialen Miteinanders in der Gemeinde geworden. Karin Spielmann ist mit ihrem unermüdlichen Engagement nicht nur eine feste Größe in der AWO Auleben, sondern auch im hiesigen Kreisverband.

Karl-Heinz Steglich, Südharzer Volleyballclub Nordhausen
Karl-Heinz Steglich ist seit Jahrzehnten eine unverzichtbare Stütze des Volleyballsports in Nordhausen, von der DDR-Oberliga über die erfolgreichen Zweitliga-Zeiten bis hin zum jetzigen Spielbetrieb in der Thüringenliga. Seit seinen Anfängen in den 1980er Jahren bei der BSG Aktivist und später SSV Nordhausen hat er sich durch sein unermüdliches und vielseitiges Engagement für den Südharzer Volleyball verdient und weit über Nordhausen hinaus einen Namen gemacht.

Seit der Gründung des SVC im Jahre 1996 engagiert sich Karl-Heinz Steglich kontinuierlich als Trainer im Nachwuchsbereich und ist Jugendkoordinator des Vereins. Darüber hinaus kommt ihm seine herausragende organisatorische Arbeit im Vorstand des SVC zugute. Dabei sorgt er gemeinsam mit den anderen Präsidiumsmitgliedern für geordnete Verhältnisse beim SVC und einen reibungslosen Spielbetrieb in allen Klassen sowie Ehrungen und Auszeichnungen der Vereinsmitglieder. Die gesamte Organisation des Spielbetriebes, die Leitung der Trainerberatungen und die Ordnung in der Geschäftsstelle liegen ebenfalls in seinem Zuständigkeitsbereich. Kalle, wie er von vielen genannt wird, ist dadurch eine engagierte und zuverlässige Unterstützung aller Altersklassen und Mannschaften, vom Nachwuchs bis zu den Senioren sowohl im Damen- als auch im Herrenbereich auf dem Parkett und im Sand.

Seine Kollegin im Vorstand, Adriane Grunig, beschreibt Karl-Heinz Steglich wie folgt: „Kalle ist bekannt für seine Zielstrebigkeit, Ruhe, Kollegialität und sein großes Herz für den Verein. Ohne ihn wäre die Volleyballlandschaft in und um Nordhausen nicht das, was sie heute ist. Er ist mehr als nur ein Helfer, er ist das Herzstück des Vereins und ein Vorbild für alle Ehrenamtlichen.“

Dr. Dirk Schmidt, ehrenamtliches Engagement für den Denkmalschutz
Dr. Dirk Schmidt, 1930 in Bleicherode geboren, hat sich über viele Jahre hinweg für die Bewahrung der Geschichte seiner Geburtsstadt engagiert und hier insbesondere im Denkmalschutz. Für die Sanierung der Alten Kanzlei in Bleicherode hat er sich über ein Jahrzehnt hinweg unermüdlich eingesetzt, schon 1996 hatte er erste Ideen für die Nutzung.

Die Alte Kanzlei als wertvolles, prägendes historisches Gebäudeensemble konnte durch bürgerschaftliches Engagement und dank verschiedener Fördermittelgeber vor dem Verfall gerettet und vorbildlich restauriert werden. Neben den Dauerausstellungen finden hier nun auch regelmäßig Veranstaltungen statt.

Auch für die Restaurierung der einzigartigen Tapeten im Waldhaus Japan hat Dirk Schmidt erfolgreich Fördermittel akquiriert und damit maßgeblich zu deren Rettung beigetragen.
Neben seiner Aufarbeitung der ländlichen Geschichte seiner alten Heimatstadt Bleicherode hat Dirk Schmidt auch die Geschichte und das Schicksal der ehemaligen jüdischen Bürger von Bleicherode dokumentiert.

IFA-Museum Nordhausen am Harz
2011 wurde in Nordhausen das IFA-Museum gegründet. Initiiert und bis heute getragen wird diese Einrichtung vom Verein IFA-Museum Nordhausen am Harz e.V., der sich 2007 gegründet hat.

Der Vereinsvorsitzende Hans-Georg Franke und seine Mitstreiter – darunter vor allem ehemalige IFA-Mitarbeiter und Technikbegeisterte – haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der IFA-Motorenwerke in Nordhausen lebendig zu halten und in einer Ausstellung zu würdigen. Auf dem ehemaligen Werksgelände können Gäste das Erbe der IFAraner in einer interessanten Ausstellung kennenlernen, zugleich wird dieser wichtige Teil der Industriegeschichte der Stadt Nordhausen für die Nachwelt erhalten.

Dank des Engagements der Vereinsmitglieder zeigt die Präsentation Exponate aus drei aufeinander folgenden Epochen der Industriegeschichte: Lokomotiven, Schlepper und Motoren locken jedes Jahr zahlreiche Technikbegeisterte aus ganz Deutschland nach Nordhausen. Seit Gründung haben weit über 50.000 Besucherinnen und Besucher das ehrenamtlich getragene Museum besichtigt.

Der Verein mit rund 130 Mitgliedern hat stets auch trotz knapper finanzieller Ressourcen einen regulären Ausstellungsbetrieb im Ehrenamt organisiert und betreut, inklusive zahlreicher Führungen auch für große Gruppen. Regelmäßig finden Sonderausstellungen, Vorträge und weitere Veranstaltungen statt. Der Verein präsentiert sich auch außerhalb der Region, beispielsweise bei den Grünen Tagen in Erfurt.

Das wichtigste Ziel des Vereins ist die Weiterführung des Museums als Bestandteil der Nordhäuser Kulturlandschaft und die Weiterentwicklung der Technikschau als Lernort für die junge Generation. Im Archiv sammeln und katalogisieren sie, was aus der Zeit von 1905 bis heute noch vorhanden ist, in der Werkstatt werden Exponate für die Ausstellung restauriert. Zu den zahlreichen Förderern des IFA-Museums gehört maßgeblich die Autohaus Peter Gruppe, die damit wesentlich die Ziele des Vereins unterstützt.

MSC Hamma
Der MSC Hamma ist organisiert im ADAC und betreut in der Goldenen Aue eine der wenigen Enduro- und Motocross-Strecken in Deutschland, die ganzjährig geöffnet ist. Die beiden Vorsitzenden Jan Hoffmann und Steven Hoffmann und ihre Vereinskollegen fahren nicht nur selbst, sondern halten auch die Strecke und alle Anlagen in Schuss und organisieren Wettkämpfe und weitere Veranstaltungen.

Der Südharzer Motorradsportverein hat sich 1992 gegründet, aber schon seit 1977 konnten Sportfreunde aus Nordhausen und Umgebung auf dem Gelände "Am Weinberg" in Hamma, damals betrieben durch den ADMV "Kali Sondershausen", auf einer Natur-Rennstrecke trainieren. Bereits in den 1970er Jahren fanden hier Bezirks- und DDR-Läufe mit internationaler Beteiligung statt. In den folgenden Jahren wurde die Strecke weiter ausgebaut und attraktiver gestaltet sowie ein Start- und Zielturm erbaut.

Die Übernahme des Trainingsgeländes Anfang der 1990er Jahre durch die Nordhäuser Sportfreunde belebte das Sportgeschehen im Motocross-Sport rund um Nordhausen bis zum Eichsfeld und ins benachbarte Sachsen-Anhalt. Seit August 2019 trägt der Verein den Namen MSC Hamma e.V. im ADAC.

Heute sind viele Mitglieder im Alter von 4 bis 65 Jahren als aktive Motorsportler eingeschrieben. Neben Motorrädern und Gespannen sind auf der Strecke auch regelmäßig Quads zu finden. Mit ihrem Angebot sorgt der MSC für eine legale Möglichkeit, beim Motocross den Herausforderungen im Gelände zu begegnen und damit hilft der Verein auch dabei, illegalem Fahren beispielsweise im Wald etwas entgegenzusetzen.

Schattenkinder Südharz
Der Verein Schattenkinder Südharz unter dem Vorsitz von Chefarzt Prof. Dr. med. Philip Heiser ist der Förderverein der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters des Südharz Klinikums. Den Verein haben 2011 Mitarbeiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik und weitere Interessierte gegründet, um ihren Patienten eine Stimme zu geben – daher auch der Name des Vereins. Ein Ziel ist es, Unverständnis und Ängsten im Umgang mit auffälligen Kindern und Jugendlichen zu begegnen. Dabei engagieren sich im Verein Fachleute und Laien, so entstehen ein neues Verständnis füreinander und auch ein Perspektivenwechsel. Denn mit psychischen Erkrankungen gerät man schnell in eine Außenseiterrolle - Kinder und Jugendliche sogar oft noch mehr als Erwachsene. Es bestehen viele Vorurteile und Vorbehalte, aber auch das Umfeld ist oft ratlos und gerät an seine Grenzen.

Der Verein Schattenkinder möchte deshalb Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit leisten, arbeitet dabei mit anderen Partnern im Hilfesystem zusammen und bietet Weiterbildungen zu fachspezifischen Themen an. Die Mitglieder unterstützen die Fachtherapeuten der Klinik im Ausbau der vorhandenen therapeutischen Angebote, widmen sich dem weiteren Ausbau einer kind- und jugendgerechten Gestaltung von Sport- und Freizeitmöglichkeiten in der Klinik, initiieren Projekte zur Aufklärung über psychische Krankheitsbilder und die damit verbundenen Probleme, gestalten Veranstaltungen und Freizeitangebote in den Ferien mit therapeutischen Zielstellungen zur Alltagserprobung und werben Spenden und Drittmittel für ihre Projekte ein. Mit seiner Arbeit trägt der Verein Schattenkinder dazu bei, dass Betroffene nicht stigmatisiert werden und der Alltag in der Klinik bunter und kindgerechter ist.

Nachhaltigkeitspreis:

"NaTour“ Familienradtour Goldene Aue, Förderverein Europadorf Auleben

Ein Team von begeisterten Radlern rund um Sebastian Albert und den Auleber Bürgermeister Andreas Liesegang hat im Frühjahr zum ersten Mal in dieser Form die Familienradtour „NaTour“ gemeinsam mit zahlreichen Partnern in der Goldenen Aue auf die Beine – oder besser Räder gestellt. Wie bei allen Sportveranstaltungen steht und fällt deren Erfolg mit dem Engagement seiner Organisatoren. Sebastian Albert und Andreas Liesegang sind die Protagonisten dieser besonderen Radwanderung, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an insgesamt 14 Stempelstellen einkehren konnten. Denn die Goldene Aue hat viel zu bieten: eine reizvolle Natur, einladende Ortschaften, Denkmäler, Landwirtschaft und nicht zuletzt eines der umfangreichsten Radwegenetze im Landkreis Nordhausen.

Neben dem offiziellen Start am Sportplatz in Windehausen konnten die Radfahrerinnen und Radfahrer auch ganz individuell starten. Wer mindestens fünf Stempel auf seiner Karte gesammelt hatte, konnte an der großen Tombola mit hochwertigen Preisen teilnehmen. Am Nachmittag gab es dann die Abschlussveranstaltung auf dem Sportplatz in Auleben mit zahlreichen Attraktionen für die ganze Familie: Hüpfburg, Kinderschminken, Ständen der Kreisverkehrswacht und Polizei und noch vieles mehr.

Über 1.000 Radfahrerinnen und Radfahrer aus der gesamten Region waren an dem Tag dabei. Die Begeisterung war riesig und wird im Gedächtnis aller Gäste bleiben. Die Organisatoren planen in 2027 eine Neuauflage der Familienradtour. Für dieses besondere Engagement für den Radsport wird das Organisationsteam mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet - mit einem kleinen Startkapital von 500 Euro für die nächste „NaTour“.

1. Thüringer Archepark, in Erinnerung an Wilfried Forst für seine besonderen Verdienste um den Erhalt seltener Tierrassen
Mit Wilfried Forst hat unsere Region nicht nur einen erfolgreichen, stets nachhaltig handelnden Unternehmer verloren, sondern auch einen engagierten Züchter und Landwirt. An sein Engagement für seltene Haustierrassen wollen wir heute mit der Auszeichnung des Ersten Thüringer Archeparks erinnern. Die Familie Forst leistet mit dem Archepark auf der Forst-Farm in Herreden, der seit zehn Jahren zertifiziert ist, nicht nur einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität, sondern auch zur Landschaftspflege auf naturschutzrelevanten Flächen. Ihr Einsatz gilt alten, gefährdeten Haustierrassen, allen voran das Harzer Rote Höhenvieh, aber auch weiteren Rassen wie zum Beispiel dem Deutschen Sattelschwein, Thüringer Waldesel und Waldziegen, Leineschafe sowie verschiedene Geflügelrassen. Im September 2015 erhielt die Familie die Anerkennung als Archepark, als erster in Thüringen und fünfter in Deutschland. Erst durch die Zucht mehrerer vom Aussterben bedrohter Tierrassen wurde diese Auszeichnung möglich.

Begonnen hat es Anfang der 1990er Jahre mit dem Kauf von zwei Jungrindern, seitdem hatte sich Wilfried Forst der Zucht des vom Aussterben bedrohten Harzer Rotviehs gewidmet. Inzwischen gehört die Rasse wieder fest zu den Weiden im Harz - zu diesem Erfolg hat auch die Familie Forst beigetragen. Auch auf dem Weg nach Rothesütte oder auf der Rothesütter Alm kann das Höhenvieh der Familie Forst oft beobachtet werden.

Regelmäßig organisiert die Familie auch Veranstaltungen wie den Archetag, zuletzt im September mit einer Bundesschau von Thüringer Waldeseln, also der Vorstellung und Prämierung von Eselfohlen, Stuten und Hengsten. Hier konnten die Besucher auch die vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen auf der Forst-Farm in Herreden besichtigen. Die Familie möchte das Lebenswerk von Wilfried Forst fortsetzen. Dieses Engagement möchte der Landkreis mit dem Nachhaltigkeitspreis würdigen.

Ehrenpreis des Landkreises:
Harztor-Lauf e.V., für besondere Verdienste um die Organisation des größten Volkslaufes in der Region

Der Verein Harztor-Lauf e.V. wurde im Juli 2015 in Harztor im Ortsteil Niedersachswerfen gegründet. Der Verein organisiert im Ehrenamt seit zehn Jahren den Harztorlauf. Die Vorbereitung und Organisation der größten Laufveranstaltung in der Region brauchen viel Zeit und Kraft sowie kurze Kommunikationswege. Um eine festere Struktur zu etablieren, wurde der Verein ins Leben gerufen. Rund 30 Mitglieder engagieren sich hier und übernehmen alle Aufgaben rund um den Lauf - von der Sponsorensuche über die Bewerbung des Laufs bis zur Organisation des Familienfestes auf dem Veranstaltungsgelände. Zuletzt hat der Harztorlauf die Zahl von 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern geknackt. Der Verein ist seit dem vergangenen Jahr auch an der Organisation des Harzer Hexenrennens in Rothesütte maßgeblich beteiligt.

2021 hat der Landkreis Nordhausen den Harztor-Lauf Verein bereits mit der Ehrenplakette ausgezeichnet, heute folgt die Auszeichnung mit dem Ehrenpreis des Landkreises, der in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen wird. Die Skulptur des Ehrenpreises hat Peter Genßler, Bildhauer aus Bleicherode, gestaltet.
Autor: red

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